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Insolvenz

DLW-Zukunft: Entscheidung bis Monatsmitte

Bis Mitte Januar wird sich entscheiden, wie es beim traditionsreichen Bodenbelag-Hersteller DLW weitergeht. Das kündigte ein Sprecher des angeschlagenen Unternehmens auf Anfrage an.

Bietigheim-Bissingen. Zum 2. Januar wurde das Insolvenzverfahren für die drei Unternehmen eröffnet, die im Mai 2015 gegründet wurden, als DLW von der niederländischen Industrieholding Fields übernommen wurde. Neben der operativen Gesellschaft DLW Flooring sind das die DLW International als Dachgesellschaft und die DLW Property, die die Grundstücke verwaltet. In allen drei Fällen bleibt die Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren bestehen. Die Geschäftsführung um Hans-Norbert Topp, der erst im März als Sanierer nach Bietigheim gekommen war, hat also weiter die Fäden in der Hand.

Für das Unternehmen, das am Stammsitz in Bietigheim noch rund 360 Mitarbeiter und weitere 280 in seinem Linoleum-Werk im niedersächsischen Delmenhorst beschäftigt, drängt die Zeit. Denn zum Jahreswechsel ist auch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit ausgelaufen. Die Personalkosten muss DLW nun wieder in vollem Umfang selbst tragen.

Schon im November hatte das Unternehmen angekündigt, nach einem neuen Investor suchen zu wollen, nachdem Fields sein Engagement offenbar nach nur etwas mehr als zwei Jahren beenden will. Zuvor hatte DLW zum US-Konzern Armstrong gehört. Der hatte 2015 seiner deutschen Tochter den Geldhahn zugedreht, nachdem DLW über Jahre hohe Verluste geschrieben hatte. Schon vor dem neuerlichen Insolvenzantrag im Herbst letzten Jahres hatte DLW eine Sanierung begonnen. Wie weit die Früchte tragen, ist derzeit offen – auch wenn Topp noch im November verlauten ließ, dass die Sanierung „voll im Plan“ liege. (jüs)