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Festival

Der Beginn einer neuen Tradition?

„Live am Viadukt“ soll sich ab diesem Sommer mit drei Konzerten als zweites großes Open-Air-Festival im Kreis etablieren

Aufbruchstimmung: Auf dem Festgelände am Viadukt (rechts unten) spielen in diesem Jahr die Bluesrocker von ZZ Top (links) und Schlagersänger Dieter Thomas Kuhn, ein weiteres Konzert wird noch bekanntgegeben.Fotos: Fabrice Coffrini/dpa, Ramona Theiss,
Aufbruchstimmung: Auf dem Festgelände am Viadukt (rechts unten) spielen in diesem Jahr die Bluesrocker von ZZ Top (links) und Schlagersänger Dieter Thomas Kuhn, ein weiteres Konzert wird noch bekanntgegeben. Foto: Fabrice Coffrini/dpa, Ramona Theiss, Alfred Drossel
Aufbruchstimmung: Auf dem Festgelände am Viadukt (rechts unten) spielen in diesem Jahr die Bluesrocker von ZZ Top (links) und Schlagersänger Dieter Thomas Kuhn, ein weiteres Konzert wird noch bekanntgegeben.Fotos: Fabrice Coffrini/dpa, Ramona Theiss,
Aufbruchstimmung: Auf dem Festgelände am Viadukt (rechts unten) spielen in diesem Jahr die Bluesrocker von ZZ Top (links) und Schlagersänger Dieter Thomas Kuhn, ein weiteres Konzert wird noch bekanntgegeben. Foto: Fabrice Coffrini/dpa, Ramona Theiss, Alfred Drossel
Aufbruchstimmung: Auf dem Festgelände am Viadukt (rechts unten) spielen in diesem Jahr die Bluesrocker von ZZ Top (links) und Schlagersänger Dieter Thomas Kuhn, ein weiteres Konzert wird noch bekanntgegeben.Fotos: Fabrice Coffrini/dpa, Ramona Theiss,
Aufbruchstimmung: Auf dem Festgelände am Viadukt (rechts unten) spielen in diesem Jahr die Bluesrocker von ZZ Top (links) und Schlagersänger Dieter Thomas Kuhn, ein weiteres Konzert wird noch bekanntgegeben. Foto: Fabrice Coffrini/dpa, Ramona Theiss, Alfred Drossel
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Bietigheim-Bissingen. Wenn alles gutgeht, wird das ewige Hin und Her am städtischen Wahrzeichen in diesem Jahr endlich ein Ende haben: „Live am Viadukt“ heißt das neue Open-Air-Festival, das der Veranstalter Eventstifter und die Stadt Bietigheim-Bissingen in den vergangenen Monaten entwickelt haben. Mit dem Stuttgarter Music Circus ist noch ein weiterer erfahrener Veranstalter involviert, der bei gefühlt jedem größeren Konzert in der Region Stuttgart seine Hände mit im Spiel hat. Das neue Konzertformat, das Signal erscheint klar, soll Hand und Fuß haben. Mitte November wurde bekanntgegeben, dass die Auftritte der US-amerikanischen Bluesrocker von ZZ Top (26. Juni) und von Schlagersänger Dieter Thomas Kuhn (28. Juni) bereits bestätigt sind.

Dass Eventstifter in der Lage sind, erfolgreich Großveranstaltungen zu organisieren, ist bekannt, lassen sie doch bei den KSK Music Open von Jahr zu Jahr prominentere Stars im Hof des Ludwigsburger Schlosses auflaufen. Nun möchte man an eine – eher löchrige – Tradition anknüpfen. Bereits in der Vergangenheit war das Viadukt Kulisse für Live-Konzerte, doch nie ergab sich daraus eine Konstanz. Letztmals im Sommer 2016 traten bei der Show von „Monsters of Rock“ Ex-„Deep-Purple“-Gitarrist Ritchie Blackmore, Thin Lizzy und „Manfred Mann’s Earth Band“ vor 12.000 Besuchern auf. 2013 waren Die Ärzte zu Gast und heizten 17.500 Fans ein.

Auf ähnliche Kaliber hofft man am Enzufer nun wieder. „Der Festplatz wurde immer mal bespielt“, erklärt Kulturamtsleiter Stefan Benning. „Oft aber eben auch nicht.“ Immer wieder sei die Frage aufgekommen, wie sich das verstetigen ließe. Drei Konzerte unterschiedlicher Genres in einer Woche, das sei am Ende die Zielstellung gewesen, nachdem man mit Eventstifter ins Gespräch gekommen war. Und das in Zukunft jährlich. Benning ist sich sicher: „Das Format hat Zukunft – der Bedarf an Open-Air-Festivals in der Region ist definitiv vorhanden.“

Auch Daniel Niedrich von Eventstifter sieht großes Potenzial. „Es ist ein toller Ort und die Menschen wollen das“, sagt er. „Wenn es gut klappt, werden wir das fortführen.“ Man werde nichts dem Zufall überlassen, sondern aktiv schauen, welche Musiker man bekommen könne. Natürlich, sagt Niedrich, sei das Bietigheimer Festival eine zusätzliche Möglichkeit, potenziellen Künstlern in Ludwigsburg und Umgebung einen passenden Termin anbieten zu können. Dennoch soll das Bietigheimer Festival mehr werden als nur ein Ableger: Zum einen ist das Besucherpotenzial mit bis zu 15.000 Zuschauern deutlich größer als in der Barockstadt, wo maximal 10.000 Menschen auf den Schlosshof kommen können. Zum anderen soll der bisherigen Tradition Rechnung getragen werden, dass das Profil eher rockiger Natur ist. „Der Schwerpunkt zumindest beim Haupt-Act liegt auf Rock“, erklärt Benning. „Das hat sich in den letzten Jahren so ergeben.“

In der Vergangenheit sei die Stadt immer wieder von Veranstaltern angefragt worden, ob sie nicht am Viadukt etwas machen könnten, sagt Benning. „Wir wollten aber lieber etwas Solides, etwas, das wir mitgestalten können.“ Natürlich stehe man nun mit anderen Festivals, etwa dem Southside Festival in Neuhausen ob Eck, in Konkurrenz – auch um Zuschauer, vor allem aber um die Bands. Schließlich sorgen Konkurrenzklauseln in den Verträgen häufig dafür, dass ein zweites Konzert in zeitlicher und räumlicher Nähe nicht möglich ist. Das Problem bestehe etwa bei den Toten Hosen, die Benning gerne mal am Viadukt sehen würde und an denen die Stadt vor fünf Jahren schon einmal dran war – kurz vor ihrem zweiten Frühling der vergangenen Jahre. Die Terminfrage sei „ein Kampf, dass es am Ende passt“, weiß auch Daniel Niedrich aus Erfahrung. Schließlich kommen in der Größenordnung bis 15.000 Zuschauer nicht so viele Bands überhaupt infrage – es sind schon die Großen, die auch die Stuttgarter Schleyerhalle füllen können. Das macht die Suche nicht gerade einfacher. Mit drei Konzerten seien die „ordnungspolitischen Möglichkeiten“ ausgereizt, betont Benning. Will heißen: Den Anwohnern möchte man akustisch nicht zu sehr und vor allem nicht zu häufig auf die Pelle rücken. Mit dem Pferdemarkt gibt es ja noch mindestens eine weitere Großveranstaltung auf dem auch mit Blick auf die Logistik und die Sicherheit idealen Festgelände.

Die Planungen für den dritten, bislang noch offenen Abend am Viadukt laufen derzeit auf Hochtouren. Noch im Januar, heißt es, soll Vollzug gemeldet werden. Rock und Schlager gibt es bereits, das dritte Konzert solle anders werden, verspricht Benning: „Es wird etwas für Jüngere.“

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