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Konzert

Die Frau am Flügel erwärmt Herzen

Zum Jubiläum des Frauenfrühstücks kommt Sefora Nelson nach Mundelsheim. Sie bezaubert mit nachdenklichen Texten und sanfter Musik ihr Publikum – schafft es aber auch, die Zuhörer zum Lachen zu bringen.

Warme Atmosphäre beim Konzert: Im Scheinwerferlicht scheint der Flügel, an dem Sefora Nelso sitzt, orangefarben. Foto: Holm Wolschendorf
Warme Atmosphäre beim Konzert: Im Scheinwerferlicht scheint der Flügel, an dem Sefora Nelso sitzt, orangefarben. Foto: Holm Wolschendorf

Mundelsheim. Zweimal im Jahr ist das Frauenfrühstück der evangelischen Kirchengemeinde ein beliebter Treffpunkt. Bei einem leckeren Buffett und verschiedenen musikalischen Darbietungen entstehen Gespräche. Zusätzlich wird jedes Mal eine Referentin eingeladen, die über ein Thema spricht, was die Frauen interessiert. Zum 25. Jubiläum dieses Frauenfrühstücks wollten die Organisatoren etwas besonderes bieten. So entstand die Idee für das Konzert mit der bekannten christlichen Liedermacherin Sefora Nelson.

Es herrschte reger Andrang auf die Käsberghalle und von den 380 bereitgestellten Stühlen blieben schließlich nur eine Handvoll frei. Noch ins Dunkel gehüllt, lief Sefora Nelson den Mittelgang entlang zur Bühne. Dort stand ein imposanter weißer Flügel für sie bereit. An dem nahm sie Platz und begann gleich zu singen: „Versagt, schon wieder versagt, und ich sagte noch, ich tu’s nie mehr“. So beginnt ihr Song „Vergeben“ aus dem 2010 erschienen sogenannten grünen Album. Das war ihre Debüt-CD und der Start ihrer Karriere.

Selbstbewusst bewegt sich Sefora Nelson auf der Bühne

Studiert hat Nelson Gesang und Theologie, für sie eine perfekte Mischung, denn Glaube und Musik sind bei ihr unzertrennlich. „Deshalb will ich auch in meinen Konzerten etwas von meinem Herzen, Leben und Glauben weitergeben“. Und doch war es anfangs nicht so einfach für sie, auf der Bühne zu stehen: „Vor Menschen zu singen, deine eigenen Lieder vorzutragen, das ist schon sehr intim“, sagte die Sängerin. Zunächst fürchtete sie diese Nähe, aber der aufmunternde Zuspruch des damaligen Publikums bewog sie weiterzumachen. Inzwischen ist diese Scheu Schnee von gestern. Sefora Nelson bewegt sich auf der Bühne und vor großem Publikum sehr selbstbewusst, weiß sich darzustellen und auch gekonnt Werbung für ihre CDs und Bücher zu machen. Gleichzeitig nimmt sie ihre Zuhörer mit auf eine Reise in das Innere des Herzens. Ihre Lieder handeln vom Suchen, von Verlust, von Trauer, von Angst aber auch immer vom Finden, von Hoffnung, Liebe und dem tiefen Glauben an Gott: „Über Jesus kommen wir zu ihm“, ruft sie ihrem Publikum zu und schafft es mit ihren ausdrucksstarken Liedern zu berühren.

Ihre Auftritte sind vorher nicht komplett geplant, spontan entscheidet sie aus dem Bauch heraus, welches Lied genau jetzt am besten geeignet ist und das singt sie dann mit ihrer klaren einfühlsamen Stimme. Aber nicht nur ihre Stimme überzeugt, es ist auch beeindruckend, wie perfekt sie sich selber am Flügel begleiten kann.

Außerdem erwies sie sich als charmante Entertainerin. Die Mundelsheimer hatte sich schnell auf ihrer Seite, einfach durch die herzige Frage, ob sie „schwäbisch schwätze dürfe“. Das tat sie dann auch voller Inbrunst, während sie aus ihrem Leben berichtete: Von ihrer italienischen Mama, die so lecker kochen kann, bei der sie in der Küche aber immer nur den Käse reiben durfte. Schmunzelnd fügte sie hinzu: „Deshalb habe ich so starke Arme“. Immer wieder baute sie Momente für befreite Lacher im Publikum ein, aber sie warf auch die gewichtigen Fragen unseres Lebens auf: Was ist wichtig? Wie wollen wir leben? Wie sollten wir miteinander umgehen? Auch darauf hatte die Sängerin Antworten.

Als Christin findet sie ihre Stärke und ihren Frieden in Jesus. „Versöhnung“ unter dieses Motto hatte sie den Konzertabend gestellt und verwies darauf, wie wichtig es sei, in Frieden mit anderen zu leben, nicht aufzugeben, immer wieder auf andere Menschen zuzugehen: „Versöhnt zu leben, ist ein großes Geschenk“.

Zwischendurch sang Sefora Nelson auch bekannte Kirchenliedertexte gemeinsam mit dem gesamten Saalpublikum und berichtete immer wieder kurz von Menschen, die ihr im Leben begegnet sind, von ihrer Freude und auch von tiefer Trauer beim Tod eines geliebten Menschen. Aber immer wieder fand sie Trost im Glauben, den sie nun weitergeben möchte. Das Publikum war restlos begeistert und danke ihr mit langanhaltendem Applaus. Für zwei Zugaben kam Sefora Nelson nochmals auf die Bühne und entließ ihre Zuhörer mit dem Song „Du hast gesagt“ aus ihrem Erfolgsalbum „Glück“ in die kalte Nacht – die Herzen der Zuhörer aber hatte sie in den gut zwei Stunden erfolgreich aufgewärmt.

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