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Sternsinger

Eine Sonderschicht für Kretschmann

Affalterbacher Gruppe der Heiligen Drei Könige wird vom Ministerpräsidenten im Neuen Schloss in Stuttgart empfangen

Gruppenbild vor dem Start: Seit gestern Nachmittag sind die Sternsinger unterwegs, sammeln Geld und schreiben den Segen an die Tür. Foto: Oliver Bürkle
Gruppenbild vor dem Start: Seit gestern Nachmittag sind die Sternsinger unterwegs, sammeln Geld und schreiben den Segen an die Tür. Foto: Oliver Bürkle

Affalterbach. Diese Sonderschicht legen die Affalterbacher Sternsinger gerne ein. Am Montag werden sie zusammen mit acht anderen Gruppen aus ganz Baden-Württemberg von Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Stuttgarter Neuen Schloss empfangen.

Seit gestern Nachmittag sind sie wieder unterwegs: Caspar, Melchior und Balthasar. Die drei heiligen Könige folgen dem Stern. Mit dabei ein Erwachsener, der mit deren Initialen den Segen an den Türstock schreibt: „20 * Christus Mansionem Benedicat *19“ – Christus segne dieses Haus.

Krone kaschiert Wollmütze

Unter dem königlichen Gewand tragen sie ihre Skisachen und Winterstiefel, goldene Krone und der geflochtene Turban kaschieren die wärmende Wollmütze. Jede der vier Gruppen hat an den drei aufeinanderfolgenden Tagen ihr Revier. „Wir werden es nicht schaffen, allen Affalterbacher Haushalten einen Besuch abzustatten“, sagt Karin Pflüger-Metz, die seit gut 30 Jahren die Sternsingeraktion in Affalterbach organisiert. Ihr ist wichtiger, dass die Kinder und Jugendlichen aus Spaß an der Freude und ohne Druck dabei sind. Sie schätzt, dass trotzdem mehr als 500 Familien mit Gedicht, Gesang und frommen Wünschen beglückt werden. „Das ist schon anstrengend genug“, lobt sie.

Mara ist der Star der Sterne

Mara ist mit drei Jahren die Jüngste, die tapfer mitmarschiert. Mit ihrem goldenen Stern auf der Pudelmütze ist sie der Star unter den Sternchen. Aber auch sonst hat Pflüger-Metz keine Nachwuchsprobleme. Seit der Kooperation mit der Apfelbach-Grundschule stoßen jährlich mindestens zehn neue Sternsinger dazu.

Anders als die meisten anderen Sternsinger in Deutschland sammeln die Affalterbacher nicht nach dem Jahresmotto für Peru, sondern für die Hilfsorganisation „Shining Eyes“. Diesen Verein hat die Marbacher Kinderärztin Dr. Monika Golombiewski 2009 ins Leben gerufen, mit dem Ziel Kinder in Indien medizinisch und mit Lebensmitteln zu unterstützen und Dörfer mit Hilfe zur Selbsthilfe auf eigene Beine zu stellen. Zum Beispiel mit Solarstrom, Brunnen oder einer Kinderklinik. Dafür wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, das Projekt gilt den Vereinten Nationen als Vorbild.

Seit rund 15 Jahren unterstützen die Affalterbacher diese Aktion, für die sie jedes Jahr rund 3000 Euro zusammenbringen. Eine stolze Summe, mit der dort sehr viel bewirkt werden kann.

„Es ist schön, für andere Kinder Geld zu sammeln, denen es nicht so gut geht wie mir hier“, meint der elfjährige Lukas. Zum vierten Mal bereits opfert er ganz selbstverständlich sein letztes Weihnachtsferienwochenende. Der neun Jahre alte Bruno betrachtet die Aktion als Vorbereitung für seine anstehende Kommunion. Beiden sind die Süßigkeiten, die es meistens zusätzlich für den Einsatz gibt, nicht so wichtig. „Auf den guten Zweck kommt es an, das andere ist Nebensache.“

Segen für Ministerpräsident

Julia, zehn Jahre, ist aufgeregt: „Es ist schon etwas Besonderes, einmal dem Herrn Ministerpräsidenten zu begegnen.“ Karin Pflüger-Metz bedauert sehr, dass sie nicht alle 25 Kinder und ihre Begleiter zum Empfang von Winfried Kretschmann in Stuttgart mitnehmen kann. „Die, die am längsten dabei sind, dürfen mit“, erklärt sie die Auswahl. Die Gruppe wird zum Abschluss ein Sternengedicht aufsagen und den Schlusssegen sprechen: „Dass Gottes Segen euch begleite, das wünschen wir euch alle Zeit. Im neuen Jahr sein Geist euch leite, dass Frieden werde hier und heut“.

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