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Erneut Probleme im Nahverkehr der Region
Den angekündigten S-Bahn-Regelverkehr gibt es nur kurzzeitig

Deutliche Anzeige im Bahnhof Ludwigsburg: Jede zweite S-Bahn fiel am Montag aus, zudem endeten die Linien vorzeitig. Foto: Holm Wolschendorf
Deutliche Anzeige im Bahnhof Ludwigsburg: Jede zweite S-Bahn fiel am Montag aus, zudem endeten die Linien vorzeitig. Foto: Holm Wolschendorf
Am Tag 1 der Wieder-Inbetriebnahme der Stammstrecke unter der Stuttgarter City dünnt eine Oberleitungsstörung den Takt aus. Zudem enden über mehrere Stunden die S-Bahnen aus dem Kreis Ludwigsburg vorzeitig im Hauptbahnhof oder Zuffenhausen.

Stuttgart/Kreis Ludwigsburg. Die Stimmung bei den Verantwortlichen der Stuttgarter S-Bahn war um 4.52 Uhr noch gut. Im Kurzmitteilungsdienst Twitter posteten sie ein kurzes Video einer in den Tunnel unter dem Hauptbahnhof einfahrenden S-Bahn, verziert mit einer Sonne. Danach folgte ein fröhliches: „Guten Morgen! Alle Linien verkehren wieder über die S-Bahn-Stammstrecke. Die Arbeiten wurden pünktlich beendet und der Regelverkehr kann nun starten.“ Doch die Freude währte nur kurz: Gut eine halbe Stunde später trat eine Störung an der Oberleitung auf, die erste in Richtung Nordbahnhof fahrende S-Bahn – zum Glück eine Leerfahrt, so ein Sprecher – blieb aufgrund des fehlenden Stroms liegen. Von Regelverkehr war danach keine Spur mehr.

Denn wie schon in den Wochen zuvor seit Ferienbeginn wurde der Betrieb vom Viertel- auf einen Halbstundentakt ausgedünnt. Zudem wurden die Linien, die den Kreis Ludwigsburg anbinden, gekappt: Die S4 und S5 fuhren nur bis zum Hauptbahnhof oben und nicht durch den S-Bahn-Tunnel bis zur Schwabstraße, die S6/60 endete gar vorzeitig in Zuffenhausen.

Erst S-Bahn abgeschleppt, dann Leitung repariert

Kurz nach 9 Uhr konnte die Deutsche Bahn dann einen ersten kleinen Erfolg vermelden: Der liegengebliebene Zug konnte abgeschleppt werden und die Techniker die Arbeiten aufnehmen.

Bis gegen 12.45 Uhr. Da vermeldete der VVS das Ende der Oberleitungsstörung, die S1 bis S5 könnten wieder auf dem Regelweg fahren (später dann galt das auch für die S6/60) – doch auch diese Freude währte nur kurz. Denn im selben Atemzug wurde bekanntgegeben, dass bis Betriebsschluss der Halbstundentakt beibehalten werde, da nicht alle Fahrzeuge und Kollegen am vorgesehenen Ort seien.

Bei vielen Nutzern gibt es ein Déjà-vu

Die Verärgerung vieler Bahnnutzer war groß. Nicht nur, weil es, so ein Kommentar auf Facebook, „einfach nur peinlich ist. 6,5 Wochen war die Stammstrecke gesperrt und an Tag 1 der Wiederöffnung herrscht Chaos“. Sondern vor allem, weil es nicht das erste Mal war. Bereits nach den Sommerferien 2021, in denen ebenfalls die Stammstrecke für Teil 1 der Sanierung gesperrt war – und es dieselben Probleme mit erhöhter Radabnutzung auf der Gäubahnstrecke als Umleitung gab –, war gleich eine Störung aufgetreten. Damals ging sie von einem Relais in einem Stellwerk aus, aufgrund der erhöhten Belastung – was diesmal nicht der Grund sei, so ein Bahnsprecher, wenngleich man die Ursache noch ermitteln müsse. Auch gehe er nicht davon aus, dass die Oberleitungsstörung mit jener vom Juli zusammenhänge. Diese hatte für tagelange Probleme auch im Fernverkehr gesorgt, als Schuldiger wurde damals ein Vogel ausgemacht, der einen Kurzschluss verursacht hatte.

Immerhin: So lange sollen die Folgen der jüngsten Störung nicht spürbar sein, so der Sprecher. Von morgen Früh an gebe es wieder einen Regelverkehr – wie heute bei der nagelneuen S62, die als Einzige einen „stabilen Betrieb“ fuhr. Allerdings: Sie verkehrt ohnehin nur im Halbstundentakt in den Hauptverkehrszeiten zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen.

INFO: Bereits am Sonntag hatte es Probleme im Kreis Ludwigsburg gegeben, Ursache waren zwei bislang nicht ganz aufgeklärte Personenunfälle: einer am Mittag in Walheim, am Abend dann in Bietigheim.