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Mobilität

E-Autos im Kreis: Sprung in einem Jahr von 899 auf 1467

Für den Kauf von Elektroautos gibt es eine Prämie – das Interesse daran ist im Land aber mäßig. Im Landkreis Ludwigsburg bevorzugten Käufer meist die nicht geförderten Vollhybriden gegenüber den förderfähigen Plugin-Hybriden.

In Südwesten sind nach Ansicht des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes die Zahlen für neu zugelassene Elektro-Pkw zu niedrig. Foto: Edith Geuppert/dpa
In Südwesten sind nach Ansicht des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes die Zahlen für neu zugelassene Elektro-Pkw zu niedrig. Foto: Edith Geuppert/dpa

Stuttgart/Ludwigsburg. Im ersten Monat der Verlängerung ist die Elektroprämie auch in Baden-Württemberg auf keine große Resonanz gestoßen. Im Juli habe es 850 Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gegeben – das sei ein durchschnittliches Ergebnis, so Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg.

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„Wir gehen davon aus,
dass für fast alle dieser E-Autos
eine Förderung beantragt wurde.“

Torsten Treiber
Obermeister KfZ-Innung RegionStuttgart

Im Landkreis Ludwigsburg sind nach Angaben der Kraftfahrzeuginnung (KfZ-Innung) Region Stuttgart im Juli 51 Elektroautos neu zugelassen worden. Vor einem Jahr hatte die Zahl bei 47 gelegen. „Wir gehen davon aus, dass für fast alle dieser E-Autos eine Förderung beantragt wurde“, sagt Obermeister Torsten Treiber. Starke Zuwächse gibt es bei den Hybridfahrzeugen: Deren Zulassungszahl lag vor einem Jahr im Juli bei 81, jetzt wurden 131 erreicht. Allerdings wuchs der Bestand bei den förderfähigen Plugin-Hybriden (die auch über das Stromnetz aufgeladen werden können) im Kreis im Juli nur um 21. „Da ist die Wahl der meisten Käuferinnen und Käufer auf die nicht geförderten Vollhybriden gefallen, bei denen es keine Reichweitenangst gibt“, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher.

Rund 3,2 Millionen Euro Fördergelder seien im Juli in den Südwesten geflossen, mit denen sich Käufer den Erwerb von Elektro- und Hybridfahrzeugen unterstützen ließen. Baden-Württembergs Anteil an den Förderungen habe im Juli 16,2 Prozent betragen. Weiterhin fehlten nachhaltige Impulse, das Interesse anzukurbeln. Insgesamt habe es seit Juni 2016 rund 22 000 finanzielle Unterstützungen für den Kauf neuer Elektro- und Hybridfahrzeuge gegeben, fasst das Kraftfahrzeuggewerbe die Entwicklung in einer Pressemitteilung zusammen.

Ziegler sagte, auch die Neuzulassungszahlen der Elektro-Pkw seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. 6129 Neuzulassungen von Januar bis Ende Juli dieses Jahres seien zwar eine Verdoppelung der Ergebnisse im vergleichbaren Zeitraum 2018; der Anteil der Stromer an den Neuzulassungen im ersten Halbjahr habe im Südwesten dennoch nur bei rund zwei Prozent gelegen. Hybride seien in dem Zeitraum beliebter gewesen und stellten rund 6,7 Prozent. Im Landkreis Ludwigsburg lag die Gesamtzahl der Neuzulassungen bis Ende Juli bei Elektro-Pkw bei 413, bei den Hybrid-Pkw bei 779. Aktuell liegt der Bestand bei 1467 E-Autos (Juli 2018: 899), 2703 Vollhybriden (Vorjahr: 1717) und 846 Plugin-Hybriden (Vorjahr: 611).

„So einfach, wie es sich die Politik vorstellt, zu einem größeren Elektroauto-Bestand zu kommen, ist es nicht“, so Ziegler weiter. „Es fehlt ein Gesamtkonzept, das die Ansprüche und Bedürfnisse der Kunden berücksichtigt sowie eine Optimierung der Rahmenbedingungen. So werden zwar Ladesäulen installiert, aber meist solche zum Langzeitladen und keine Schnellladesäulen. Das wirkt halbherzig.“

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