Logo

Gemeinde geht barrierefreien Umbau an

Sechs Bushaltestellen werden umgestaltet – Zeitplan hängt von Gewährung des Landeszuschusses ab

murr. Fünf Bushaltestellen im Murrer Ortskern sowie eine in der Bietigheimer Straße sollen barrierefrei umgebaut werden. Damit kommt die Gemeinde der Aufforderung des Landes nach, das eine vollständige Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr bis 1. Januar 2022 erreichen will.

Bei der Vorstellung der konkreten Umbaupläne im Gemeinderat am Dienstagabend zeigte sich Bürgermeister Torsten Bartzsch allerdings skeptisch, dass dieses Ziel in Murr im gesteckten Zeitrahmen zu erreichen ist. Nicht weil die Arbeiten baulich so anspruchsvoll wären, sondern weil das entsprechende Zuschussprogramm des Landes heillos überzeichnet ist: „Es wird sich zeigen, ob das Geld im Fördertopf für alle reicht“, so Bartzsch, der die vom Verbandsbauamt gefertigten Umbaupläne nur umsetzen will, wenn sie auch gefördert werden; schließlich sei das Land die politische Ebene, die Barrierefreiheit fordere. Die Kosten für Murr liegen geschätzt bei 510000 Euro, die Gemeinde erwartet einen Zuschuss von 142000 Euro.

Die beiden Bushaltestellen an der Hardtlinde und die Haltestelle Blattert in Fahrtrichtung Marbach bleiben in der jetzigen Form eines Buskaps bestehen und erhalten zusätzlich ein Hochbord, genügend Manövrierfläche für Rollstühle und Kinderwagen, stufenlose Zugänge und Blindenleitstreifen. Die Busbucht an der Haltestelle Ortsmitte (beim Rathaus) in Fahrtrichtung Marbach wird zu einem analog ausgestatteten Buskap umgebaut. Das bedeutet, dass der Bus hier künftig auf der Hindenburgstraße hält. Auf der gegenüberliegenden Seite ist wegen der bestehenden Parkplätze kein Umbau möglich, so Jürgen Ruoff vom Verbandsbauamt.

Bleibt noch die Haltestelle Blattert in Fahrtrichtung Ortsmitte. Auch hier wird die bestehende Busbucht in ein Buskap umgebaut, wegen des geringeren Platzbedarfs können noch zwei öffentliche Parkplätze angelegt werden. Die Busbucht in der Bietigheimer Straße in Fahrtrichtung Ortsmitte behält ihre Form und wird den Anforderungen der Barrierefreiheit angepasst.

Mittelfristig, so Bürgermeister Torsten Bartzsch, muss die Gemeinde womöglich weitere 500000 Euro für den öffentlichen Nahverkehr aufbringen. Dann nämlich, wenn das Landratsamt eine Erweiterung der Buslinie 567 Richtung Bietigheim-Bissingen auf elf Fahrtenpaare genehmigt. Dann müssten im Industriegebiet und im Wohngebiet Egarten weitere fünf Bushaltestellen geschaffen werden, die von Anfang an barrierefrei geplant werden.

Autor: