Logo

Verkaufsoffener Sonntag

Einkaufsstadt erwacht zum Leben

Es ist die erste größere Veranstaltung seit vielen Monaten in der Stadt: Und so ist der verkaufsoffene Sonntag gestern in Besigheim für Gastronomen, Händler und Kunden viel mehr als nur ein Einkaufserlebnis. Sondern vor allem auch ein Zeichen dafür, dass endlich wieder Leben im Städtle ist.

Ein kurzer Regenschauer zu Beginn des verkaufsoffenen Sonntags trübt die gute Laune nicht. Am Marktplatz vor dem Rathaus genießen die Gäste das Strandfeeling. Fotos: Holm Wolschendorf
Ein kurzer Regenschauer zu Beginn des verkaufsoffenen Sonntags trübt die gute Laune nicht. Am Marktplatz vor dem Rathaus genießen die Gäste das Strandfeeling. Foto: Holm Wolschendorf
Ein kurzer Regenschauer zu Beginn des verkaufsoffenen Sonntags trübt die gute Laune nicht. Am Marktplatz vor dem Rathaus genießen die Gäste das Strandfeeling. Fotos: Holm Wolschendorf
Ein kurzer Regenschauer zu Beginn des verkaufsoffenen Sonntags trübt die gute Laune nicht. Am Marktplatz vor dem Rathaus genießen die Gäste das Strandfeeling. Foto: Holm Wolschendorf
Auch für die kleinsten Besucher lohnt sich der verkaufsoffene Sonntag.
Auch für die kleinsten Besucher lohnt sich der verkaufsoffene Sonntag.

Besigheim. Die vergangenen eineinhalb Jahre waren sehr frustrierend: für die Einzelhändler und Gastronomen in der Stadt, die lange schließen mussten, aber auch für alle Besucher, die gerne bei Märkten, Messen und Feiern durch Besigheim schlendern. So gut wie nichts war los in der Stadt. Veranstaltungen wie der Ostermarkt oder der Fischmarkt mussten wegen Corona zweimal abgesagt werden, das Winzerfest fällt aus und ob der Weihnachtsmarkt diesmal in gewohnter Weise stattfinden kann? Unklar. Und so ist der verkaufsoffene Sonntag gestern wie ein kollektives Aufatmen – ein Aufatmen, dass endlich wieder was los ist im Städtle. „Es ist der Versuch, wieder ein bisschen Leben in die Einkaufsstadt Besigheim zu bringen und das Flair und das Angebot von früher zu erlangen“, sagt Heinz Streicher, Vorsitzender des Bundes der Selbstständigen. Man erwarte nicht die großen Umsätze, „aber wir sind interessiert daran, dass sich überhaupt wieder etwas tut.“ Einzelhändler, Gastronomen und Gewerbetreibende müssten sich präsentieren können, „sie brennen darauf, wieder etwas zu veranstalten.“

Es werde höchste Zeit, dass in Besigheim wieder etwas geboten werde, sagt auch Petra Besthorn vom Kinder- und Damenbekleidungsgeschäft Nene-Kiki. In den vergangenen Monaten sei alles ausgefallen, „jetzt erhoffen wir uns, dass wieder was läuft und wir etwas aufholen können“. Besonders erfreulich sei, dass viele Besucher von auswärts kämen, ergänzt Mitarbeiterin Jorina Speer. Man bringe sich mit dem verkaufsoffenen Sonntag wieder in Erinnerung, findet auch Petra Rieger vom Buchladen Beurer.

Zu den Gästen von auswärts zählen auch Helmut und Elke Bemmerle aus Freiberg. Sie sind mit ihren Kindern verabredet, wollen gemeinsam essen gehen und durch die Stadt bummeln. Sie freuen sich für die Gastronomen und Einzelhändler, dass „wieder ein bisschen Leben in der Stadt ist“. Auch wenn sie selbst nicht jeden Sonntag unterwegs seien, so hätten sie doch die spontanen Ausflüge in den vergangenen Monaten vermisst.

Durch die Stadt zu flanieren, in den Geschäften zu stöbern oder ein Gläschen in Gesellschaft zu trinken – darauf haben die Besucher und Besucherinnen Lust, die gestern in Besigheim unterwegs sind. Erfreulicherweise ist es nicht ganz so voll in den Straßen, man kann sich gut aus dem Weg gehen und Abstände einhalten. In den Geschäften gilt Maskenpflicht. „Es ist eine Gratwanderung“, sagt Hansjörg Kollar, Vorsitzender des Marketing Concepts Besigheim. Gerne hätte man mehr Aktionen angeboten, „doch mit Blick auf die Inzidenz waren wir zurückhaltend“. Planwagenfahrten durch die Weinberge, die schon im Vorfeld ausgebucht waren, Stadtführungen und vor allem Strand, Palmen und Barbetrieb am Marktplatz kommen dafür bei den Gästen umso besser an.

Freunde aus Ingersheim und Balingen haben es sich in den Liegestühlen auf dem Sandstrand vorm Rathaus bequem gemacht und trinken gemeinsam ein Glas Wein. „Es ist mega hier“, finden sie. Für das Urlaubsfeeling auf dem Marktplatz hat Gastronom Frank Land von der „Marktwirtschaft“ gesorgt. Zwei bis drei Kubikmeter Sand hat er aufschütten und Palmen aufstellen lassen. Dazu schenken Winzer regionale Weine aus. Der verkaufsoffene Sonntag sei „unheimlich wichtig für die Gastronomen und Händler“, sagt Frank Land. Deshalb sei er auch sehr motiviert gewesen, sich etwas Besonderes einfallen zu lassen.

Autor: