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Menner-Geburtstag

Ein böser Sketch und seine Folgen

Das Duo „Die Breddlesdabb’r“ ist bei der Feier zum 75. Geburtstag von Alt-Schultes Siegfried Menner aufgetreten und hat auf Beamte geschimpft. Jetzt sind einige Leute verärgert.

Erdmannhausen. Haben sich die Breddlesdabb’r Gudrun Ritz-Schmidt und Willi Ritz im Ton vergriffen? Diese Frage steht seit Freitagabend im Raum. Was war geschehen?

Die Gemeinde hatte in der Halle auf der Schray einen Empfang für den Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Siegfried Menner anlässlich seines 75. Geburtstages ausgerichtet (unsere Zeitung berichtete). Familienmitglieder, Bürger und viele Ehrengäste sowie Offizielle, darunter Schulteskollegen aus den umliegenden Städten und Gemeinden, waren zum Feiern und Gratulieren gekommen. Das geschah mit launigen Reden, Grußworten und einem musikalischen Programm.

Schließlich kamen auch noch die beiden Breddlesdabb’r auf die Bühne, um in einem Sketch Anekdoten über Siegfried Menner zum Besten zu geben.

Bürgermeisterin Brigit Hannemann hatte mit Ritz und seiner Ehefrau von der örtlichen Theatergruppe folgenden Ablauf abgesprochen: Die beiden sollten als Putzfrau und Hausmeister im Rathaus ein Tagebuch finden und darin lesen. Dort erfahren sie reichlich Amüsantes über den zunächst unbekannten Schreiber, beispielsweise wie er mal für seinen Schwager, einen Landwirt in Erdmannhausen, ein Güllegespann durch den Ort lenkte und dabei vergessen hatte, das Fass zu verschließen. Er handelte sich mächtig Ärger ein.

Von Menner gibt es noch weitere lustige Geschichten, der Alt-Bürgermeister kann sie selbst stets humorvoll erzählen. Was die Breddlesdabb’r schließlich daraus gemacht hatten, verärgerte die Bürgermeisterin, die sich noch am Abend bei Jubilar Menner entschuldigte.

Willi Ritz als Hausmeister wetterte nämlich in langen Schimpftiraden über faule Politiker und Beamte und ließ auch den Bürgermeister, dessen Fleiß zuvor ausgiebig gewürdigt worden war, nicht außen vor. Im Publikum gab es Kopfschütteln, Fassungslosigkeit und betretene Mienen, einer kommentierte das Geschehen als blamabel.

„So habe ich mir das nicht vorgestellt. Ich habe mich geschämt“, sagt Birgit Hannemann unserer Zeitung. Der Sketch sollte Menner eigentlich charakterisieren, was gehörig danebengegangen sei.

„Die Breddlesdabb’r haben sich ganz klar im Ton vergriffen“, meint auch der CDU-Kreisrat, Gemeinderat und einstige stellvertretende Erdmannhäuser Bürgermeister, Horst Stegmaier. Er fordert Willi Ritz auf, sich bei Siegfried Menner, der mit diesem Programmpunkt alles andere als glücklich war und gute Miene zum bösen Spiel machte, zu entschuldigen.

Willi Ritz zeigt sich erstaunt über die Reaktionen. Er habe eigentlich gedacht, Siegfried Menner, verstehe den Spaß und solche Sprüche, meint er auf Nachfrage unserer Zeitung. Ein Sketch sollte ja schon etwas überzogen sein, so Willi Ritz, räumt aber ein, dass das alles wohl unglücklich gelaufen sei. Er sei jederzeit zu einem Gespräch mit Siegfried Menner und zu einer Entschuldigung bereit, meint Ritz.

Den Sketch mit dem Tagebuch hätten sie schon des Öfteren zugeschnitten auf den jeweiligen Jubilar aufgeführt und er sei immer gut angekommen. Ritz gibt aber zu, dass er den offiziellen Charakter des Abends wohl unterschätzt habe.