Logo

Prognos-Studie

Für Senioren ist der Kreis besonders lebenswert

Die Lebensqualität im Kreis Ludwigsburg ist im Bundesvergleich weiter hoch. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Studien, die das ZDF beim Prognos-Institut in Auftrag gegeben hat.

Vor allem für Senioren ist die Lebensqualität hoch. Archivfoto: Patrick Seeger /dpa
Vor allem für Senioren ist die Lebensqualität hoch. Foto: Patrick Seeger /dpa

Kreis Ludwigsburg. Interessant: Vor allem Senioren finden bundesweit fast nirgendwo bessere oder ähnlich gute Lebensverhältnisse vor wie im Kreis Ludwigsburg. Im Ranking der insgesamt 401 Kreise und kreisfreien Städte rangiert Ludwigsburg als baden-württembergischer Landesbester bundesweit auf Platz sieben. Ebenfalls gut, wenn auch weniger glänzend präsentiert sich der Kreis hingegen seinen Familien. Auch im Familien-Ranking reicht es unter den 401 Kreisen und kreisfreien Städten im Bund aber immerhin zu Platz 44.

Aufschlussreicher als die bloße Platzierung sind die Punktzahlen, die das Prognos-Institut in jeweils in vier Bereichen vergeben hat, die vergleich- und messbare Einflussgrößen auf die Lebensqualität abbilden sollen. In der Familienstudie erreicht der Kreis Ludwigsburg demnach 114,1 von 200 möglichen Punkten. Der Hochtaunuskreis als Primus rangiert bei 131,4, der Bundesdurchschnitt liegt bei 104,2 Punkten. Das zeigt: In seiner Attraktivität für Familien liegt der Kreis aut dem Ranking zwar locker im besten Fünftel, nach Punkten ist er von der Spitze aber deutlich weiter weg als vom Mittelmaß.

Zum Vergleich die Senioren-Studie: Ludwigsburg kommt auf 132,8 von 200 Punkten, Spitzenreiter Jena auf 141,5, das Schlusslicht, der Eifelkreis Bitburg-Prüm, auf 83,1 Punkte – bei einem bundesweiten Durchschnittswert von 112,5. Das zeigt: Der Kreis gehört auch der Punktewertung nach eindeutig zu den seniorenfreundlichsten der Republik.

Doch wie kommt die Studie auf diese Bewertung? Ein Blick in die einzelnen Bereiche, die geprüft wurden, ergibt Stärken- und Schwächen-Profile. Wenden wir uns zunächst der Familienstudie zu. Dabei ergibt sich im Bereich Geld & Wohnen eine Überraschung: Zwar verschlingen die Mieten bei uns 30 Prozent der Familieneinkommen – der Kreis gehört damit bundesweit zu den kostspieligsten. Doch umgekehrt sind die Einkommen wiederum so hoch, dass der Kreis unterm Strich in dieser Rubrik recht gut dasteht. Große Stärke ist das Feld Gesundheit und Sicherheit, obwohl Kinder- und Hausarztdichte bestenfalls durchschnittlich sind. Vergleichsweise schlecht schneidet der Kreis im Bereich Freizeit & Kultur ab – nachvollziehbar ist indessen kaum, weshalb insbesondere die Stichworte Gastronomie und Freizeitflächen als unterdurchschnittlich bewertet werden. Seinen Tiefstwert muss der Kreis bei der Gleichstellung von Männern und Frauen hinnehmen – Rang 343 von 401.

Erhält der Wohnungsmarkt wegen der guten Einkommen bei Familien noch ordentliche Noten, so ist er für Senioren ein Kardinalproblem: Die Wohnkosten fressen im Kreis 44 Prozent der Renten, Pensionen und Ruhegelder der älteren Generation auf – das reicht nur für Platz 364 unter den 401 in der Studie verglichenen Gebietskörperschaften. Auch beim Thema Gesundheit und Pflege gibt es Defizite, besonders im Bereich der Pflegesituation. Dass der Kreis trotzdem einen Spitzenplatz in der Lebensqualität für Senioren einnimmt, ist vor allen guten Werten in den Bereichen Sicherheit & Infrastruktur sowie Wirtschaft & Demografie zu verdanken.

Autor: