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Gefahr für die Flugsicherheit: 24 Bäume müssen weg

Im Freizeitpark werden die Sägen angesetzt – Spitzahorn ist teilweise 20 Meter hoch gewachsen – Direkt in der Flugschneise des Flugplatzes Pattonville

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Bäume stören den Anflug auf den Pattonviller Flugplatz. Foto: Holm Wolschendorf

Kornwestheim. Im Freizeitpark werden am 13. Oktober die Motorsägen kreischen. 24 Laubbäume, dabei handelt es sich um Spitz- und Bergahorn, sollen an diesem Tag gefällt werden. „An dieser Maßnahme führt leider kein Weg vorbei“, sagte Cordula Wohnhaas, Leiterin der Stabsstelle für Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Kornwestheim, auf Anfrage unserer Zeitung.

Die vor rund 30 Jahren gepflanzten Bäume im östlichen Bereich des Freizeitparks hinter dem Schlittenhügel sind teilweise 20 Meter hoch geworden. Sie stellen eine Gefährdung für die Sicherheit auf dem angrenzenden Flugplatz in Pattonville dar, befinden sie sich doch direkt in der Flugschneise. Man habe sich intensiv mit der Frage beschäftigt, ob es Sinn mache, die Baumkronen zurückzuschneiden. Diese Idee wurde jedoch verworfen. „Dann sind es keine richtigen Bäume mehr“, so Wohnhaas. Außerdem würden sie anschließend weiterwachsen.

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend hatte die Stadtverwaltung unter dem Tagesordnungspunkt Bekanntmachungen in schriftlicher Form über die geplante Rodungsaktion informiert. Die Bäume befinden sich zwar auf Stuttgarter Gemarkung, das Gelände ist jedoch von der Stadt Kornwestheim gepachtet worden und gehört zum Freizeitpark. In den Bäumen befinden sich keine Baumhöhlen, in denen Vögel brüten könnten, so die Stadtverwaltung. Das geht aus dem artenschutzrechtlichen Gutachten hervor, das der Fliegerverein erstellen musste. Einige Bäume gehören der Stadt Stuttgart, einige der Stadt Kornwestheim.

Sowohl die Kosten für die Fällung als auch für die Entsorgung der Bäume übernimmt die Flugbetriebsgemeinschaft. Sie ist auch für die ökologische Ausgleichsmaßnahme verantwortlich. Dabei handelt es sich aber nicht um Bäume, die in einigen Jahren erneut zum Problem werden könnten.

Vielmehr soll auf dieser Fläche eine extensive und artenreiche Fettwiese entstehen. Aus ökologischen Gründen sei es durchaus sinnvoll, die Landschaft in diesem Bereich offen zu gestalten. „Das ist eine wertvolle Fläche, zum Beispiel für Zugvögel“, so Wohnhaas. Auch die Kosten für die Bodenvorbereitung und die Aussaat werden von der Flugbetriebsgemeinschaft getragen.

Fachlich begleitet wird diese Maßnahme von der Stuttgarter Stadtverwaltung. So ökologisch wertvoll die Fettwiese auch ist, wird der Verlust der Bäume nicht unbemerkt bleiben. „Den Menschen, die in diesem Bereich oft unterwegs sind, wird es schon auffallen, dass die Bäume verschwunden sind“, macht sich die städtische Umweltexpertin keine Illusionen. „Die Fläche erhält künftig einen anderen ökologischen Wert“, betont sie.