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Demonstrativer Protest gegen Rom zu Ostern

Bietigheim-Bissingen. „Mit Entsetzen“ haben die Kirchengemeinderäte der drei katholischen Kirchengemeinden Bietigheim-Bissingens auf „die Verlautbarung der römischen Glaubenskongregation reagiert, die die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften verbietet.

In einem gemeinsamen Schreiben rufen der Leitende Pfarrer Roland Deckwart und die Vorsitzenden der gewählten Vertreter von Gesamtkirchengemeinde sowie der drei Gemeinden St. Laurentius, St. Johannes und Zum guten Hirten Bischof Gebhard Fürst dazu auf, „bei den anstehenden Beratungen des Synodalen Weges alle Gläubigen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung vorbehaltslos in den Blick zu nehmen und sich von dem traditionellen Moralverständnis, das der römischen Verlautbarung zugrunde liegt, zu lösen“. Es müsse ein deutliches Zeichen gesetzt werden, dass die katholische Kirche allen Menschen, die sich auf eine verbindliche Partnerschaft einlassen, eine Segensfeier nicht verwehrt“, heißt es in dem offenen Brief weiter. Deshalb würden gleichgeschlechtliche Paare bei den Ostergottesdiensten in Bietigheim-Bissingen „in besonderer Weise in unsere Für- und Segensbitten“ einbezogen. Nach Ostern sollen die Gemeindemitglieder durch eine Aktion mit Postkarten an Bischof Fürst in die Proteste einbezogen werden.

Die hinter dem römischen Verdikt stehende Einschätzung, „dass eine homosexuelle Beziehung sündhaft sei, offenbart ein rückwärtsgewandtes Moralverständnis, das wir nicht teilen“, begründen die Repräsentanten der Bietigheim-Bissinger Katholiken ihre Forderung. „Wir halten uns vielmehr an den Aufruf von Papst Franziskus, alle Menschen unabhängig von Geschlecht und geschlechtlicher Orientierung in ihrer Würde zu achten, sie anzunehmen und immer neu einzuladen in die Gemeinschaft der Kirche.“ Dazu gehöre als zentraler Teil der Botschaft Jesu auch die Segnung aller Partnerschaft, bei der sich die Partner in Liebe und Treue verbunden seien. (red)