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Eine Bahnunterführung, die noch keine ist

Der Anschluss des Tunnels an die Wege zur Hälde beginnt erst Anfang November – Bauunternehmen muss nacharbeiten

Die Fertigteile waren im Sommer zu spät geliefert worden. Archivfoto: A. Essig
Die Fertigteile waren im Sommer zu spät geliefert worden. Foto: A. Essig

Hemmingen. Fertiggestellt ist nicht gleich fertiggestellt – das zeigt sich dieser Tage auch in Hemmingen. Denn das „Eisenbahnüberführungsbauwerk“ zwischen der Schlossgartenstraße und dem Neubaugebiet Hälde erfüllt seit seiner ohnehin schon verspäteten Freigabe nur die Funktion, die das Behördendeutsch beschreibt. Die Strohgäubahnen rollen seit dem 7. Oktober zwar wieder, nachdem die Gleise eingebaut wurden – doch das ursprüngliche Bauziel, eine Unterführung für Fußgänger und Radler, erfüllt das Bauwerk derzeit noch nicht. Noch immer ist der Weg gesperrt, zudem stehe in der Senke das Wasser, brachte Jürgen Arnold (CDU) das Thema ganz am Ende der Sitzung des Technischen Ausschusses noch auf die Tagesordnung.

Doch dass die Unterführung noch nicht gleich genutzt werden kann, war für die Gemeindeverwaltung von vornherein klar, ging aus den Ausführungen von Bürgermeister Thomas Schäfer hervor. Zumal die mit der Herstellung der Wegeanbindungen beauftragte Firma aus Rutesheim derzeit auch die Straßenschäden in der Hälde wie geplant sanieren soll. Erst wann das abgeschlossen ist, komme ab Anfang November der Bau der Treppen und der barrierefreien Rampe von der Eisenbahnstraße her dran.

Im Auftragsumfang enthalten ist auch die Herstellung der Abflüsse und Rinnen in der Senke, wo derzeit nach Regenfällen das Wasser stehe. Das habe laut Arnold ebenfalls schon Verwunderung bei so manchem Bürger hervorgerufen. Doch auch das ist für die Gemeindeverwaltung nicht überraschend. Bis zu 30 Zentimeter hoch könne das Wasser nach Starkregen stehen, das habe eine topografische Auswertung schon früh ergeben, und darauf seien auch die Gemeinderäte bei den Beratungen für den Tunnel hingewiesen worden. Aus Sicht der Ortsbaumeisterin Sonja Widmann ist das aber nicht problematisch, da sich bei solch starken Regenfällen ohnehin niemand draußen aufhalte. Man überlege aber, entsprechende Warnschilder aufzustellen.

Schlamperei am Bau

Eine böse Überraschung gab es dann aber doch, wieder im Zusammenhang mit jener Baufirma, die schon die Betonfertigteile trotz langem Vorlauf nicht rechtzeitig geliefert hatte. Und zudem schlampig gearbeitet, denn laut Widmann weise die Betonoberfläche Abplatzungen und Maßungenauigkeiten auf, weshalb man das Bauwerk noch nicht abgenommen habe.

Wegen der nötigen Nacharbeiten hätte sich das Unternehmen schon längst bei der Gemeinde melden müssen, das aber nicht getan. Dafür wurde der Subunternehmer aktiv, der die Arbeiten auch ausführen wird. Immerhin: Eine Rechnung über den Bau ist noch nicht eingereicht worden. Denn darüber müsse ohnehin noch verhandelt werden, schließlich wird die Gemeinde wegen des fünf Wochen länger nötigen Busverkehrs Schadenersatz fordern. Das ist aber erst der nächste Schritt für Widmann. „Nun steht erstmal die bauliche Fertigstellung im Vordergrund.“

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