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Wiedereröffnung

Frühlingserwachen im Museum

Seit September vergangenen Jahres erstrahlt das Untere Schlössle in Freiberg nach aufwendiger Außensanierung wieder in seiner vollen Pracht. Auch im Innern hat sich mittlerweile einiges getan. So steht der Wiedereröffnung des dort untergebrachten Museums am Sonntag, 11. März, nichts mehr entgegen. Der Titel der parallel beginnenden Sonderausstellung hat den passenden Namen: „Frühlingserwachen.“

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Museumsleiterin Irene Ott (rechts) und Anja Horn vom Kreativlabor wollen ihre Kooperation fortsetzen. Unter dem Titel „Paradies“ sind in der Sonderausstellung auch Blumenzeichnungen von Kindern und Jugendlichen zu sehen. Fotos: Holm Wolschendorf
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Freiberg. Weit mehr als ein ganzes Jahr haben sich die Sanierungsarbeiten hingezogen. Von Juli 2016 an musste das Museum im Schlössle daher geschlossen bleiben. Doch Museumsleiterin Irene Ott legte Wert darauf, dass das Haus wenigstens zeitweise belebt ist. So gab es in Zusammenarbeit mit Anja Horn vom Kreativlabor Freiberg und der Malschule Ute Stein eine Weihnachtsausstellung sowie im vergangenen Sommer eine Kinderkunstfreizeit.

Wenngleich auch im Innern des Museums Kosmetik betrieben wurde, so will Irene Ott das Wort Wiedereröffnung nur zögerlich in den Mund nehmen: „Wir haben wieder auf“, sagt sie. Ihre Zurückhaltung liegt daran, dass der Weg durch den unterirdischen Gang hinüber zum Eiskeller, eine der Attraktionen des Museums, noch nicht zugänglich ist. „Dort sind noch Restarbeiten durchzuführen“, sagt Ott, die hofft, dass bis zum Internationalen Museumstag am 13. Mai alles fertig ist.

Bis dahin soll auch der Traumgarten wieder erblühen, der im Moment brach liegt. Das Problem: Emilie Becker, die jahrelang für die Pflege des Museumsgartens zuständig war und dort auch Führungen geleitet hat, zieht sich zurück und steht künftig immerhin noch beratend und als Aufsicht zur Verfügung. Birgit Mattes aus Freiberg, die auch für die Volkshochschule Wildkräuterführungen anbietet, könnte sich eventuell künftig um den Garten kümmern. „Vielleicht können wir ja schon am Museumstag Führungen anbieten“, sagt Irene Ott.

Den Ausstellungsraum im ersten Obergeschoss des Museums umgibt ein Duft von frischer Farbe. Dies liegt nicht nur an den Bildern der neuen Sonderausstellung „Frühlingserwachen“, sondern hauptsächlich daran, dass er frisch gestrichen wurde. Auch zum Teil einen neuen Fußbodenbelag hat es dort gegeben. Grund dafür sind nach Angaben von Irene Ott „die Hausbesetzer“, wie sie mit einem Schmunzeln sagt. Weil das Fachwerk des Gebäudes an vielen Stellen marode war, haben sich dort Bienen eingenistet. Auch zwischen den Gefachen hingen die Honigwaben. Das führte dazu, dass die süße und klebrige Masse von der Decke auf den Boden tropfte, was dort zu vielen Flecken führte. Einen neuen Anstrich gab es auch für die Treppe, die ins zweite Obergeschoss führt. Dort wurden die Toiletten sowie Teile der Decke erneuert.

Irene Ott hofft auf Verstärkung

Mit der Eröffnung des Heimatmuseums hofft Leiterin Irene Ott auch auf weitere ehrenamtliche Verstärkung. In den vergangenen Jahren teilte sie sich den Aufsichtsdienst während der Öffnungszeiten mit Emilie Becker und Erich Gebert. „Hat jemand gefehlt, haben wir auch die Enkelkinder und Freunde aktiviert“, sagt Ott. Jetzt sucht sie weitere Aufsichtskräfte. Zwei Personen haben sich bereits gemeldet: die Grünen-Stadträtin Elvira Kuhnle-Chmielnicki und Stadtarchivarin Ingrid Eisenbraun. „Wenn wir fünf Kräfte hätten, wäre das günstig“, sagt Ott. Die Mitarbeiter sollten zweimal im Monat während der Öffnungszeiten des Museums, sonntags von 14 bis 17 Uhr, einen Dienst übernehmen. Beide Stockwerke müssen dabei von je einer Kraft betreut werden. Die Aufsichtspersonen sollten auch in der Lage sein, Fragen zum Museum und den Ausstellungsstücken zu beantworten. Deshalb sollten sie sich vorher etwas Wissen darüber aneignen.

Irene Ott leitet das Museum im Schlössle seit 2000 und sucht jetzt eine Nachfolgerin, die bereit ist, sich ebenfalls ehrenamtlich um die dort anfallenden Aufgaben zu kümmern. Am liebsten wäre es ihr, wenn die Stadt eine halbe Stelle dafür schaffen würde. „Andere Gemeinden können sich das auch leisten“, sagt sie. In der Stadtverwaltung habe sie das bereits angeregt. Die neue Ausstellung, die von 11. März bis 20. Mai sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen ist, zeigt vorwiegend Bilder zum Frühling aus dem Fundus der Malschule Ute Stein und aus dem Museum Wüstenrot. Im Hinblick auf eine weitere Zusammenarbeit mit dem Kreativlabor werden auch Arbeiten von Kurskindern zum Thema „Paradies“ gezeigt. Laut Anja Horn sollen die Kinder dabei lernen, dass Kunst dazu beitragen kann, die Welt zu retten. Auch die Dauerausstellung mit den Themenschwerpunkten reichsritterschaftlichen Grundherren, Landwirtschaft und Handwerk im Wandel der Zeit, Weinbau, Feld-, Tagelohn- und Fabrikarbeit der Frauen, Entwicklung der Haushaltstechnik, Industrialisierung sowie Kriegs- und Notzeiten ist zu sehen.