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Flüchtlingsunterkunft geht in Flammen auf

Polizei: Kein fremdenfeindlicher Hintergrund – Ermittler schließen Brandstiftung in der Kornwestheimer Heinkelstraße nicht aus

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Lichterloh stand das Flüchtlingsheim am Samstagabend in Flammen. Bei Tageslicht betrachtet wird das Ausmaß des Brandes deutlich. Das Gebäude ist einsturzgefährdet. Das erschwert auch die Ermittlungen der Polizei. Die Bewohner der zerstörten Unterkunft wurden an anderen Orten untergebracht. Fotos: Dan Becker
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Kornwestheim. Die Flammen standen Meter hoch über dem Gebäude: In einem Asylbewerberheim in Kornwestheim ist am Samstagabend ein Brand ausgebrochen. Ein Teil des Gebäudekomplexes, der komplett in Flammen stand, ist ausgebrannt und einsturzgefährdet. Die rund 25 Bewohner, meist aus Gambia, Kamerun und Nigeria, wurden vorübergehend in anderen Asylunterkünften untergebracht, teilte die Polizei mit. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand, wie ein Polizeisprecher gestern erklärte.

Wie das Feuer ausbrach, blieb gestern noch unklar. Erste Untersuchungen eines Kriminaltechnikers am Sonntag brachten keine Ergebnisse: „Wir können momentan keine Aussage zur Brandursache machen“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden, aber auch ein technischer Defekt sei denkbar, so die Polizei. Man habe niemanden als Verdächtigen wegen Brandstiftung im Visier, erklärte die Polizei gestern am Abend. Einen fremdenfeindlichen Anschlag schließt die Polizei weitgehend aus.

Die Ermittler können den Bereich, wo es gebrannt hat, vorerst nicht betreten. Das behindere die Untersuchungen erheblich. Die Kriminalpolizei vernehme nun die vom Feuer betroffenen Bewohner des Heimes.

Das Feuer in der Heinkelstraße war am Samstagabend gegen 18.45 Uhr gemeldet worden. Die Feuerwehren Kornwestheim, Ludwigsburg und Remseck rückten mit einem Großaufgebot von 85 Einsatzkräften in 19 Fahrzeugen aus. Der Rettungsdienst war mit 73 Einsatzkräften in zehn Rettungswagen, vier Notarztfahrzeugen, 20 Fahrzeugen des Bevölkerungsschutzes, zwei leitenden Notärzten sowie Notfallseelsorgern vor Ort. Die Polizei hatte einen Polizeihubschrauber und 16 Streifenwagenbesatzungen im Einsatz. (dpa/red)