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Tunnelübung

Große Feuerwehrübung in der langen Röhre

Feuerwehr schult Einsatzkräfte im Gottlob-Grotz-Tunnel - Wegen Corona neue Taktik mit Abstand

Löschen und Suchen waren die Übungsziele im gesperrten Grotz-Tunnel am Freitagabend.Fotos: Alfred Drossel
Löschen und Suchen waren die Übungsziele im gesperrten Grotz-Tunnel am Freitagabend. Foto: Alfred Drossel
Die Einsatzkräfte nutzten die ohnehin fällige Revision zur Übung.
Die Einsatzkräfte nutzten die ohnehin fällige Revision zur Übung.

Bietigheim-Bissingen. Unter Coronabedingungen haben knapp 100 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr den Ernstfall im Grotz-Tunnel geübt. Die Übung lief schulmäßig ab. Ihr ging eine theoretische Schulung der Einsatzkräfte voraus.

Tunnelanlagen wie der 640 Meter lange Grotz-Tunnel unter Bissingen stellen die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Starker Rauch, schlechte Sicht und lange Wege mit der über 30 Kilogramm schweren Ausrüstung lassen Löscheinsätze zur psychischen und physischen Belastungsprobe für die Männer und Frauen der Wehr werden.

Daher werden solche Einsätze von der Feuerwehr regelmäßig simuliert, um im Ernstfall bestens mit den Bedingungen vor Ort vertraut zu sein. Da das Bauamt der Stadt die planmäßige Sperrung des Tunnels am Freitagnachmittag bis Samstag ohnehin für eine Revision vorgesehen hatte, hat die Feuerwehr die Chance genützt und den Ernstfall geprobt. Laut Stadtkommandant Frank Wallesch dürften diese Übungen nicht zur Routine werden. Immer würden neue Erkenntnisse eingearbeitet und eine verbesserte Technik eingesetzt. Glücklicherweise, so Wallesch, sei es bisher im Tunnel noch zu keinen größeren Einsätzen gekommen,

Personen in Autos könnten bei einem Tunnelbrand etwa 15 Minuten lang überleben, wenn die Türen und Fenster geschlossen bleiben und die Lüftung am Fahrzeug ausgeschaltet ist. Die Rettungskräfte haben also nicht viel Zeit. Es gilt eine schnellstmögliche Brandbekämpfung und das Absuchen des verrauchten Bereichs nach Menschen.

Das waren auch die Aufgabenstellungen bei der Übung. An den Tunnelportalen hatten sich die Einsätzkräfte mit ihrem Fahrzeugen versammelt. Oliver Sinn von der Abteilung Bissingen informierte die Einsatzkräfte am Nordportal. Um die Einsatzmittel nicht am Mann tragen zu müssen, verwendet die Wehr Rollwagen, mit denen sie ganz nah an die Einsatzstelle fahren kann.

Vom Südportal aus gingen die Einsatzkräfte mit Wasser vor. Im Normalfall läuft alles parallel miteinander. Aber wegen Corona wurde getrennt geübt. Die Feuerwehr hat diesmal auch darauf verzichtet, ein Horrorszenario mit Rauch, Dunkelheit, verunglückten Fahrzeugen und „Verletzten“ aufzubauen.

Die Tunnelbeleuchtung blieb eingeschaltet und die Nebelmaschinen blieben aus. „Wir wollten so üben, dass man das Vorgehen der Kräfte sieht und dass alle Mitwirkenden daraus lernen können“, betont Frank Wallesch. Eine starke Stunde dauerte der Übungseinsatz. Dann bestimmten die Tunneltechniker das Geschehen.

Der erste Tag der Sperrung gehört nämlich den Technikern. Sie simulieren in der Überwachungszentrale verschiedene Gefahrensituationen und überprüfen dann, ob die dafür zuständige Technik auch funktioniert. Der gesamte Tunnel wird von Kameras überwacht. Hier werden auch die zehn großen Ventilatoren gesteuert. Die Luft im Tunnel wird gemessen, ob der Kohlendioxidgehalt zu hoch ist oder gar ein Fahrzeug brennt.

Dann muss alles ganz automatisch ablaufen: Die Entlüftung springt an und die Eingänge zum Tunnel werden gesperrt. Es kommt darauf an, dass die Notbeleuchtung funktioniert, schließlich müssen Autofahrer, die sich im Grotz-Tunnel befinden, nach draußen geleitet werden. Diese Sicherheitschecks finden regelmäßig statt. Der Verkehr wird in dieser Zeit über Bissingen umgeleitet. Dabei kommt es zeitweise zu dichtem Verkehr. Die Sperrung des Tunnels läuft immer nach dem selben Schema ab.

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