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Coronaregeln

Die Alarmstufe gilt ab Mittwoch: Diese Regeln ändern sich

Ab diesem Mittwoch werden die Vorgaben zur Bekämpfung der Pandemie weiter verschärft. Ungeimpfte müssen mit drastischen Einschränkungen rechnen.

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Kreis Ludwigsburg. Die Coronainfektionen steigen auf immer neue Höchstwerte und die Krankenhäuser drohen überzulaufen. Deshalb zieht die Landesregierung erneut die Daumenschrauben an, um die Pandemie zu bekämpfen. Ab heute 17.November ist es so weit – dann tritt die Alarmstufe in Kraft. Damit fallen fast alle öffentlichen Aktivitäten unter den 2 G-Vorbehalt.

Wann tritt die Alarmstufe in Kraft?

Die Alarmstufe wird dann ausgerufen, wenn die Hospitalisierungsinzidenz an fünf Werktagen in Folge den Wert von 12,0 erreicht oder überschreitet oder die Auslastung der Intensivbetten in Baden-Württemberg an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen den Wert von 390 erreicht oder überschreitet. Dies ist seit Dienstag der Fall, als 424 Menschen landesweit auf den Intensivstationen der Kliniken lagen. In Ludwigsburg befanden sich neun Menschen auf der Intensivstation, in Bietigheim-Bissingen vier.

Was ändert sich, wenn die Alarmstufe ausgerufen wird?

Für Geimpfte und Genesene ändert sich nichts. Ungeimpfte können an vielen Aktivitäten des öffentlichen Lebens nicht mehr teilnehmen – auch nicht mit Test. Dies gilt etwa bei Veranstaltungen wie Theater, Oper und Konzerten, beim Besuch der meisten Kultureinrichtungen, auf Messen und Kongressen, in Freizeitparks und Sportstätten, touristischem Verkehr und der außerschulischen Bildung wie VHS-Kursen. Auch an Imbissbuden auf den Weihnachtsmärkten gilt 2G.

Wie reagieren Kulturbetriebe und Volkshochschulen?

Die Schiller-Volkshochschule hat schon Anfang November reagiert und das Optionsmodell gezogen. Dies bedeutet, dass nur Teilnehmende und Kursleitende, die gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Corona-Erkrankung genesen sind oder eine entsprechende Ausnahme darstellen, an Präsenzveranstaltungen teilnehmen können. Ausnahmen von der 2G-Regel stellen prüfungsvorbereitende Kurse sowie Integrationskurse dar. Außerdem gilt eine generelle Maskenpflicht, auch für Geimpfte oder Genesene.

Wie sieht es im Einzelhandel aus?

Hier gilt ab sofort die 3G-Regel. Das heißt, wer shoppen gehen will, muss geimpft, genesen sein oder über einen tagesaktuellen negativen Schnelltest verfügen. Den Einzelhandel stellt dies vor große Herausforderungen, wie Christoph Sprenger, Geschäftsleiter des Ludwigsburger Modehauses Oberpaur, erklärt. „Wir werden zwei unserer Eingänge schließen und an dem verbliebenen Eingang eine Einlasskontrolle durchführen“, so Sprenger. Dafür werde man zunächst auf eigenes Personal zurückgreifen. „Das ist technisch und personell eine Riesenherausforderung.“ Er befürchtet deutliche Einbußen beim Umsatz. „Das war auch beim Lockdown light so.“

Was gilt jetzt in den Restaurants und Kneipen?

Wer in Innenräumen essen möchte, der muss geimpft oder genesen sein. Ein Test, auch ein PCR-Test reicht dann nicht mehr. Der Adler in Asperg hat sich darauf schon eingestellt. „Im Restaurant gibt es schon jetzt Einlasskontrollen“, so Geschäftsführer Christian Ottenbacher. Jetzt dürften eben nur noch Geimpfte und Genesene ins Restaurant. Bei größeren Gesellschaften würde sein Haus vorab informieren, welche Regeln gerade zu beachten seien. „Aber immer noch besser, als ganz schließen zu müssen.“ Das findet auch Francesco Moro vom Restaurant La Signora Moro in Ludwigsburg. Er hofft, dass trotz der höheren Hürden weiterhin die Gäste kommen. „Viele unserer Besucher sind ohnehin geimpft.“

Welche Regeln müssen in Hotels beachtet werden?

Hier kommt in der Alarmstufe die 3G-Regel zur Anwendung. Allerdings müssen Nichtgeimpfte einen PCR-Test vorlegen, der alle drei Tage zu erneuern ist. „Wir weisen auf unserer Homepage auf die Regeln hin“, so Ottenbacher vom Hotel Adler in Asperg.

Wie sieht es in Bussen und Bahnen aus?

Der Nah- und Fernverkehr wird durch die Regelungen nicht eingeschränkt. Allerdings gilt hier eine strikte Maskenpflicht. Außerdem diskutiert die angehende Ampel-Koalition über eine 3G-Regel für Busse und Bahnen. Eine endgültige Entscheidung darüber fällt voraussichtlich am Donnerstag.

Wo gilt überhaupt noch 3G? Wer nicht geimpft oder genesen ist, der kann mit einem PCR-Test noch ins Hotel – allerdings muss dieser alle drei Tage wiederholt werden. Ins Restaurant kommt man nur noch auf die Terrasse mit PCR-Test. Drinnen ist tabu. Auch im Einzelhandel gilt 3G – hier reicht ein Schnelltest.

Welche Vorgaben werden in der Alarmstufe für Schulen gemacht?

Mit dem Eintritt in die Alarmstufe gilt automatisch wieder eine Maskenpflicht an allen Schulen – auch im Unterricht. Bislang mussten die Schülerinnen und Schüler nur in den Gängen und während der Pausen Masken tragen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden konnte. „Je eindeutiger die Regeln sind, desto einfacher lassen sie sich auch kontrollieren“, so Stefan Ranzinger, Leiter des Beruflichen Schulzentrums Bietigheim-Bissingen. Er habe schon zuvor an die Schüler appelliert, Masken zu tragen. Teilweise über Lautsprecher. Am Dienstag habe er das Kollegium informiert, dass mit Eintritt der Alarmstufe die Maskenpflicht wieder gelte wie vor den Herbstferien. Für alle – ganz gleich, ob geimpft oder nicht.

Wann ist wieder Schluss mit den strengeren Regeln?

Damit die verschärften Coronamaßnahmen außer Kraft treten, müssen die Schwellenwerte an fünf Werktagen in Folge unterschritten werden. Nach der Alarmstufe würden zunächst die Regeln der Warnstufe gelten.

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