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GESUNDHEIT

Grippe hat die Menschen im Landkreis fest im Griff

Es wird geschnieft, geniest und gehustet: Grippe und grippale Infekte grassieren derzeit. Die Krankmeldungen häufen sich. Die Influenza ist nicht so schlimm wie im Vorjahr, die Erkältungen sind dafür hartnäckiger.

Erkrankungen müssen gut auskuriert werden, raten Mediziner.Archivfoto: Maurizio Gambarini/dpa
Erkrankungen müssen gut auskuriert werden, raten Mediziner. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

KREIS LUDWIGSBURG. „Die Grippewelle hat uns im Griff, sie verläuft aber längst nicht so dramatisch wie im vergangenen Jahr“, sagt der Leiter des Gesundheitsdezernates des Landkreises, Dr. Thomas Schönauer. Vom 1. November 2018 bis gestern wurden 749 Grippefälle gemeldet. Laut Schönauer waren es im selben Zeitraum des Vorjahres bereits 1530 Fälle und damit mehr als doppelt so viele.

Impfbereitschaft größer als im Vorjahr

Zwar würden die zurückliegenden tollen Tage vermutlich nochmals einen Anstieg bringen, der sei aber nichts im Vergleich zu den Zahlen aus dem Vorjahr, so der Mediziner. Weil es langsam wärmer werde, sei das Schlimmste vorbei. Schönauer nennt auch einen wichtigen Grund für den schwächeren Krankheitsverlauf in der aktuellen Saison: Die Impfbereitschaft sei größer gewesen, der wirksamere Vierfachimpfstoff zum Einsatz gekommen. Wegen der starken Nachfrage war der aber schnell vergriffen.

Die Influenza genannte echte Grippe ist eine akute Erkrankung der Atemwege, die durch Grippeviren ausgelöst wird. Sie ist, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert, ernsthaft und mitunter auch lebensbedrohlich. Erkältungen oder grippale Infekte werden hingegen von anderen Erregern verursacht. Auch die Ärzte im Landkreis stehen häufig vor der Aufgabe, zu beurteilen, ob es sich um eine Influenza oder einen grippalen Infekt handelt. So auch der Vorsitzende der Ärzteschaft Ludwigsburg, Dr. Michael Friederich, der eine Praxis in Markgröningen betreibt. Er hatte in diesem Jahr schon Patienten, bei denen Influenza nachgewiesen wurde. Einer berichtete ihm anschaulich, wie die Erkrankung begann. Er sei mit seiner Frau noch beim Abendessen gesessen, als sich sein Zustand schlagartig verschlechtert habe und er sich sofort hinlegen musste. „Die Influenza beginnt schlagartig, als ob man einen Schalter umlegt“, sagt Friederich. Neben Glieder- und Kopfschmerzen hätten die Patienten schnell sehr hohes Fieber, hinzu kämen Erkrankungen der Atemwege. Die Influenza hat in früheren Jahrhunderten Millionen Opfer gefordert. In der Saison 2017/18 war es mit bundesweit mehr als 300.000 Erkrankten so schlimm wie schon lange nicht mehr. Die Zahl der Betroffenen dürfte weit darüber liegen. Experten zufolge gibt es eine hohe Dunkelziffer.

Ein grippaler Infekt beginnt laut Friederich hingegen schleichend mit Schnupfen, Husten und erhöhter Temperatur. Dem Vorsitzenden der Ärzteschaft fallen dieses Jahr sehr hartnäckige Infekte auf, zu denen sich dann oft auch noch Magen-Darm-Infekte gesellen. „Unser Wartezimmer ist voll, viele haben sich angesteckt“, berichtet er.

Das deckt sich auch mit einer Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert-Koch-Institutes, das die Aktivität aller Atemwegserkrankungen im Kreisgebiet derzeit noch als deutlich bis stark erhöht einschätzt. Laut Friederich kommt es überdies häufig vor, dass die Beschwerden – beispielsweise ein trockener Reizhusten – lange andauern. Mit den Krankmeldungen sei er gerade eher großzügig, damit die Patienten die Infekte richtig auskurieren können. Friederich betont, dass es Geduld brauche, bis die Infektion überstanden ist. Danach sollten sich die Patienten möglichst an der frischen Luft bewegen, das tue der Lunge gut. Seine Tipps, um möglichst gesund durch den Restwinter zu kommen:

Zu Infizierten auf Abstand gehen.

Auf Händeschütteln verzichten.

Häufiger die Hände waschen.

Wenn die Nasenschleimhäute durch den Aufenthalt in beheizten Räumen austrocknen, Nasensalbe oder pflegende Sprays verwenden.

Bei trockenem Husten viel trinken und auch mal ein Bonbon lutschen.

Entzündungshemmende Tabletten lindern die Symptome.

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