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Ernte

Getreideernte später dran als im Vorjahr

Landwirte im Kreis warten auf trockene Phasen und sind offenbar zwei Wochen später als im Vorjahr dran

Zwischen Sonnenschein und dunklen Wolken: Noch ist das Getreide nicht eingebracht. Foto: Alfred Drossel
Zwischen Sonnenschein und dunklen Wolken: Noch ist das Getreide nicht eingebracht. Foto: Alfred Drossel

Kreis Ludwigsburg. Die Wintergerste im Landkreis ist reif und könnte geschnitten werden. Die Landwirte warten jetzt nur noch darauf, dass nach dem Regen der vergangenen Tage trockene Phasen anbrechen. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Ludwigsburg-Heilbronn, Eberhard Zucker, zeigt sich gegenüber unserer Zeitung optimistisch – wenn auch die Getreideernte rund zwei Wochen später dran sei als im Vorjahr.

„Regen ist gut“, so der Vaihinger Zucker, „aber jetzt brauchen wir eine Pause und Sonne.“ Vereinzelt bestehe die Gefahr von Pilzkrankheiten, wenn das Korn nicht abtrocknet. Die Gerste müsse deshalb schnell weg von den Feldern, weil sie sonst auskeimen könne. Und das würde zu einer Qualitätsminderung führen.

Die Ernteaussichten seien im Landkreis regional unterschiedlich. Dort, wo es viel geregnet habe, wie beispielsweise im Raum Marbach und Remseck und dem südlichen Strohgäu, oder wo die Unwetter vorbeigezogen seien wie in Vaihingen oder Bönnigheim, sehe es uneinheitlich aus. Insgesamt aber, so Zucker, seien die Voraussetzungen für eine zufriedenstellende Ernte gegeben. „Menge und Qualitäten sind aber erst in der Mühle und auf der Waage messbar“, sagt der oberste Bauer im Kreis.

Nach den schlechten Ernten der vergangenen drei Jahre soll es 2021 wieder normale Erträge geben. Das geht aus der Ernteprognose des Landesbauernverbands Baden-Württemberg für dieses Jahr hervor. Nach den Dürresommern habe der Regen dem Boden gutgetan. Das Getreide stehe überwiegend stattlich da, Notreife und Hitzeschäden gebe es dieses Jahr nicht, heißt es beim Landesbauernverband. Die Getreideernte könne daher in den nächsten Tagen beginnen, wenn es warm werde.

Gemäß der veröffentlichten dritten Prognose für die neue Ernte erwartet der Verband ein durchschnittliches Ergebnis in Höhe von rund 43,7 Millionen Tonnen Getreide; das sind rund 312000 Tonnen weniger als noch im April prognostiziert. Grund für die Anpassung sind neue Zahlen des Statistischen Bundesamts, die von einer deutlich geringeren Anbaufläche für Sommergetreide ausgehen.

Die Wiesbadener Statistiker haben ebenfalls den Anbau von Sommergerste zur Ernte 2021 um 17 Prozent kleiner als im Vorjahr und von Sommerweizen um 35,7 Prozent unter dem Vorjahresareal beziffert, heißt es in einer Mitteilung.

Grundsätzlich zeichnet sich für 2021 aber eine umfangreichere Weizenfläche sowie Weizenernte ab. Die Weichweizenproduktion in der EU soll im kommenden Jahr um knapp zehn auf 128 Millionen Tonnen zunehmen, die Erntemenge an Hartweizen könnte auf 8,1 Millionen Tonnen zulegen. Die Gerstenernte wird sich mit 54,8 Millionen Tonnen möglicherweise auf gleichem Niveau bewegen wie 2020.

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