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Flattichschüler sind den Stromfressern auf der Spur

Energiemanager Martin Meyer zeigt Grundschülern der Flattichschule im Auftrag der Ludwigsburger Energieagentur Einsparpotenzial im Haushalt

Energiemanager Martin Meyer (hinten links) erklärte den Grundschülern, wie man Strom sparen kann. Daneben: Rektor Folkert Schröder und Bürgermeister Dirk Schaible. Foto: Holm Wolschendorf
Energiemanager Martin Meyer (hinten links) erklärte den Grundschülern, wie man Strom sparen kann. Daneben: Rektor Folkert Schröder und Bürgermeister Dirk Schaible. Foto: Holm Wolschendorf

Freiberg. „Wenn wir das Klima schützen wollen, muss jeder Einzelne von uns sein Verhalten ändern“, sagte der Freiberger Bürgermeister Dirk Schaible. Er ist am Mittwochvormittag mit gutem Beispiel vorangegangen und nicht mit seinem Dienstwagen, sondern zu Fuß vom Rathaus in die Flattichschule gelaufen.

Dort nahm der Schultes an einer besonderen Unterrichtsstunde teil: Energiemanager Martin Meyer ist im Auftrag der Ludwigsburger Energieagentur zwei Tage lang an der Freiberger Grundschule zu Gast. Am ersten Tag hatte er Messgeräte im Gepäck und machte sich gemeinsam mit den Grundschülern auf die Suche nach Stromfressern, die in jedem Haushalt haufenweise zu finden sind. Am zweiten Tag standen dann eher globalere Themen wie der Klimawandel und die Folgen exzessiven Energieverbrauchs auf die weitere Entwicklung des Planeten auf der Tagesordnung. Jeweils zwei Stunden unterrichtete der Energiemanager in den beiden vierten Klassen der Flattichschule.

Es war Meyers zweite Stippvisite. Der aktuelle baden-württembergische Bildungsplan schreibt Angebote in den Bereichen Nachhaltigkeit und Energie vor. Deshalb kooperiert die Grundschule seit vergangenem Schuljahr mit der Ludwigsburger Energieagentur. „Wenn das jemand von außerhalb übernimmt, sind die Schüler noch aufmerksamer“, meinte Rektor Folkert Schröder schmunzelnd.

Aufmerksam waren die Schüler in der Tat. So stellten sie nach umfassenden Messungen von sieben elektronischen Geräten fest, dass Computer, Telefone, DVD-Player und Elektrobürsten nicht nur Energie verbrauchen, wenn sie in Betrieb sind: Auch der Standby-Modus frisst Strom, und zwar gar nicht wenig.

Besonders extrem ist das Verhältnis bei DVD-Playern. Die Kinder messen im Stand-by-Betrieb einen Verbrauch von 3,4 Watt. Auf das Jahr hochgerechnet fallen so zwei Kilowattstunden an, wenn jeden zweiten Tag eine DVD eingelegt wird. Im Stand-by-Modus verbraucht das Gerät in den zwölf Monaten etwa 30 Kilowattstunden, für die der Besitzer neun Euro bezahlen muss.

„Da wird richtig viel Energie verschwendet“, lautete das Fazit des Energiemanagers. Bei den anderen Geräten ist das Verhältnis zwischen Betrieb und Stand-by zwar etwas günstiger als beim DVD-Player. Stromfresser sind sie aber allesamt, auch wenn sie ausgeschaltet sind. „Die elektrische Zahnbürste ist nach sieben Stunden Ladezeit so voll, dass es für eine Woche reicht“, erklärte Meyer. „Ich ziehe dann den Stecker raus, so verbraucht die Zahnbürste keine Energie.“ Auch Mehrfachsteckdosen mit An- und Ausschalter könnten den Verbrauch reduzieren, sind nach Rückmeldungen der Kinder auch schon weit verbreitet.

Nicht zuletzt soll der Energiemanager auch als Multiplikator wirken. „Ihr könnt die Tipps an die Erwachsenen weitergeben“, meinte Bürgermeister Schaible, der sich selbst erstaunt über das große Einsparpotenzial im Haushalt zeigt. „Wenn ihr das euren Eltern, Großeltern und Verwandten erzählt, wird das eine große Wirkung haben“, gab der Schultes den Kindern mit auf den Weg.

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