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Umzug

Die Narren feiern im Akkord

Besucherzahl im Durchschnitt – 35 Vereine aus dem Großraum Stuttgart mit von der Partie

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Auch viele Besucher verkleiden sich zum Teil aufwendig.

Murr. Der Murrer Faschingsumzug erwies sich am Sonntagnachmittag wieder mal als farbenfrohes Spektakel. Wegen des vollen Terminkalenders müssen die Narren in diesem Jahr im Akkord feiern.

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Großer Faschingsumzug in Murr

Dass in der Murrer Ortsmitte ein echtes Großereignis stattfindet, deutet sich schon im Gewerbegebiet an. Obwohl die Betriebe und Geschäfte geschlossen haben, wird die Parkplatzsuche zur echten Herausforderung, in den Außenbezirken setzen sich regelrechte Fußgängerströme in Richtung Zentrum in Bewegung.

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Vor der Gaststätte Ziegelhütte hat die Polizei die Hindenburgstraße gesperrt. In der Regel beziffern die Beamten die Zahl der Besucher auf 20 000 bis 30 000. Eine offizielle Schätzung gebe es zwar noch nicht, sagt ein Polizist an der Straßensperre. Er sei aber schon häufig beim Umzug in Murr gewesen, kann das Besucheraufkommen daher gut einschätzen. „Der Zulauf ist gut, aber nicht außergewöhnlich. Der Besuch dürfte eher im Durchschnitt der vergangenen Jahre liegen.“

Die Menschen – auch viele Besucher sind verkleidet – zieht es vor allem in die Hindenburgstraße. Der Faschingsumzug wird schon in wenigen Minuten durch die Murrer Hauptverkehrsachse ziehen, im Neuen Weg warten die Narren auf den Startschuss.

Angeführt wird der beeindruckende Lindwurm vom Gastgeber, den Carnevalsfreunden Murr. Laut Vizepräsidentin Sibylle Szüsz sind in diesem Jahr 35 Vereine aus dem Großraum Stuttgart mit von der Partie, etwas weniger als sonst. Szüsz begründet diese etwas schwächere Resonanz mit der aktuell ausgesprochen kurzen Kampagne. „In diesem Jahr ballt sich sehr viel an sehr wenigen Wochenenden.“

Bis zum Aschermittwoch müssen die Narren sozusagen im Akkord feiern. Parallel finde heute etwa der Umzug in Ellhofen statt. „Normal wären wir jetzt in Ellhofen, aber das lässt sich einfach nicht einrichten“, meint die Vizepräsidentin. Dass die Carnevalsfreunde ihren eigenen Umzug verpassen, geht nun wirklich nicht.

Szüsz setzt ihre Hoffnungen auf das kommende Jahr. Dann bleibt mehr Zeit zum Feiern – und bei den Carnevalsfreunden stehen gleich zwei Jubiläen auf dem Programm: Einerseits das 44-jährige Vereinsbestehen, andererseits wurde vor elf Jahren die Symbolfigur „Murr’mer Narr“ ins Leben gerufen. Angesichts dieses Doppeljubiläums wollen es die Carnevalsfreunde 2019 ordentlich krachen lassen. „Jubiläumsumzüge werden gerne besetzt“, so die Vizepräsidentin. „Deshalb hoffe ich, dass wir nächstes Jahr wieder mehr Teilnehmer haben.“

Freilich kann sich auch das aktuelle, leicht abgespeckte Aufgebot durchaus sehen lassen. Die Narren lassen sich nicht lumpen und bieten den aus allen Himmelsrichtungen herbeigeströmten Besuchern ein farbenfrohes Spektakel mit fantasievollen Kostümen und fetziger Guggenmusik, von vielen Wagen schallen technoide Faschingshits.

Wer gekommen ist, unterstützt die Veranstaltung mit Begeisterung. Beispielsweise der Carnevals-Club aus Unterweissach. Etwa 30 Tanzmariechen trotzen den eher winterlichen Temperaturen und legen eine flotte Sohle auf den Asphalt. „Wir sind schon zum zehnten Mal dabei, nach dem Umzug ist der Auftritt in der Gemeindehalle für unsere Junioren- und Minigarde ein fester Bestandteil des Jahreskalenders“, sagt Elferrat Christian Gerlich. Seine Truppe schätze besonders die familiäre Atmosphäre in Murr. „Wir kommen immer wieder gerne hierher, es ist einfach der schönste Umzug in der Gegend.“