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Sanierung

Eröffnungstermin 1. Mai wackelt noch

Bauarbeiten und Corona könnten den Start der Freibadsaison im Wellarium verzögern – Große finanzielle Verluste befürchtet

Steinheim. Auch ohne Corona wackelt der traditionelle Eröffnungstermin 1. Mai im Wellarium. Denn die Sanierungsarbeiten am Umkleidegebäude laufen noch auf vollen Touren. Mehrere Handwerker werkeln gleichzeitig. In den Becken werden derzeit die kaputten Fliesen ausgetauscht. In den kommenden Tagen sollen die Becken mit Wasser gefüllt werden. „Das ist wichtig für die Konstruktion. Wir fangen mit dem Sportbecken an, das dauert vier bis fünf Tage, bis es voll ist“, erklärt Freibadleiterin Katrin Schulze. Zuvor hatte sie mit ihrem Team alle Becken gereinigt, die Beete geschnitten, das Laub vom Rasen aufgelesen – alles Arbeiten wie immer, nur unter erschwerten Bedingungen mit schlechtem Wetter und Regen im Februar und im März und Baustellenlärm.

Nachdem gravierende Schäden am Dach entdeckt worden waren, entschloss sich der Gemeindeverwaltungsverband Steinheim-Murr, der das Freibad betreibt, umfassend zu sanieren und das Dach neu zu konstruieren. Vergangenes Jahr waren Kiosk und Personalgebäude saniert und mit neuem Dach versehen worden, nun ist der Umkleidetrakt dran. Er ist bis auf die Mauern komplett abgerissen worden.

Das Dach mit Stahlkonstruktion ist bereits fertig. „Das wirkt sehr viel filigraner“, freut sich Schulze. Auch das Umkleidegebäude steht wieder. Die Aufteilung ist mit WCs, Duschen und Sammelumkleide relativ gleich geblieben, lediglich bei den Duschen wurde durch versetzen einer Wand mehr Platz geschaffen. Die Schränke und Kabinen wurden ebenfalls etwas anders angeordnet und zudem die Anzahl erhöht. Es sind jetzt 222 statt 180 Garderobenschränke und 48 statt 26 Fahrradhelmfächer. Die Föhn- und Schminkplätze wurden von den Wänden weg in die Mitte der Fläche zwischen den beiden Umkleiden verlagert. „So hat man mehr Platz und es ist komfortabler“, sagt Schulze. Es wurden zwei vergrößerte Umkleiden mit Wickeltisch für Familien geschaffen, ein behindertengerechter Sanitärraum mit Dusche und ein Waschplatz für Schuhe. „Das war ein Wunsch der Gäste“, sagt Bartzsch.

Derzeit fehlen noch die Waschbecken und Armaturen, auch sind die Farbkleckse – rot und orange bei den Damen, blau bei den Herren – noch nicht aufgesetzt. Die hintere Wand wurde durch satinierte Glasscheiben aufgelockert, so dass mehr Licht in den Trakt fließt. Auch im Dach sind Lichtkuppeln eingelassen.

„Unser Ziel bleibt die Eröffnung am 1. Mai, aber das ist sehr, sehr sportlich. Vielleicht wird es doch der 8. Mai“, sagt der Vorsitzende des Gemeindeverwaltungsverbandes, der Murrer Bürgermeister Torsten Bartzsch. Vor allem die Arbeiten im Technikraum, wo Leitungen wegen der Stützpfeiler für das Dach verlegt werden mussten, hätten lange gedauert. In dieser Zeit habe oben an den Umkleiden nichts passieren können. Eine Sanierung im Bestand sei doch aufwendig.

Dennoch habe man bei den Kosten Glück gehabt, so Bartzsch. Man liege derzeit rund 200.000 Euro unter der geschätzten Summe von 1,5 Millionen Euro.

Ob das Bad überhaupt am 8. Mai öffnen kann, steht allerdings in den Sternen. Auch Bartzsch ist wegen Corona eher pessimistisch. Wenn überhaupt, gehe es wohl nur mit großen Auflagen wie Einlassbeschränkungen und zusätzlichen Hygienemaßnahmen. Derzeit sei der Verband dabei, einen Plan B zu entwickeln. Einen Notbetrieb müsse man aufrechterhalten, Einsparpotenzial gebe es bei der Umwälzung, bei der Reinigung. „Die Kosten laufen aber größtenteils weiter, und das bei deutlich weniger Einnahmen“, sagt Bartzsch. Selbst wenn man den Dauerkartenbesitzern wegen der verkürzten Saison preislich entgegenkommen könne, rechnet er hier mit großen Verlusten. Schließlich sei die Frage auch, ob die Bürger sich ins Freibad trauen, wenn es wieder erlaubt ist, oder wegen der Coronagefahr die Massen an Menschen lieber meiden. Selbst in einer normalen Saison weist die Bilanz des Freibades einen Minusbetrag von 400.000 bis 500.000 Euro auf. Fallen die Eintrittsgelder weg, fehlen noch mal 400.000 bis 500.000 Euro. „Das kann finanziell sehr schmerzlich werden“, sagt Bartzsch.

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