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Obsthalle

Erweiterungspläne liegen auf Eis

Die Stimmung beim Apfelfest gestern bei der Obsthalle ist prächtig gewesen. Kein Wunder, schließlich wurde den vielen Besuchern einiges geboten. Doch die Vereinsverantwortlichen beschäftigt derzeit nicht nur die Ernte, sondern auch der Neubau. Die übergeordneten Behörden haben bislang der Erweiterung vor Ort nicht zugestimmt.

Infos im Fahren: Mit dem Erntezügle erkunden die Besucher die Obsthalle-Anlagen. Fotos: Oliver Bürkle
Infos im Fahren: Mit dem Erntezügle erkunden die Besucher die Obsthalle-Anlagen. Foto: Oliver Bürkle
Geselligkeit: Der Andrang ist groß.
Geselligkeit: Der Andrang ist groß.
Knackige Sache: Äpfel und Birnen zuhauf.
Knackige Sache: Äpfel und Birnen zuhauf.

Kirchheim. Am Sonntag feierte Kirchheim wieder einmal sein Apfelfest, mit dem die Apfelsaison offiziell eingeläutet wird. Dabei geht es nicht nur um Gemütlichkeit. Die Verantwortlichen des örtlichen Obstbauvereins geben an diesem Tag auch einen Einblick in ihre Arbeit. Zudem können sich die Besucher die Anlage bei Rundfahrten anschauen und sehen, wie heimisches Obst angebaut wird. Den Auftakt machte gestern Vormittag ein Gottesdienst, bevor der Frühschoppen begann. Dort konnten sich die zahlreichen Gäste kulinarisch verwöhnen lassen. Der Kirchheimer Männerchor des Liederkranzes untermalte die Eröffnung.

Das gesellige Beisammensein gehört fest zum Apfelfest dazu. Im Vordergrund steht aber Offenheit: Die Verantwortlichen des Obstbauvereins wollen einen Tag zeigen, wie heimisches Obst angebaut wird. Bei Rundfahrten mit dem Erntezügle über das Gelände konnten sich sie Besucher anschauen, wie der aktuelle Stand von Apfelsorten wie Boskop und Golden Delicious ist. Für die Kinder gab es eine Apfelpresse sowie weitere Spielmöglichkeiten.

Doch die Mitglieder des Obstbauvereins beschäftigt ein anderes Thema gerade sehr: Die Pläne zur Erweiterung der Anlage liegen auf Eis. Das Regierungspräsidium sowie das Landratsamt haben keine Einwilligung zum Neubau der Räumlichkeiten auf dem Gelände gegeben. Angedacht war eine Art Erlebniswelt. „Wir wollen den Menschen zeigen, was sich alles aus unseren Früchten machen lässt“, erklärt Michael Nollenberger, einer von drei Vorständen des Obstbauvereins. Es soll dabei nicht nur um den reinen Einkauf gehen. Die Menschen würden über den Obstbau informiert und sich so noch bewusster für die Produkte entscheiden können. Der Bauplatz auf der Anlage muss bisher allerdings noch frei bleiben. Er liegt im regionalen Grünzug, wo keine Bebauung erlaubt ist. „Wir geben die Hoffnung aber nicht auf“, sagt Nollenberger. Die Planungen gehen weiter und bald werden neue Gespräche geführt.

Schließlich geht es auch um ein Kapazitätsproblem. „Wenn man am Samstag in den Laden geht, kann man vor lauter Besuchern nicht umfallen“, sagt Nollenberger. Diesem Problem wollten sich die Verantwortlichen mit einem Neubau entledigen. Immerhin gehört das Grundstück dem betreibenden Obstbauverein Kirchheim. Einen Vorschlag des Regierungspräsidiums, dass alternativ ein Bau im Industriegebiet erstellt werden könnte, kommt für den Verein nicht in Frage. Das wäre erstens weit weg von der Obstanlage und zweitens würde es das Verkehrsproblem in Kirchheim noch verschlimmern. Die Verantwortlichen werden in Beratung gehen, wie das weitere Verfahren aussehen soll.

Doch es gibt auch Grund zur Freude. Die diesjährige Ernte ist besser als wegen der Hitze erwartet. Nur Ende Juli, in der heißesten Phase des Sommers, haben einige Äpfel Sonnenbrand erlitten. „Die sortieren wir einfach aus, aber die anderen sind trotzdem gut geworden“, so Nollenberger. Insgesamt ist mit einer durchschnittlich guten Ernte zu rechnen. Für manche Äpfel kam das Apfelfest allerdings zu früh. Der Trend-Apfel Wellant braucht noch 14 Tage, bis er geerntet werden kann.

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