Logo

Steinbruch in Rielingshausen
Firma Klöpfer investiert und baut neuen Vorbrecher

Der neue Vorbrecher wird dort gebaut, wo auch abgebaut wird. Die Transportwege zum Schotterwerk (rechts) werden dadurch kürzer. Fotos: Holm Wolschendorf
Der neue Vorbrecher wird dort gebaut, wo auch abgebaut wird. Die Transportwege zum Schotterwerk (rechts) werden dadurch kürzer. Fotos: Holm Wolschendorf
Das Schotterwerk im Steinbruch Rielingshausen.
Das Schotterwerk im Steinbruch Rielingshausen.
Unternehmen verkürzt mit der neuen Anlage vor allem die Fahrwege. Der Geschäftsführer Matthias Klöpfer sieht dies als Investition in die Zukunft und hofft auf die Erweiterung.

Marbach. Direkt hat der neue Vorbrecher im Schotterwerk Klöpfer nichts mit der Erweiterung des Steinbruchs zu tun, indirekt aber schon, wie Geschäftsführer Matthias Klöpfer beim Spatenstich für das neue Gebäude zugibt: „Man muss in längeren Zyklen denken, der neue Vorbrecher soll 20 bis 25 Jahre seinen Dienst leisten, wir rechnen schon damit, dass wir mit dem Wunsch nach Erweiterung erfolgreich sein werden.“ Eine Investition in einem „mindestens sechsstelligen Bereich“, so Klöpfer“, tätigt man schließlich nicht zum Spaß.

Zum Hintergrund: Klöpfer will den Steinbruch um rund neun Hektar in Richtung Osten erweitern, womit auch eine Änderung des Regionalplans des Verbandes Region Stuttgart einhergeht, wozu sich die Träger öffentlicher Belange, aber auch die Bürger noch bis 15. August äußern können. Die Erweiterung führte in Rielingshausen zu großen Protesten, es bildete sich eine Bürgerinitiative „Bürger gegen Steinbruch“. Es gibt viel Misstrauen gegenüber dem laufenden Verfahren.

Abbau der alten Anlage wäre technisch schwierig

Beim Bau des neuen Gebäudes für den Vorbrecher gehe es in erster Linie um mehr Effizienz und kürzere Wege auf dem Gelände und um CO-Reduktion. Der Teil des Steinbruches, wo der Vorbrecher gerade steht (links an der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Kirchberg und Rielingshausen), wird den Vorschriften entsprechend renaturiert. Der derzeit betriebene Teil des Steinbruchs liegt aber in genau entgegengesetzter Richtung noch einige Hundert Meter rechts vom Schotterwerk. Dies bedeutet lange Fahrwege. Durch Sprengung, Bohrung und Baggern werden zunächst große Gesteinsbrocken gelöst, erklärt der technische Leiter Benjamin Hoffmann den Ablauf. Sie werden dann mit Muldenkippern zum Vorbrecher transportiert, wo sie zermahlen werden, über Förderbänder landen dann kleinere Brocken, die sich mit zwei Händen fassen lassen, im Schotterwerk, wo sie dann zerkleinert, gesiebt und zum Beispiel in Betonsplitt oder Sandstein sortiert werden. „Im Schotterwerk wird wie bei Aschenputtel das Schlechte, also der Mergelstein mit Panzern und Schalenresten der Meerestiere, aussortiert“, erklärt Hoffmann. In jeder Tonne Produkt stecken rund vier Kilowattstunden Strom, mit dem Bau des neuen Vorbrechers werden wenigstens die Fahrwege kürzer. Um Kosten zu sparen, werden einige Komponenten recycelt, das 150 Meter lange Steigband, das seither zum Schotterwerk führte, wird umgesetzt und auf die Erde gelegt. Ein Abbau der gesamten Anlage wäre rein technisch aber schwierig und würde zudem zu lange dauern, was den Betrieb lahmlegen würde.

„Ein sicheres Fundament zu haben, ist heute wichtiger denn je“, betonte Klöpfer beim Spatenstich. Rein rechnerisch decke die Firma Klöpfer den Bedarf an mineralischen Baustoffen und Rohstoffen für 180000 Menschen in der Region Stuttgart.

Kirchberger Bürgermeister Frank Hornek: Arbeitgeber vor Ort

Auf die schwierige Situation weist auch der Kirchberger Bürgermeister Frank Hornek hin – der Vorbrecher steht auf Kirchberger Markung, der größte Teil des Steinbruchs gehört aber zu Rielingshäuser Gemarkung: „Der Steinbruch ist ein Objekt, das nicht unbemerkt bleibt, der Schmutz und der Schwerlastverkehr nach Affalterbach tangiert auch uns, aber die Firma ist auch ein Arbeitgeber vor Ort und es handelt sich um ein Produkt, das hier in der Region verwendet wird“, betonte Hornek. Und als Tiefbauunternehmen beteilige sich die Firma Klöpfer zudem an vielen Ausschreibungen zu Straßenbauarbeiten der Gemeinden.

Der rund 15 Meter hohe Betonbau soll noch dieses Jahr fertig werden, in Betrieb gehen soll der Vorbrecher 2023.