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Der Weitblick-Weg wird am Sonntag eingeweiht

Schillernde Farben des vollen Kelchs im Weinberg.Foto: Alfred Drossel
Schillernde Farben des vollen Kelchs im Weinberg. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim,. Eine Mischung aus Naturerlebnis-, Besinnungs- und Skulpturenpfad ist der Weitblick-Weg in den Weinbergen von Hohenhaslach. Am Sonntag wird er um 10 Uhr mit einem Gottesdienst auf dem Kelterplatz eingeweiht.

Sieben Jahre hat ein Verein daran gearbeitet. Rund 200 000 Euro an Spenden dafür gesammelt. Der Tübinger Künstler Martin Burchard hat den Weg konzipiert und die Gomaringer Schlosserei Wolfgang Veit hat die groß dimensionierten Plastiken entlang des 4,5 Kilometer langen, mit spektakulären Aussichten aufwartenden Rundwanderwegs durch die Weinberge aus vier Zentimeter dicken Stahlplatten gefertigt.

Der Weitblick-Weg ist ein Besinnungs- und Meditationsweg mit sechs Stationen. „Zwei bis drei Stunden benötigt der Wanderer, um alle Stationen zu sehen“, sagt Reinhard Baumgärtner, einer der Initiatoren des Projektes. Die Verwirklichung der Idee war nicht einfach: Behördliche Auflagen, vor allem des Naturschutzes, haben viel Zeit und Nerven gekostet.

An jeder Station befindet sich ein begehbares Kunstwerk, das einen Erlebnisraum zu Grundfragen des Lebens eröffnet. Dort stehen auch Texttafeln mit einem kurzen Impuls, die der Hohenhaslacher Pfarrer Michael Wanner erarbeitet hat. Sie sollen zum Nachdenken anregen. Die Konzeption des Weges sei so ausgelegt, dass „weite Teile der Bevölkerung aus allen Bildungsmilieus erreicht werden können“, betont Reinhard Baumgärtner. Der Name Weitblick-Weg sei gewählt worden, da man von diesen Weinbergen einen sehr schönen Fernblick erleben kann und weil der Weg neue „Weitblicke“ auf das eigene Leben eröffnen soll, erklärt Baumgärtner.

Zum Symbol des Weges wird die erste Station: Sie stellt einen großen und leeren Kelch dar. Im Leben sei es ja immer wieder so, dass die Menschen Leere empfinden. Diese Station soll mit einem Impulstext und mit dem Blick durch einen großen Ring in den Himmel wieder hoffen lassen.

In diesem Wegbereich werden sich vier derartige Skulpturenpaare finden. Es wird jeweils ein Begriffspaar thematisiert: Trägheit und Aktivität. Der negative Begriff wird sich immer dort finden, wo es den Berg hinunter geht. Der positive Begriff wird sich dort finden, wo es den Berg hinauf geht. Die Frage, die sich stellt, ist: Wie kann ich glücklicher leben?

Die Kunstinstallation am geologischen Fenster soll einen Erlebnisraum zum Thema „Keine Zeit für Hektik“ eröffnen. In dem geologischen Fenster, wo man auf 200 Millionen Jahre Erdgeschichte schaut, befindet sich eine Uhr. Diese Uhr hat keine Zeiger. Das soll ein Impuls sein, die Zeit stillstehen zu lassen und sich von der Hektik des Alltags zu distanzieren.

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