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Munition

Französische Weltkriegsgranate entdeckt

Bei Baggerarbeiten ist gestern auf einer Baustelle in Hessigheim eine französische Geschützgranate gefunden worden. Polizei und Feuerwehr sperrten daraufhin die Ortsmitte ab. Die etwa 30 Zentimeter lange Granate war noch mit Sprengstoff gefüllt; sie wurde kurz nach ihrem Fund vom Kampfmittelräumdienst abgeholt.

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Fundort: Auf dieser Baustelle in der Hessigheimer Ortsmitte entdeckt der Baggerführer die französische Geschützgranate. Ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst kommt zum Einsatzort. Fotos: Alfred Drossel
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Unter Beobachtung: Mathias Peterle vom Kampfmittelbeseitigungsdienst reinigt die Granate mit einer Stahlbürste.
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Fundort: Auf dieser Baustelle in der Hessigheimer Ortsmitte entdeckt der Baggerführer die französische Geschützgranate. Ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst kommt zum Einsatzort. Fotos: Alfred Drossel
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Baggerführer Marc Röser hat die Granate mit dem Handy fotografiert.

Hessigheim. Baggerführer Marc Röser war gestern um 10.20 Uhr in der Baugrube an der Gartenstraße beim Aussortieren von Steinen auf einen verdächtigen metallenen Gegenstand gestoßen, der so groß wie eine Weinflasche war. Röser untersuchte den Gegenstand und fotografierte ihn. Dann verständigte er seinen Chef Heinz Schneider und der löste Alarm aus.

Feuerwehrkommandant Klaus Haug war einer der Ersten vor Ort. Wenig später trafen die Polizeistreifen ein, gefolgt von Kräften des Rettungsdienstes mit Notarzt und Helfern des Bevölkerungsschutzes des DRK Besigheim. Insgesamt waren vier Streifenbesatzungen der Polizei und zwölf Einsatzkräfte der Feuerwehr Hessigheim im Einsatz. Zu diesem Zeitpunkt war noch alles unklar. Es habe eventuell mit einer großräumigen Evakuierung gerechnet werden müssen, sagt Klaus Haug im Gespräch mit unserer Zeitung. Per Handy wurde dem Kampfmittelbeseitigungsdienst des Regierungspräsidiums in Böblingen ein Foto von der Munition übermittelt. „Liegenlassen!“, kam von dort die Anweisung. Eine Stunde später trafen die Experten in Hessigheim ein. Fast gleichzeitig öffnete der Himmel seine Schleusen und es ging ein kräftiger Platzregen über Hessigheim nieder. Mathias Peterle vom Kampfmittelbeseitigungsdienst stieg zusammen mit Polizeibeamten in die Baugrube. Peterle griff die Granate und brachte sie aus der Grube. Danach reinigte er sie mit einer Stahlbürste und stellte fest, dass es sich um eine französische Geschossgranate handelt, die zwar im Zweiten Weltkrieg von einem Geschütz verschossen wurde, aber aus dem Altbestand des Ersten Weltkriegs stammen könnte. Peterle war sich sicher, dass der Zündmechanismus der Granate noch intakt ist und so einem Abtransport nichts im Weg stand. Am Standort des Kampfmittelbeseitigungsdienstes sollte der Blindgänger dann entschärft werden.

An der Baugrube in Hessigheim – dort entstehen seniorengerechte Wohnungen – informierte sich in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Kämmerer Ralph Schneider über die Situation. Die Anwohner der Baustelle konnten das Geschehen aus ihren Fenstern beobachten. Während der Bergung war die Hessigheimer Durchgangsstraße blockiert, Autos und der Busverkehr wurden umgeleitet. Der Schwerlastverkehr wurde über Mundelsheim und Ottmarsheim geführt.

„In Hessigheim wurde bisher keine Weltkriegsmunition gefunden“, ist sich Klaus Haug sicher. Ältere Bürger könnten sich jedoch an den Beschuss der Gemeinde am Kriegsende erinnern. Ziel der Granate war offensichtlich das früher hier stehende, bekannte Gasthaus „Neckartal“. Baggerführer Marc Röser, dessen Aufmerksamkeit der Munitionsfund zu verdanken ist, wird bei der Arbeit jetzt noch genauer aufpassen.