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Fischerstechen

Diesmal wird nicht nur der Verlierer nass

Auch die Veranstalter des Neckarremser Straßenfests hatten am Sonntag mit widrigen Witterungsverhältnissen zu kämpfen. Das Fischerstechen fand in diesem Jahr im Dauerregen statt, war aber trotzdem heiß umkämpft.

Viele Besucher kommen auf das Neckarremser Straßenfest – und stellen sich bei Regen dann eben einfach mit Schirm ans Ufer, um beim Fischerstechen zuzuschauen. Fotos: Andreas Essig
Viele Besucher kommen auf das Neckarremser Straßenfest – und stellen sich bei Regen dann eben einfach mit Schirm ans Ufer, um beim Fischerstechen zuzuschauen. Foto: Andreas Essig
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Remseck. „Wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut, um unseren Gästen zwei tolle Tage auf dem Straßenfest zu bieten“, sagte Jürgen Geiger von der Freiwilligen Feuerwehr Remseck, als er am Samstag das Publikum des Neckarremser Straßenfests begrüßte. Für Spiel, Spaß, Unterhaltung und auch für das leibliche Wohl sei bestens gesorgt, versicherte Geiger.

Für gutes Wetter dagegen weniger, was sich natürlich nicht den Veranstaltern ankreiden lässt. Sie haben sich tatsächlich viel Mühe gegeben und die Promenade an der Rems auch bei der 46. Auflage in eine kunterbunte Festmeile verwandelt. Wer von der Baustelle am neuen Rathaus in den Stadtteil spaziert, kommt zunächst an einigen Schießständen, Süßigkeitenverkäufern und dem Kinderkarussell vorbei. Weiter in Richtung Ortskern servieren dann elf Vereine und Institutionen diverse Spezialitäten.

Obwohl es immer wieder nass vom Himmel herunterkommt, ist Geiger am Sonntagnachmittag nicht unzufrieden mit der Publikumsresonanz. „Das Mittagessen ist ganz gut gelaufen“, so der Vorsitzende des Festausschusses. Jedes Jahr übernimmt ein anderer Verein die Hauptkoordination, in diesem Jahr ist die Feuerwehr federführend verantwortlich.

Am frühen Nachmittag lichten sich die Reihen etwas, das Kübelesrennen wird kurzfristig abgesetzt. „Keine Teilnehmer“, sagt Geiger. Groß ist die Konkurrenz dagegen beim Fischerstechen, das um 15 Uhr unter der Remsbrücke startet. Wie in den Vorjahren haben sich acht Teilnehmer angemeldet, freut sich Moderator Günther Glock vom Obst- und Gartenbauverein Neckarrems und gibt den Startschuss für die Gaudiveranstaltung, bei der jedes Duell für zumindest einen der Kontrahenten mit einem unfreiwilligen Sprung in die Rems endet.

Auch eine junge Dame aus Codlea, der rumänischen Partnerkommune, mischt mit. Sie ist mit einer fast 20-köpfigen Delegation aus Siebenbürgen ins Ländle gereist, gerade kehrt die Gruppe von einem Ausflug ins idyllische Schorndorf zurück. „Da ist echte Frauenpower am Start“, meint der Moderator. Auch eine junge Remseckerin hat sich angemeldet. Die beiden Damen treffen auf ein erlesenes Teilnehmerfeld und bekommen es mit zwei Männern zu tun, die das Fischerstechen in der Vergangenheit bereits einmal oder sogar zweimal gewinnen konnten.

„Das war ja schnell vorbei“, wundert sich Glock, als die Verlierer der ersten beiden Duelle jeweils nach wenigen Sekunden das Gleichgewicht verloren und sich in die Rems verabschiedet haben. Doch die Aufeinandertreffen werden schnell spannender, es wird erbittert um Sieg oder Niederlage gerungen.

Nach der leichten Flaute nach der Mittagspause lockt das Fischerstechen auch wieder deutlich mehr Besucher in die Ortsmitte: Als die feuchtfröhliche Gaudi beginnt, haben sich die Ränge auf der Neckarbrücke und an den umliegenden Böschungen gut gefüllt – das Neckarremser Straßenfest ist offensichtlich auch bei eher abschreckenden Wetterbedingungen ein Publikumsmagnet.

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