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Landkreis Ludwigsburg

Die Grünen behaupten alle drei Wahlkreise

Der Landkreis Ludwigsburg bleibt grün. Wie bereits 2016, gewann die größere der beiden aktuellen Regierungsparteien in Stuttgart bei der gestrigen Landtagswahl die Direktmandate in den drei Wahlkreisen Ludwigsburg, Vaihingen und Bietigheim-Bissingen. CDU und SPD fielen auf ein historisches Tief.

Wählen mit Maske: En hoher Anteil von Briefwählern bei einer insgesamt schlechten Wahlbeteiligung kennzeichnete gestern den Urnengang im Kreis. Foto: Holm Wolschendorf
Wählen mit Maske: En hoher Anteil von Briefwählern bei einer insgesamt schlechten Wahlbeteiligung kennzeichnete gestern den Urnengang im Kreis. Foto: Holm Wolschendorf
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Der Generationswechsel in zwei Wahlkreisen hat den Kreis-Grünen nicht geschadet: Auch ohne ihre von der Partei selbst demontierten bisherigen Abgeordneten Jürgen Walter und Daniel Renkonen behauptete die Kretschmann-Partei ihre Spitzenposition im Landkreis unangefochten. Kreisweit errang sie 34,7 Prozent der gültigen Stimmen. Im Wahlkreis Ludwigsburg konnte Silke Gericke noch einen Punkt auf Walters Bestmarke von 2016 drauflegen und holte den Wahlkreis mit 34,6 Prozent. Ein neues Gesicht vertritt auch den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen im künftigen Landtag: Tayfun Tok gewann 34,2 Prozent der gültigen Stimmen. Das beste Grünen-Ergebnis erzielte mit Markus Rösler allerdings ein Platzhirsch, der im Wahlkreis Vaihingen 34,9 Prozent für die Grünen holte.

Die Union büßte in allen drei Wahlkreisen weiter an Boden ein. Besonders in den Städten wurde die Christdemokraten von den Grünen regelrecht abgehängt – lediglich Konrad Epple konnte sich in seiner Heimatstadt Ditzingen einigermaßen halten. Ausgesprochen bitter für die CDU im Landkreis von Annemarie Griesinger, Lothar Späth, Matthias Wissmann und Günther Oettinger: Sie verlor auch in der Fläche weiter und hat nur noch in zwei kleinen Neckartalgemeinden – Hessigheim und Mundelsheim – die Nase vorn.

Dramatisch schlecht ist aber auch das Abschneiden der SPD: Nur der junge Remsecker Colin Sauerzapf hielt die Sozialdemokratie mit 12,1 Prozent wenigstens auf dem dritten Platz im Wahlkreis Ludwigsburg. Dagegen fiel sie in den Wahlkreisen Vaihingen und Bietigheim hinter die FDP auf Rang vier zurück. Selbst in Städten wie Ditzingen oder Vaihingen blieb die Sozialdemokratie sogar im einstelligen Bereich stecken.

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Nur bedingt profitieren konnte von der Schwäche der klassischen Volksparteien die FDP – das prozentual beste Ergebnis holte Stefanie Knecht in Ludwigsburg mit 11,2 Prozent, Roland Zitzmann lag in Vaihingen mit 11,1 Prozent fast gleichauf. Insgesamt ist das FDP-Ergebnis im Kreis besser als im Land.

Zu den Verlierern gehört dagegen die AfD, die um über fünf Prozent abstürzte, damit in allen drei Wahlkreisen im einstelligen Bereich landete und kreisweit von der vor fünf Jahren stärksten zur jetzt schwächsten Oppositionspartei wurde.

Signifikant schwach ist allerdings auch die Wahlbeteiligung: Sie liegt in allen drei Wahlkreisen unter 70 Prozent. Nur die Nichtwähler halten damit mit den Grünen Schritt – und werden immer mehr.

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