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Kirche

Fusion der Bezirke Ditzingen und Vaihingen rückt näher

Die Grundstimmung innerhalb des evangelischen Kirchenbezirks Vaihingen zur Fusion mit dem Nachbarbezirk Ditzingen ist positiv. Bei der Sondersynode am Samstag in der Aula des Lichtensterngymnasiums gab es jedoch noch einige Fragen zu klären. Entschieden wird in beiden Bezirken im März, ob die Fusion zu Ende geführt oder die Sondierung abgebrochen wird.

Der Vorsitzende der Bezirkssynode, Albrecht Noller, erläutert die geplante Fusion der evangelischen Kirchenbezirke Vaihingen und Ditzingen in der Sondersitzung im Sachsenheimer Lichtensterngymnasium, rechts im Bild ist der Vaihinger Dekan Rainer Zeyh
Der Vorsitzende der Bezirkssynode, Albrecht Noller, erläutert die geplante Fusion der evangelischen Kirchenbezirke Vaihingen und Ditzingen in der Sondersitzung im Sachsenheimer Lichtensterngymnasium, rechts im Bild ist der Vaihinger Dekan Rainer Zeyher zu sehen. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Die Kirchen verlieren jedes Jahr Mitglieder, und die evangelische Landeskirche reagiert mit der Streichung von Pfarrerstellen. Die Folge: Dekanate sollen zusammengelegt werden. Der Vaihinger Dekan Rainer Zeyher hat die Gespräche über einen Zusammenschluss mit angestoßen. „Wir wollen die Fusion, um zukunftsfähig zu bleiben“, erklärte er am Samstag. Vaihingen zählt 27.000 und Ditzingen 31.000 Kirchenmitglider.

„Fusionen haben immer den Geschmack des Ziels der Stelleneinsparungen“, räumt Zeyher ein. „Ich will die Fusion aus der Stärke heraus, damit wir niemandem kündigen müssen“, sagte der Dekan. Er wolle alle bisherigen Mitarbeiter in der Diakonie, in der Musik und im Jugendwerk in den größeren Bezirk einbringen. „Aufgaben gibt es genug.“ Und für die einzelnen Kirchengemeinden verändere sich nichts, betonte der Dekan.

Dem Vorsitzenden der Bezirkssynode Albrecht Noller (Oberriexingen) war es wichtig eingangs der Sitzung festzustellen, „dass unser Auftrag, den wir als einzelner Kirchenbezirk haben, nach einer Fusion der gleiche bleibt – nämlich das Evangelium von Jesus Christus in Wort und Tat weiterzugeben und die Kirchengemeinden in diesem Auftrag zu unterstützen.“

Der Kirchenbezirk sei nicht zuletzt eine Verwaltungseinheit, die die Kirchengemeinden in ihrer Arbeit entlasten solle. „Unsere Aufgabe war es zu prüfen, wie die Kirchenbezirke das auch mittel- und langfristig leisten können“, betonte Noller und berichtete, dass die Mitglieder der Steuerungsgruppe mehrheitlich zu der Überzeugung gelangt seien, dass die Herausforderungen der Zukunft in der größeren Einheit leichter zu bewältigen sei. Der Sitz des zukünftigen Kirchenbezirks Vaihingen–Ditzingen soll Vaihingen werden. Zunächst sollen beide Dekane im Amt bleiben.

Befürchtungen sind, dass der Kirchenbezirk unpersönlicher und unflexibler werden könnte. Die Wege würden weiter und die Beziehungs- und Bewegungsachsen nach Ditzingen ausgerichtet. Bei der kirchenbezirklichen, diakonischen Arbeit soll alles beim Bewährten bleiben. Das Teilgebiet Ditzingen wird weiterhin durch den Kreisdiakonieverband versorgt werden, während im Teilgebiet Vaihingen die Diakonische Bezirksstelle erhalten bleibt. Beide Bezirksjugendwerke können autonom und kooperierend wie bisher weiterarbeiten. Sie sind rechtlich unselbstständige Untergliederungen des Evangelischen Jugendwerk in Württemberg.

Beide Kantorenstellen können wie bisher erhalten werden. Eine Fusion der Kirchenbezirke biete die Möglichkeit eines institutionalisierten Austauschs und einer engeren Kooperation, bei der Ausbildung von Orgelschülern, betonte Albrecht Noller.

Am 1. Januar 2020 würde die Fusion wirksam werden und Ditzingen und Vaihingen wären ein Kirchenbezirk, wenn die Bezirkssynoden einen Zusammenschluss befürworten. Von der Sondersynode in Sachsenheim ging ein positives Signal aus.

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