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Feuerwehr Walheim mit ihrer Drohnengruppe im kreisweiten Einsatz - Erste Erfahrungen gesammelt

Die Drohnenmannschaft der Walheimer Feuerwehr mit Kommandant Marko Horwath (links).Fotos: Alfred Drossel
Die Drohnenmannschaft der Walheimer Feuerwehr mit Kommandant Marko Horwath (links). Foto: Alfred Drossel
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walheim. Drohnen für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben gewinnen immer mehr an Bedeutung. Die Flugkörper stellen ein ideales Einsatzmittel für risikobehaftete Einsätze dar und werden daher von der Polizei, den Feuerwehren, dem Katastrophenschutz oder Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk verwendet. Jetzt hat die Feuerwehr Walheim eine erste Drohnengruppe im Kreis gebildet.

Insbesondere die schnelle Einsatzbereitschaft spricht für die Verwendung von Drohnen. Verwendungsmöglichkeiten gibt es viele: Von der Lageerkundung über die Personensuche bis hin zur Gefahrstoffmessung reicht das Spektrum bei der Feuerwehr.

Die Walheimer Wehr mit ihrem Kommandanten Marko Horwath hat sich in verschiedenen Bereichen spezialisiert. So ist in Walheim eine Sandsackabfüllanlage stationiert, die inzwischen mehrfach schon eingesetzt wurde. Ein kleines Spezialfahrzeug steht ebenfalls im Walheimer Feuerwehrhaus: ein ATV, Arctic Cat Alterra 400 für Einsätze auf engen Wegen. Außerdem wird das ATV als Zugfahrzeug für das Schnelleinsatzboot verwendet. Jetzt kommt der Drohneneinsatz dazu. Bei der Feuerwehr haben sich Michael Schmitz, Steffen Wahl, der auch stellvertretender Kommandant ist, Sascha Bläse sowie Tim Reisinger spezialisiert. Ihnen steht eine kleine, vielseitig einsetzbare Drohne des chinesischen Herstellers DJI, Typ Enterprise, zur Verfügung, die auch Infrarotaufnahmen machen kann und ihre hochauflösenden Bilder auf einen großen Bildschirm im Einsatzfahrzeug oder in die Einsatzleitstellen überträgt. Dazu wird bei Einsätzen eine Funkverbindung aufgebaut.

Premiere hatte die Walheimer Drohne bei einer Hochwasserübung vor drei Wochen in Remseck. Das Walheimer Team hat mittlerweile Erfahrungen gesammelt und beherrscht das Fluggerät. Beim Besuch einer israelischen Delegation im Landkreis hat die Demonstration der Drohne Eindruck gemacht.

Der große Vorteil des Drohneneinsatzes liegt darin, dass Copter in Bereiche vordringen können, die für Menschen zu gefährlich oder unerreichbar sind. Bilder aus der Vogelperspektive verschaffen Einsatzleitern einen Gesamtüberblick über eine Einsatzstelle. Drohnen stellen darüber hinaus eine kostengünstige Alternative zu Hubschraubern und Überwachungsflugzeugen dar. Und die Reichhöhe von Hubrettungsfahrzeugen, wie Drehleitern, ist begrenzt.

Die Walheimer haben ihren Copter mit einer Wärmebildkamera ausrüsten lassen, um das Einsatzspektrum zu erweitern, zum Beispiel bei der Personensuche. Diese ist zwar Aufgabe der Polizei, aber es kommt häufig vor, dass die Feuerwehr zur Unterstützung angefordert wird. Oft müssen Waldgebiete nach Personen abgesucht werden.

Im Landkreis wurden bisher bei Feuerwehreinsätzen vereinzelt Drohnenflüge von Stefan Hasenhündl (Oberriexingen), einem privaten Anbieter, übungsweise gemacht. Die Walheimer Drohnengruppe wird jetzt fest in die Organisation der Kreisfeuerwehren eingebunden, wie Kreisbrandmeister Andy Dorroch betont. Er zeigt sich zufrieden über die neuen Möglichkeiten. Die Walheimer Drohnengruppe kann von den Wehren zur Überlandhilfe angefordert werden.

Drohnenflüge unterliegen strengen Vorschriften. Der Bundesrat hat zwei für die Feuerwehr und andere Rettungskräfte entscheidende Punkte für die Drohnenverordnung der Bundesregierung beschlossen. Feuerwehren sind in Einsatzlagen von der Nachweispflicht befreit. Und ganz wichtig: Ein Überfliegen von Einsatzstellen durch Dritte ist verboten.

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