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Podiumsdiskussion
Der Kreis als Herzenssache

Sie wollen Nachfolger von Rainer Haas werden (von links): Heiner Pfrommer, Dietmar Allgaier, Gerd Maisch und Christoph Erdmenger.Foto: H. Wolschendorf
Sie wollen Nachfolger von Rainer Haas werden (von links): Heiner Pfrommer, Dietmar Allgaier, Gerd Maisch und Christoph Erdmenger.Foto: H. Wolschendorf
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Die Kandidaten für den Posten des Landrats stellen sich auf Einladung der Ludwigsburger Kreiszeitung vor

Kreis Ludwigsburg. Es ist eines der höchsten Ämter in der Kommunalpolitik – und eines, um das gleich vier Männer derzeit konkurrieren: die Position des Landrats. Und auch der Andrang in der Musikhalle zur Podiumsdiskussion der Ludwigsburger Kreiszeitung war groß. Denn schließlich, das machte Chefredakteurin Ulrike Trampus gleich zu Beginn deutlich: „In den lokalen Gremien werden die Entscheidungen getroffen, die unser Zusammenleben bestimmen.“ Sei es der Verkehr oder die gesundheitliche Versorgung, aber auch das Wohnen und das örtliche Gewerbe.

Zumindest die erste Entscheidung war dem Zufall überlassen: Welcher Kandidat mit der Vorstellung beginnt. Und das war der Grüne Christoph Erdmenger (49 Jahre), Abteilungsleiter Nachhaltige Mobilität im Verkehrsministerium, der das entsprechende Los gezogen hatte. Er warb für sich mit seiner langjährigen Erfahrung auch mit internationalen Projekten, die er erfolgreich und effizient angegangen habe – aber auch damit, noch nicht so lange im Landkreis zu wohnen. „Ich bin nicht vorbelastet.“ Auf seine Erfahrung gerade im Landratsamt dagegen verwies Heiner Pfrommer (39), Leiter des Sozialdezernats mit knapp 700 Mitarbeitern und seit 2018 auch für die Stadtbahn zuständig. Vor allem aber sei ihm der Kreis „ans Herz gewachsen“. Am längsten auf Kreisebene aktiv sind Gerd Maisch (55), Vaihinger Oberbürgermeister und für die Freien Wähler im Kreistag sowie in der Regionalversammlung, und Dietmar Allgaier (53). „Die Arbeit als OB macht zwar Spaß, aber ich möchte trotzdem neue Herausforderungen angehen“, sagte Maisch. Auch Allgaier sitzt im Kreistag, für die CDU, für die er vor seinem Wechsel ins Kornwestheimer Rathaus als Erster Bürgermeister ebenso im dortigen Gemeinderat saß. Er hatte die Lacher auf seiner Seite, als er sagte, dass er zwar im Kreis gut vernetzt sei, er aber niemanden aus dem Publikum aus seiner früheren Zeit als Steuerfahnder her kenne.

Doch danach wurde es ernst, als es um den von Stephan Wolf, Leiter der Kreisredaktion, moderierten Themenkomplex Verkehr ging. Die bisherigen Anstrengungen, um den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, reichten nicht aus, waren sich alle Bewerber einig. Neue und bessere Angebote auf der Schuster- und der Bottwartalbahn müssten diskutiert werden, sagten Allgaier und Erdmenger, der auch Expressbusse und neue Radschnellwege ins Spiel brachte – was einer Steinheimerin aus dem Publikum wenig gefallen dürfte, die ungenutzte Radwege bei gleichzeitig vollen Spuren für Autos und Bus kritisierte. Allgaier würde sich zudem dafür einsetzen, die Verkehrsträgerkonzepte zusammenzuführen – für die S-Bahn ist der Verband Region Stuttgart zuständig, anders als für die Busangebote.

Vor allem auf den Bus legte Maisch den Fokus, schließlich dauere es noch viele Jahre, bis die umstrittene Stadtbahn fahre. Ebenso sollten, wo der Bus in Randzeiten nicht wirtschaftlich sei, mehr Ruftaxen angeboten sowie Stadtticket-Angebote ausgebaut werden. Er wie auch Pfrommer betonten die Notwendigkeit, Beschleunigungssysteme zu schaffen, sei es durch extra Spuren, aber auch durch spezielle Ampelschaltungen, wie Allgaier ergänzte. Erdmenger hingegen konzentrierte sich auf das Auto, das künftig in den Innenstädten keine so dominante Rolle wie derzeit mehr spielen sollte. Wichtig sei dabei auch, die Wege für die Menschen zu verkürzen, etwa durch Einkaufsmöglichkeiten in fußläufiger Entfernung. Die von der Kornwestheimer Gemeinderätin Gabi Walker aus dem Publikum eingeworfene Idee, dass sich der Landrat für mehr Homeoffice-Arbeitsplätze einsetzen sollte, lobten zwar alle. Umsetzbar sei das aber nicht für jede Firma, hieß es.

Vor allem bei den Kreisräten kam die Veranstaltung gut an. Denn bislang hätten sie nur Einzelgespräche geführt, aber noch keine solche Vergleichsmöglichkeit, sagte etwa Volker Godel, Ingersheimer Schultes. Gewählt wird am 15. November.

Info: In der Samstagsausgabe berichten wir über die weiteren Themen. Einen Mitschnitt der Veranstaltung wird es im Youtube-Kanal der LKZ geben. Mehr dazu auch auf www.lkz.de.

Hier geht's zum Youtube-Kanal