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Impf-Helfer

Ehrensache und Freude zugleich

Vor sechs Wochen haben sich 200 Menschen in Besigheim im mobilen „Pop-up-Impfzentrum“ in der Alten Kelter gegen Corona immunisieren lassen. Nun ging es am Samstag in die zweite Runde. Der Impfstoff wurde nun sogar 218 Personen verabreicht. Für die zahlreichen Helfer vor Ort ist der Termine Ehrensache und Freude zugleich.

Besigheim. Die Bekämpfung von Corona ist schon länger in der Kommunen angekommen. So konnten sich auch in Besigheim bereits vor sechs Wochen Ältere in der Stadthalle impfen lassen. Verabreicht wurde dabei das Vakzin Comirnaty von Biontech/Pfizer. Die 200 Impflinge erhielten nun ihre zweite Spritze, hinzu kamen 18 Erstlinge. Die Folgeimpfung für diese Personen wird im Kreisimpfzentrum in Ludwigsburg stattfinden.

Die Aktion lief jedes Mal reibungslos – beim zweiten Termin ging sogar schneller. „Es entfiel schließlich das Aufklärungsgespräch“, sagte Axel Homma. Er ist Bereitschaftsleiter des Besigheimer Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes. Zusammen mit der Stadtverwaltung, der Freiwilligen Feuerwehr, dem Bauhof sowie der örtlichen Polizei sorgten sie dafür, dass die Menschen ihre Spritze erhielten. Mitarbeiter des Quartiermanagements und des Spvgg-Fitkoms waren für die Anmeldung zuständig und einige Stadträte halfen bei der Einlasskontrolle. So konnten die drei mobilen Impfteams richtig loslegen. Koordiniert wurde das Ganze von Sabine Keller, Leiterin des Haupt- und Ordnungsamts in Besigheim. Bürgermeister Steffen Bühler lud die fleißigen Helfer am Ende noch coronakonform auf einen Sekt ein.

Für Axel Homma ist die Motivation sehr groß. Er arbeitet hauptberuflich im Gesundheitswesen und sah schon viele Menschen, die beatmet werden mussten. Da war es für ihn Ehrensache, sich einzusetzen. „Seit einem Jahr geht es nur noch um Corona“, sagte er. Mit vereinten Kräften wolle er dazu beitragen, dass das Virus immer weniger Bedeutung in der Welt habe und wieder mehr Aktivitäten möglich seien.

Vom DRK waren in der Alten Kelter Susann Winkler, Rahel Winkler, Schem Winkler, Dr. Franziska Stumm, Corinna Wild, Matthias Merle, Dr. Anna Merscher und der zweite Vorsitzende des Ortsvereins, Ralf Tschritter, dabei. Sie zogen zuerst die Spritzen auf, damit die Ärzte sie nutzen konnten. Neuerdings erlaubt das Kreisimpfzentrum Ludwigsburg die Verwendung von sieben Dosen eines Behälters Comirnaty, sofern man diese Menge herausziehen kann. Auch für die Nachbetreuung war das DRK zuständig. „Da gab es keinerlei Vorfälle“, so Homma. Ebenfalls mit Eifer dabei war Susann Winkler. „Die Freude und Dankbarkeit der Senioren ist wirklich schön“, meinte sie. Als Lehrerin sieht sie zahlreiche Fälle von Long-Covid bei Jugendlichen. Dem will sie entgegenwirken und hofft, dass die Impfung nun bald bei Jugendlichen beginnen kann. Doch noch stehen die älteren Menschen im Fokus.

Um sie in die Alte Kelter zu bringen, war auch die Muskelkraft der DRK-Mitarbeiter gefragt: Eine Frau um die 90 holten sie aus ihrer Wohnung ab, „wir haben sie samt ihrem Rollstuhl aus dem Haus getragen und in die Kelter gebracht“, sagte Homma. Dort wurde sie geimpft und unterhielt sich mit dem Personal so gut, dass sie sich kaum loseisen konnte. Für sie sei die Abwechslung so gut gewesen wie eine Reise nach Honolulu, habe sie immer wieder gesagt. Später brachte das DRK sie zurück in ihre Wohnung. Die strahlenden Augen der alten Dame werden Axel Homma und seine Mitstreiter so schnell nicht mehr vergessen.

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