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Sanierung

Der Köllesturm erstrahlt in neuer Schönheit

Nach neun Monaten sind am Wahrzeichen der Stadt die Gerüste entfernt worden – Fachwerk aufgefrischt und Mauerwerk gefestigt – Trotz Schieflage nun stabil

Die Frischekur hat sich auch optisch gelohnt: der Köllesturm in Bönnigheim.Foto: Alfred Drossel
Die Frischekur hat sich auch optisch gelohnt: der Köllesturm in Bönnigheim. Foto: Alfred Drossel

Bönnigheim. Nach neun Monaten Arbeitszeit sind die Baugerüste am Köllesturm entfernt worden. Als der Gemeinderat unlängst die Baustelle besichtigte, hatte Bauamtsmitarbeiter Jürgen Lais versprochen, dass das Wahrzeichen der Stadt nach der Sanierung „frischer und gepflegter“ wirken werde. Davon kann sich nun jeder selbst überzeugen.

Rund 250000 Euro hat die Stadt in die Sanierung des Köllesturms investiert, 28300 Euro kommen aus dem Denkmalsanierungstopf des Landes. Löcher, Risse, abgesprungene Mauerteile und leere Fugen zwischen den Sandsteinquadern waren nicht nur Schönheitsfehler, sondern hatten auch die Stabilität des Gebäudes beeinträchtigt. Die Witterungseinflüsse der vergangenen 734 Jahre hatten deutliche Spuren hinterlassen.

Seit Mitte Juli waren die Steinmetze an der Arbeit. Vorab wurden die Schäden kartiert und der Bauzustand dokumentiert. Bei der Sanierung wurde in erster Linie das Mauerwerk gefestigt. Dass sich der Turm 63 Zentimeter in Richtung Westen neigt, ist immer noch unübersehbar. Die Steinmetzarbeiten haben allerdings nicht wirklich dazu beigetragen, diesen Zustand zu verändern. Fachleute sind sich jedoch sicher, dass der Turm durch die Maßnahmen eine größere bauliche Eigenstabilität bekommen hat.

Im Jahr 2006 wurde eine Neigung von 41 Zentimetern gemessen, bis 2018 kamen weitere 22 Zentimeter hinzu. „Seither stagniert die Neigung“, betont Bürgermeister Albrecht Dautel. Ursache für die Schieflage des Turms ist vor allem das nur 1,40 Meter tiefe Fundament. Das Thema Schieflage sei jetzt nicht aktuell, müsse aber immer im Auge behalten werden. Neben den Steinmetzarbeiten kam die Sanierung des Fachwerks samt Putzfüllungen hinzu.

Der Köllesturm ist Teil der früheren Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert und wurde 1286 errichtet. Außerhalb führte eine Brücke über den trockenen Stadtgraben zu diesem Turm, der mit Flügel- und Zugtor verschlossen war. Seine heutige Dachform erhielt der Turm bei einer Renovierung nach einem Brand im späten 18. Jahrhundert. Namensgeber war der letzte dort wohnenden Turmwächter Kölle.

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