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Sanierung

Einstiger Schandfleck wird zur Schönheit

Ehemaliges Wohnhaus der Gutsbesitzerfamilie Scheurlen ist hergerichtet worden – Sechs Wohnungen und eine Gewerbeeinheit sind entstanden

Der Gutshof steht am Eingang zur Erligheimer Ortsmitte. Unter dem Dach ist eine attraktive Wohnung entstanden. Fotos: Alfred Drossel
Der Gutshof steht am Eingang zur Erligheimer Ortsmitte. Unter dem Dach ist eine attraktive Wohnung entstanden. Foto: Alfred Drossel
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Erligheim. Der ehemalige Gutshof Scheurlen, der das Ortsbild in der Erligheimer Hauptstraße prägt, ist von einem privaten Investor saniert worden. Die sechs modernen Wohnungen und die Gewerbeeinheit im Keller wurden verkauft. Bürgermeister Rainer Schäuffele spricht von einem Glücksfall für die Gemeinde, da aus dem jahrelangen sanierungsbedürftigen Schandfleck nun ein Schmuckstück geworden sei. Rund 25 Jahre stand das Gutshaus leer. In den 14 Jahren von Schäuffeles Amtszeit als Bürgermeister in Erligheim hat er sich nicht nur einmal mit dem Thema Gutshof beschäftigen müssen. Der Schultes spricht sogar von einer Leidensgeschichte.

Das Gebäude hat eine bewegte Vergangenheit. Der frühere Gutshof der Familie Scheurlen war nämlich einmal ein stolzes Anwesen. Die Gutsbesitzerfamilie beherrschte einst den halben Ort. Der spätere Besitzer konnte aber die notwendigen Mittel zur Erhaltung des Gebäudes nicht aufbringen. 2015 wurde das Wohnhaus, nicht aber die ganze Hofanlage, von der Gemeinde gekauft, die es – in der Hoffnung auf eine baldige Sanierung – an einen Investor weiterverkauft hatte. Dazu kam es aber nicht. Erst 2018 legte ein neuer Besitzer detaillierte Sanierungspläne vor. Aber auch er konnte diese nicht verwirklichen. Schultes und Gemeinderat waren frustriert.

Erst Roland Schöllkopf aus Filderstadt hat diese Pläne dann mit seiner Pro Domizil Bau GmbH verwirklicht. Insgesamt investierte er rund zwei Millionen Euro. Die Gemeinde hat 100.000 Euro aus Sanierungszuschüssen beigesteuert. Bei den Arbeiten hat auch der Denkmalschutz mitgesprochen. Die Sanierung darf als gelungen bezeichnet werden. Entstanden sind sechs helle, freundliche Wohnungen. Besonders attraktiv ist die Wohnung unterm Dach. Der Zugang ins Haus wurde nach Norden verlegt, weil die Hofeinfahrt nicht zum Gebäude gehört. Wie Bürgermeister Rainer Schäuffele bestätigt, verhandle Roland Schöllkopf mit dem Besitzer der Hofanlage über einen Verkauf, um auch die Nebengebäude zu sanieren.

Der große historische Keller, der einen zweiten Rettungsweg nach Westen bekommt, wurde von einem italienischen Feinkosthändler erworben. Seine Pläne sind bisher aber nicht bekannt. Das sanierte Haus, gegenüber dem Landgasthof Grüner Baum, vermittelt nun wieder einen herrschaftlichen Eindruck.

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