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Feiern im Weinberg

Festmeile mit besonderem Flair

Das Käsbergfest bot gute Tropfen verbunden mit einer grandioser Aussicht – Viele ehrenamtliche Helfer im Ensatz

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Weingenuss mit Ausblick: Beim Käsbergfest ist beides möglich.Foto: Ramona Theiss

MUNDELSHEIM. Am vergangenen Pfingstwochenende fanden zahlreiche Feste statt, doch wohl keines erforderte eine solch ausgefeilte Logistik wie das Mundelsheimer Käsbergfest. Auf dem Weinbergweg im Käsberg reihten sich Biertischgarnituren und Bewirtungsstände über 500 Meter aneinander. „Beim Aufbau müssen wir uns von hinten nach vorn vorarbeiten. Der große Ausschankwagen auf der Wendeplatte wird als letztes aufgestellt“, erzählte Sonja Schult, dass die längste Tafel im Neckartal wohldurchdacht aufgebaut werden muss.

Die Leiterin der Vinothek und Direktvermarktung des Käsbergkellers Mundelsheim, organsiert gemeinsam mit Vorstandsmitglied Friedrich Fink der Lauffener Weingärtner federführend die Veranstaltung, ein bewährter Fahrplan und die nach jedem Fest sofort notierten Verbesserungsideen erleichtern die Arbeit.

Die lange, schmale Festmeile hoch über der Neckarschleife fordert nicht nur einen ausgefeilten Organisationsplan, sondern beschert den Besuchern auch einen einmaligen Ausblick – vor allem denen, die mit dem Rücken zu den Weinbergmauern sitzen. Am Freitagabend konnten die Festgäste zunächst noch den Sonnenschein genießen, mit zunehmender Dunkelheit sorgten dann die bunten Lichterbänder entlang der Weinbergmauern für ein besonderes Flair. Immer mehr Menschen strömten zu dem Fest, bei dem 18 Weine ausgeschenkt wurden. Für die feste Grundlage sorgten die Mundelsheimer Feuerwehr und Jugendfeuerwehr mit Wurst, Schwenksteaks, Pommes, Flammkuchen und Crepes. Am Samstag gab es wieder einen ganzen Ochsen am Spieß. Das bedeutete, dass morgens für die Anlieferung die Tische und Bänke auf der ersten Hälfte der Festmeile zusammengeklappt werden mussten, damit der Lieferwagen durchkam.

„Das Käsbergfest ist etwas ganz Besonderes“, stellte nicht nur ein Besucher fest. Man ließ sich die leichten Sommerweine wie „Lesestoff“ weiß gekeltert oder Schwarzriesling Rosé schmecken. Für die musikalische Umrahmung sorgte Freitag und Samstag wieder Mike Janipka mit Gitarre und Gesang. Der Liedermacher, der aus Hof und Lembach stammt und in Bietigheim-Bissingen lebt, bot ein abwechslungsreiches Programm. Er wechselte zwischen Rockmusik und Balladen, Coversongs und eigenen Kompositionen, Instrumentalstücken und Songs, Stücken in Englisch und deutschen Liedern.

„Seit der Fusion der WG Mundelsheim und der Lauffener Weingärtner spielt Mike Janipka auf dem Käsbergfest, der Termin ist bei ihm fest reserviert“, erzählte Sonja Schult. Der Liedermacher hatte seine Technik bestens auf den außergewöhnlichen Veranstaltungsort abgestimmt und war deshalb überall auf der Feststrecke, gut zu hören ist.

Stolz ist die Hauptorganisatorin, dass man das Weinfest im Gegensatz zu anderen Genossenschaften immer noch mit ehrenamtlichen Helfern stemmen kann. „Wir brauchen schon für den Auf- und Abbaus knapp 100 Leute“, erzählt sie. „Dafür machen wir alle zwei Jahre einen Helferausflug, zum Beispiel an den Bodensee. Davon haben alle mehr, als von 40 Euro Vergütung für eine Schicht.“