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Abfall

Die blaue Glasbox soll kommen

Den Bürgern im Landkreis steht bei der Müllentsorgung der größte Wechsel seit der Einführung des Systems „flach und rund“ bevor. Wichtigste Änderung: Es soll eine eigene Glasbox eingeführt werden.

So sieht sie aus, die Glasbox, die zukünftig fast in jedem Haushalt stehen soll. Foto: Andrea Würth/Landratsamt
So sieht sie aus, die Glasbox, die zukünftig fast in jedem Haushalt stehen soll. Foto: Andrea Würth/Landratsamt
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Kreis Ludwigsburg. Die Weichen sind gestellt, jetzt müssen noch der Kreistag und der Aufsichtsrat zustimmen. Am kommenden Montag beraten die Kreisräte im Umweltausschuss, wie in Zukunft der Müll im Kreis Ludwigsburg entsorgt wird. Schon jetzt ist klar, dass es einige wichtige Änderungen geben wird. Denn das System „flach und rund“, das seit 1992 im Kreis angewendet wird, dürfte bald Geschichte sein.

Die neuen Tonnen

In Zukunft, so sehen es die Pläne der AVL vor, soll es eine grüne Papiertonne geben, in die Papier und Kartonage entsorgt wird. Styropor und Kunststofffolien sollen nicht mehr darin landen, sonst wäre der Aufwand, diese vom Papiermüll zu trennen, zu hoch. Diese sollen wie alle Leichtverpackungen, also Joghurtbecher, Tetrapacks und Einweg-Plastikflaschen, in die neue Gelbe Tonne kommen. Dafür entfällt die bisherige „runde“ Tonne. Streitpunkt bei den Verhandlungen der AVL mit den Dualen Systemen war lange Zeit die Entsorgung von Glas. Flaschen konnten bislang in die runde Tonne geworfen werden. Doch das neue Verpackungsgesetz sieht eine höhere Verwertungsquote vor. Die könne nicht erreicht werden, wenn Glas und Leichtverpackungen gemeinsam entsorgt würden. Deshalb hat man sich auf einen Kompromiss geeinigt. Die Bürger erhalten Ende des Jahres eine „blaue Glasbox“. Für Ein- bis Zweifamilienhäuser ist vorgesehen, dass 36-Liter-Glasboxen zur Verfügung stehen. Diese sollen alle vier Wochen abgeholt werden und dafür an die Straße gestellt werden. Große Container werden 14-tägig abgeholt.

Die Tonnengröße

In Zukunft sollen die Bürger mehr Auswahl haben. So gibt es für Papier Tonnen von 240 und 1100 Liter, ebenso für die Gelbe Tonne. Beim Glas soll es neben der 36-Liter-Box auch noch Behälter in den Größen 120, 230 und 770 Liter geben. Umstritten war zwischen AVL und Dualem System die flächendeckende Einführung von Glascontainern. Das wollte der Landkreis unbedingt verhindern. Deshalb beabsichtigt man analog dem Modell aus dem Rhein-Neckar-Kreis, die Glasbox einzuführen. Allerdings wird es auf den Wertstoffhöfen zusätzlich Container geben, um Flaschen loszuwerden.

Der Platzbedarf

In den Beratungen wurde die Befürchtung geäußert, das neue Sammelsystem habe einen größeren Platzbedarf. Allerdings muss das nicht zwangsläufig der Fall sein. Dazu drei Beispiele: An Ein- bis Zweifamilienhäuser werden Glasboxen und keine Tonnen geliefert. Es würden mit Gelber, Papier-, Bio- und Restmülltonne weiter vier Behälter vor dem Haus stehen. Die Glasbox würde im Haus zwischengelagert und bei Leerung auf die Straße gestellt. An Mehrfamilienhäusern mit derzeit drei runden Tonnen würden eine blaue Glastonne und zwei gelbe für Leichtverpackungen aufgestellt. Bei Mehrfamilienhäusern mit nun 20 runden Tonnen könnten es vier 1000-Liter-Behälter für Plastik und eine für Glas sein.

Wie geht es weiter?

Im Enzkreis, wo bislang auch das System rund und flach galt, hat der Umweltausschuss schon grünes Licht für die Umstellung gegeben. Am Montag ist der Umweltausschuss des hiesigen Kreistages dran, am Donnerstag tagt dazu der AVL-Aufsichtsrat und am 16. April soll dann der Kreistag endgültig das neue System verabschieden. Ab Oktober werden die neuen Gelben und Blauen Tonnen ausgeliefert. Das kann bis Februar 2022 dauern. Zum Teil stehen dann auch noch die alten und die neuen Behälter nebeneinander.

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