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Hochzeit

Für jedes Paar den passenden Stil

Gespräch mit Floristin und Hochzeitsplanerin Jana Weidmann über neue Trends – Boho löst den beliebten Vintagelook ab

In satten Farben und in kräftigen Beerentönen schwelgen lässt sich bei einer Hochzeit im Herbst.
In satten Farben und in kräftigen Beerentönen schwelgen lässt sich bei einer Hochzeit im Herbst.
Jana Weidmann ist Floristin und Hochzeitsplanerin.
Jana Weidmann ist Floristin und Hochzeitsplanerin.
Zartes Grün, Weiß und Pastellrosa sorgen für romantisches Flair.
Zartes Grün, Weiß und Pastellrosa sorgen für romantisches Flair.

Von wegen ganz in Weiß: Auch für Hochzeitsfeiern, sprich die dazugehörige Deko und die Auswahl der Blumen, gibt es Trends. Wie diese aussehen, darüber haben wir mit Jana Weidmann gesprochen, Floristin und Hochzeitsplanerin aus Ditzingen. Die 29-Jährige hat sich seit Beginn ihres Berufsleben auf die Ausrichtung von Hochzeitsfeiern spezialisiert und schon viele Paare auf dem Weg ins Eheglück begleitet.

„Früher haben Brautpaare sich Bücher angeschaut und auf diese Weise Anregungen erhalten. Heute lassen sie sich von Pinterest inspirieren. Dort legen Bräute ihre eigene Pinnwand an“, weiß die Expertin. Das führt auch dazu, dass die Bräute von heute konkrete Vorstellungen davon haben, wie die Hochzeit aussehen und ablaufen soll.

Was einige Zeit angesagt war, nämlich der Vintagelook, klingt langsam aus und wird vom Bohostil abgelöst, der an die Hippiezeit erinnert. Dazu gehört es, die Blumen so zu dekorieren wie sie sind und nicht in eine Form zu pressen. Weidmann beschreibt das als „wild und ungezwungen“.

Als Materialien bei einem Fest im Bohostil sind Spitze und Leinen angesagt. Auch die Makrameetechnik, in der Schmuck, Textilien und Dekogegenstände geknüpft werden, feiert hier ihr Revival. Durchaus üblich ist es auf Tischdecken zu verzichten – wenn die Tische aus Holz sind. Da ist es erwünscht, dass die Oberfläche Gebrauchsspuren aufweist, das macht den Used-Look aus. Passend zum Bohostil liegen auch Leinenservietten voll im Trend. Absolut out sind die klassisch gefalteten, weißen Stoffservietten.

Allerdings zeichnet sich bereits ein neuer Trend ab, nämlich der Urbanstil, der durch industrielle Elemente wie Metall, Glühbirnen und Kabel zum Ausdruck gebracht wird. Dazu passen schwarze Teller, die mit ebenfalls schwarzen oder goldenen Kerzen kombiniert werden.

Ob Urban- oder Bohostil: „Längliche Gestecke für den Tisch sind absolut out. Vielmehr werden viele kleine Vasen aneinandergereiht und mit Schnittblumen dekoriert“, so Weidmann.

Silberne Kerzenleuchter gehen natürlich immer, aber gerade angesagt ist eine Deko in einem Farbspektrum von Rose über Rosegold, in Kupfer- und Goldtönen.

Weil kein Paar wie das andere ist, sollte auch das Hochzeitsfest so individuell wie möglich ausgerichtet werden. Ist das gradlinig, rockig oder romantisch? Auch die Location sollte Berücksichtigung finden, weist die Expertin auf einen weiteren Aspekt hin: In einer Scheune darf die Dekoration rustikaler sein als in einem Schloss. „In der Regel kommen die Trends aus Amerika und schwappen zu uns herüber“, hat die Expertin festgestellt.

Apropos: Die Tage der Candybar, auf der Süßigkeiten hübsch angerichtet werden, sind gezählt. Hier stehen mit der Saltybar, sowie einer Gin- und Whiskybar, die Nachfolger bereits in den Startlöchern. Verschiedene Leckereien werden dort angerichtet und mit Blumen und passenden Accessoires dekoriert.

Grundsätzlich richtet sich die Dekoration – und hier vor allem die Auswahl der Blumen – nach der Jahreszeit. Bei einer Hochzeit im Frühling sind zarte, pastellige Farben angesagt. Im Herbst bieten sich satte, kräftige Farben und Beerentöne an.

Jana Weidmann war 21 Jahre alt, als sie sich nach abgeschlossener Ausbildung als Floristin selbstständig gemacht hat. Sieben Jahre lang hatte sie einen eigenen Blumenladen in Ditzingen. In ihren Spitzenzeiten habe sie fünf bis sechs Hochzeiten pro Wochenende gehabt, für die sie verantwortlich war, erzählt sie. Als Mutter einer acht Monate alten Tochter tritt sie jetzt kürzer. Zwei Events am Wochenende sind jetzt das Maximum. Gemeinsam mit 15 anderen Experten, die sich dem Thema Hochzeit widmen, präsentiert sie in einen Showroom in Leonberg, dem Braut-Raum, Ideen rund um den schönsten Tag im Leben.

Wer heiraten will, sollte mindestens ein Jahr Vorlaufzeit einplanen. Jana Weidmann empfiehlt die Begleitung durch einen Hochzeitsplaner. Und zwar nicht nur, weil sie selbst in diesem Bereich tätig ist. „Der Experte plant die zeitlichen Abläufe, und kennt die richtigen Dienstleister für jedes Paar. „Man kann die Auswahl eines falschen Fotografen nie wieder wett machen“, nennt sie ein Beispiel. Am wichtigsten sei es jedoch, dass die Begleitung durch einen Profi Zeit und Nerven schone. Zirka 20 Prozent des Budgets sollten als Honorar für diese Dienstleistung einkalkuliert werden. Apropos Kosten: „Unter 20.000 Euro für eine große Hochzeitsfeier geht heute nichts mehr“, schildert Jana Weidmann ihre Erfahrung.

Alles richtig gemacht hat sie, wenn das Brautpaar mit Tränen der Rührung in den Augen den Raum betritt, in dem die Feier stattfindet. In Sachen Traumhochzeit ist Jana Weidmann nicht nur in der Region unterwegs: Auch auf Mallorca, in Österreich oder in der Schweiz hat sie den Paaren den Raum geschaffen, den sie sich für ihre Hochzeitsfeier gewünscht haben. „Das war ne coole Sache“, erinnert sich die Floristin daran, dass sie einen Strauß gebunden hat, den ein Paar mit nach Island genommen hat. Vier Tage waren die Blumen unterwegs und auch am Zielort immer noch frisch.

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