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Großbrand

Feuer vernichtet vierteiliges Altstadthaus

36 Bewohner verlieren ihre Wohnungen – Rund 100 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz – Enge in der Vorstadt ein Problem

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Dichter Rauch quillt aus dem Altstadthaus in der Besigheimer Vorstadt. Der Löscheinsatz war schwierig und dauerte bis in den Abend hinein.Fotos: Alfred Drossel
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Besigheim. Aus einer zu heiß gewordenen Fritteuse hat sich am Freitagnachmittag ein Küchenbrand entwickelt, der auf den Dachraum eines vierteiligen Altstadthauses in der Besigheimer Vorstadt übergriff und die Wohnungen von 36 Bewohnern weitgehend vernichtete. Mehr als 70 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Besigheim, Walheim, Löchgau, Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg waren bis zum Abend im Einsatz.

Über der Stadt lag den ganzen Nachmittag beißender Rauch, der bei wechselnden Windrichtungen alle Stadtbereiche erreichte. Der teils schwarze, teils graue Rauch drang aus dem Haus im hinteren Teil der Vorstadt, der früheren Schellenmühle. Der Weg dorthin ist eng. Und da das Gebäude mit seiner Grundmauer in der Enz steht, gab es für die Feuerwehr nur zwei Seiten, über die sie an das Gebäude herankommen konnte.

Eine 55-jährige Mieterin in dem vierteiligen Gebäude war in der Küche beschäftigt, als das Feuer ausbrach. Die Frau wurde verletzt und vom Rettungsdienst versorgt. Der Feuerwehr wurde zunächst ein Brand gemeldet, bei dem Menschen in Gefahr sein sollten. Deshalb rückten zusammen mit der Besigheimer Wehr auch Kräfte aus Bietigheim-Bissingen mit der Führungsgruppe aus. Walheim und Löchgau verstärkten die Einsatzkräfte mit Atemschutzträgern. Aus Ludwigsburg kam der Abrollbehälter Atemschutz.

Die Enge der Vorstadt machte der Wehr zu schaffen. Von der Drehleiter aus wurde ein Strahlrohr eingesetzt, dass 600 Liter Wasser pro Minute in den Dachraum spritzte. Es waren zwölf Löschfahrzeuge im Einsatz. Stadtkommandant Jochen Feyerabend leitete den Einsatz. Er bekam Unterstützung vom Bietigheim-Bissinger Stadtkommandanten Frank Wallesch. Es war schwierig, die immer wieder auflodernden Flammen im Dachstuhl zu löschen. Der gesamte Dachraum der vier zusammenhängenden Gebäudeteile brannte aus. Mit Handarbeit und unter Atemschutz wollten die Einsatzkräfte bis zum Abend das Dach abdecken, um an die letzten Brandnester zu kommen. Die darunter liegenden Wohnungen sind durch Wasserschaden unbewohnbar geworden. Nachbargebäude wurden aber nicht in Mitleidenschaft gezogen. Ein vor dem Gebäude abgestelltes Auto wurde durch herabfallende Ziegel beschädigt.

Der Rettungsdienst war mit 20 Helfern vor Ort, die Polizei hatte vier Streifen geschickt. Notfallseelsorger kümmerten sich um die Bewohner. Bürgermeister Steffen Bühler, Beigeordneter Klaus Schrempf und Stadtbaumeister Andreas Janssen informierten sich an der Brandstelle. Mitarbeiter des Ordnungsamtes kümmerten sich um Quartiere für die obdachlos gewordenen Bewohner. Einige fanden bei Verwandten Unterschlupf, die meisten wurden von der Stadt vorläufig untergebracht. Das Rathaus bereitet einen Spendenaufruf vor. Die Polizei nahm die Ermittlungen zur genauen Brandursache auf. Die Schadenshöhe ist bisher nicht bekannt. Man geht aber von einer sechsstelligen Summe aus. Vorsichtig wurden 300 000 Euro genannt.