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Die Perlen der Rockgeschichte im Bürgerhaus

„Poems on the rocks“ eröffnen das Kulturprogramm – Musik von Dire Straits, Jethro Tull bis Red Hot Chilli Peppers oder Depeche Mode

„Poems on the rocks“ spielen in Möglingen. Foto: Andreas Essig
„Poems on the rocks“ spielen in Möglingen. Foto: Andreas Essig

Möglingen. Perlen der Rockgeschichte ins Deutsche übersetzt und von Livemusik begleitet, begeisterten die Zuhörer im Möglinger Bürgerhaus. „Poems on the rocks“ machte den Auftakt des Kulturprogramms der Gemeinde.

Die Schläfen der Bandmitglieder sind überwiegend grau. Es sind fast alle Profimusiker, die die Klassiker der Musikgeschichte covern. Die Dire Straits, Jethro Tull, die Red Hot Chilli Peppers oder Depeche Mode und wie sie sonst alle heißen. Auch David Bowie, Chris Rea, Peter Gabriel, Sting. Alles Künstler, die was zu sagen hatten, eine Botschaft. Fast 20 Titel standen auf der Setlist. Über zwei Stunden dauerte das Konzert, die Pause exklusive.

Jo Jung hat dagegen so gut wie gar keine Haare mehr auf dem Kopf. Der professionelle Sprecher und Schauspieler hat die Texte aus dem Englischen zusammen mit dem Manager Gerald Lemke übersetzt. Auch wenn er fast wie ein Geistlicher ganz in schwarz gekleidet ist, predigt er sie nicht einfach nur. Mit diabolischem Lachen inszeniert er die Songs, während die Band das Lied dazu leise im Hintergrund anspielt, um später dann mit voller Wucht einzusteigen. Zornig ist er und frech, melancholisch und zärtlich. Er passt sich stimmlich den Stimmungslagen an.

Jörg Krauss singt die Songs. Er ist als Handwerker der einzige Amateur der Gruppe. Für die Vocals im Hintergrund sorgen Jo Jung selbst und der Bassist Andy Kemmer. Daneben sind noch Edgar Müller an den Keyboards, Helmut Kipp am Schlagzeug sowie Christoph Berner verdammt nah dran am Original. Krauss und Jung sind dabei wie zweisprachige Zwillinge. Die anderen lassen die Instrumente sprechen.

„Poems on the rocks“ gründeten sich 2003 und standen schon mit ganz Großen wie Eric Burdon oder oder Level 42 auf der Bühne. Sie bieten eine poetische Zeitreise durch die Rockgeschichte. Die Titel, die sie aussuchten, klingen jedem in den Ohren, jeder kann die Refrains mitsingen, kaum einer kennt aber die Texte, hat sie in Gedanken für sich übersetzt. Das nimmt die Gruppe dem Publikum ab.

Sie sagen von sich, sie hätten das Konzept erfunden und entwickelt. Dass das Format „Lyrics“, mit dem der SWR tourt und Teile seines Programms bestreitet, ein Ableger ihrer Idee sei – freundlich ausgedrückt. „Wir sind das Original“.

„Vergesst nie, hörte ich meinen Vater sagen, jede Generation hat seine Art, sein Bedürfnis nach Ungehorsam. Ein Bedürfnis anderer Meinung zu sein, wenn Regeln im Weg stehen.“ Wer hat’s gesungen? Joe Cocker „N’oubliez jamais.“

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