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OPS-Neubau

Dauerparker sollen Rabatt erhalten

Während der dreijährigen Bauzeit der neuen Oscar-Paret-Schule in Freiberg muss immer wieder mit Einschränkungen gerechnet werden. Ziemlich früh trifft es die Autofahrer, die im Ortszentrum parken wollen. Denn als erste Maßnahme wird im November das Parkdeck samt Tiefgarage neben der Kreissparkasse abgerissen.

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Das Parkdeck wird samt Tiefgarage für den Neubau der Oscar-Paret-Schule abgerissen. Die Dauerparker sollen ihr Auto dafür günstiger neben dem Chinahaus abstellen. Foto: Ramona Theiss

Freiberg. Lehrer, Mitarbeiter des Rathauses, Beschäftigte der Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleister: Sie parken derzeit in der Tiefgarage an der Württemberger Straße und zahlen dafür pro Jahr 100 Euro. Für eine Halbjahreskarte werden 50 Euro fällig, eine Monatskarte kostet 10 Euro, eine Tageskarte 1,50 Euro. Etwa 15 000 Euro nimmt die Stadt damit jährlich ein. Die Stellplätze oben auf dem Parkdeck können mit einer Parkscheibe zwei Stunden lang gebührenfrei genutzt werden. Mit dem Abriss des Decks werden an einer der attraktivsten Stellen im Zentrum 90 Parkplätze wegfallen. Damit die Kunden ihr Auto künftig dennoch in geringer Entfernung zu den Geschäften abstellen können, möchte die Stadt Voraussetzungen schaffen, dass die anderen zentrumsnahen Parkplätze nicht von den Beschäftigten blockiert werden. Die gesamte Prisma-Tiefgarage und der Parkplatz Egerländer Straße sollen daher ausschließlich mit Parkscheibe genutzt werden können. Damit kann laut Stadtverwaltung die Anzahl der Stellplätze, die mit dem Abriss des Parkdecks wegfallen, ausgeglichen werden.

Den Personen, die im Ortszentrum beschäftigt sind, sollen als Alternative gebührenpflichtige Parkmöglichkeiten beim Chinahaus angeboten werden. Im Moment stehen dort 30 Plätze zur Verfügung. Weitere 45 sollen noch dazukommen. Dafür hat die Stadt eine angrenzende Wiese gepachtet, auf der im Oktober ein Schotterparkplatz entstehen soll. Von dort aus ist das Zentrum über die Württemberger Straße in rund acht Minuten zu Fuß erreichbar. Damit diese Parkplätze angenommen werden, hat die Stadtverwaltung dem Gemeinderat vorgeschlagen, sie etwas günstiger anzubieten. Die Jahreskarte soll 76 Euro kosten, die Halbjahreskarte 40 Euro und die Monatskarte 8 Euro. Die Tageskarte soll unverändert für 1,50 Euro zu haben sein. Die Mindereinnahmen würden damit bei 5000 Euro liegen.

Knappes Abstimmungsergebnis

Einen Ersatzparkplatz beim Chinahaus zu schaffen, war in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend ganz im Sinne der Stadträte. Doch nicht jeder konnte sich damit anfreunden, die Gebühren für die Nutzer zu senken. „Ich stimme dem nicht zu“, sagte OGL-Stadtrat Ralph Schmid. „100 Euro pro Jahr sind zumutbar, auch wenn man etwas weiter laufen muss.“ SPD-Rat Klaus-Peter Bakalorz pflichtete ihm bei. „Wir unterstützen es nachhaltig, Platz zu schaffen, doch das kostet Geld“, sagte er und kündigte an, ebenfalls nicht zuzustimmen. Unterstützung für den Verwaltungsvorschlag gab es dafür von den Freien Wählern, wobei Ute Kienzle forderte, insbesondere bei den Lehrern der OPS um Akzeptanz dafür zu werben und auch scharf zu kontrollieren, „dass die kein Parkplatz-Sharing machen“. „Sie sehen es dem Auto nicht an, ob damit eine Parkregelung umgangen wird, oder ob es ein Auto von Kunden ist“, entgegnete Bürgermeister Dirk Schaible. Ein Sonderangebot für die Dauerparker könne dafür sorgen, „dass wir im Zentrum Platz haben für die Kunden“. Bei neun Ja- und acht Neinstimmen sowie zwei Enthaltungen wurde der Parkrabatt verabschiedet.