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Wahl

Ein Physiker will ins Rathaus

Georg Kobiela geht als dritter Kandidat um den Beilsteiner Bürgermeistersessel ins Rennen – Ehemaliger Pfadfinder

Legt man das Ergebnis des ersten Wahlgangs zugrunde, so gibt es am Sonntag einen Zweikampf zwischen den Kandidaten Georg Kobiela und Barbara Schoenfeld. Archivfotos: privat
Legt man das Ergebnis des ersten Wahlgangs zugrunde, so gibt es am Sonntag einen Zweikampf zwischen den Kandidaten Georg Kobiela und Barbara Schoenfeld. Foto: privat
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Beilstein. Es wird spannend: Als dritter Kandidat für die Beilsteiner Bürgermeisterwahl am 14. März hat nun Georg Kobiela seinen Hut in den Ring geworfen. Was ihn dazu bewogen hat? „Ich möchte für und mit meiner Heimatstadt etwas gestalten, ihr etwas zurückgeben“, antwortet Kobiela, der in Beilstein aufgewachsen ist, pathetisch. Denn nach wie vor fühle er sich mit Beilstein stark verbunden. Beruflich haben den 39-Jährigen seine Wege indes längst anderswo hingeführt.

So ist Kobiela derzeit am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie tätig. Zuvor arbeitete er bis 2014 als technischer Kundenbetreuer in der Entwicklungsabteilung eines Stuttgarter Automobilzulieferers. Das Institut gehöre zu den führenden Denkfabriken der Zukunftsgestaltung für nachhaltige Gesellschafts- und Wirtschaftsmodelle, stellt der promovierte Physiker seinen momentanen Arbeitsplatz vor.

Diese Expertise könne er als Bürgermeister für Beilstein einbringen. Aus diesem Grund sieht er sich auch als geeignet für das Amt an. Zumal er im Rahmen seiner Tätigkeit mit Kommunalverwaltungen und Ministerien zusammengearbeitet hat. Dadurch habe er Einblick in deren Arbeit bekommen, so Kobiela. Ein ausgebildeter Verwaltungsmann ist er ebenso wie seine Mitbewerber Gottfried Göbbel und Barbara Schoenfeld nicht. Durch sein Zweitstudium in Politik und Wirtschaft verfüge er jedoch nicht allein in Physik und Chemie über Wissen, betont Kobiela.

Aus Beilstein weggezogen sei er einzig und allein, um kurze Wege zu seinen Arbeitsstellen zu haben, merkt Kobiela an, der für das Bürgermeisteramt zusammen mit seiner Partnerin in seine Heimatstadt zurückkehren würde. Durch seine Eltern, die nach wie vor in Beilstein wohnten, sowie seinen Bruder und Freunde, die ebenfalls in der Nähe lebten, habe er den Bezug zu Beilstein nie verloren und sei häufig dort vor Ort. Ein Unbekannter dürfte er in Beilstein ebenfalls nicht sein. Schließlich engagierte sich Kobiela bei den örtlichen Pfadfindern ehrenamtlich, die er „mitaufgebaut und großgemacht hat“. Auch auf Bundesebene sei er als stellvertretender Vorsitzender bei den Pfadfindern aktiv gewesen und habe in dieser Funktion rund 450000 Mitglieder geführt, berichtet Kobiela.

Und was möchte er konkret im Falle seiner Wahl für Beilstein tun? Er wolle ein „schlüssiges Mobilitätsgesamtkonzept“ entwickeln, erklärt Georg Kobiela, mit einer ortsentlastenden Straße, einer Bahntrasse, einer besseren Anbindung der Teilorte an den öffentlichen Nahverkehr und einem Fernradweg.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wolle er sich zudem dem Thema Energie und Wärmeversorgung annehmen. Eine wichtige Komponente dabei sei etwa Nahwärme, gerade für neu zu entwickelnde Wohngebiete, aber auch das Thema Bürgerenergie durch beispielsweise mehr Photovoltaikanlagen. „Nachhaltigkeit erschöpft sich allerdings nicht in Klima und Energie. Dazu gehört auch langfristiges Denken“, erläutert Kobiela mit Blick auf einen „soliden Gebäudebestand“ der Kommune für Kinderbetreuung, Pflege und Schulen ebenso wie auf eine „sinnvolle Wirtschaftsförderung“.

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