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Podiumsdiskussion

Großes Interesse an den Kandidaten

Die Mundelsheimer wählen am 14. Oktober ihren neuen Bürgermeister. Gestern Abend haben sich die fünf Kandidaten bei der Podiumsdiskussion unserer Zeitung gemeinsam der Öffentlichkeit präsentiert.

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Die Bürgermeisterkandidaten im Gespräch mit LKZ-Redakteur Frank Elsässer (Mitte, links) und Kreisredaktionsleiter Stephan Wolf. Foto: Oliver Bürkle

Mundelsheim. Die Käsberghalle war voll besetzt, als Stephan Wolf, Leiter der LKZ-Kreisredaktion, und Redakteur Frank Elsässer den fünf Bewerbern um den Chefsessel im Rathaus auf den Zahn gefühlt haben. Amtsinhaber Holger Haist hat nach 16 Dienstjahren auf eine erneute Kandidatur verzichtet.

Zunächst gab es eine lockere Aufwärmrunde, bei der Lucas Barg, Dirk Breisig, Ulrich Raisch, Boris Seitz und Bernhard Wein kurze Sätze ergänzen und somit Spontanität beweisen mussten. Als das Eis gebrochen war, forderte Frank Elsässer die Kandidaten auf, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Als Bürgermeister von Mundelsheim solle sich jeder in die Zeit vor der nächsten Wahl im Herbst 2026 versetzen und die Erfolge der zurückliegenden Amtsperiode aufführen.

Der Stuttgarter Musikpädagoge Raisch, der seit 2008 bereits über 40-mal für das Amt des Bürgermeisters kandidiert hat, sprach von schwierigen Herausforderungen und einer Amtszeit ohne Wunschkonzert. Der selbstständige Unternehmensberater und Mundelsheimer Gemeinderat Dirk Breisig will in acht Jahren als Leitwolf die angestauten Projekte verwirklicht und Mundelsheim gemeinsam mit den Bürgern aktiv weiter gestaltet haben. Verwaltungswirt Boris Seitz aus Mundelsheim zeigte sich zuversichtlich, dass in acht Jahren das Neubaugebiet „Seelhofen IV“ fertig abgewickelt und die jetzt angespannte Kitasituation im Griff sein wird. Bernhard Wein, Lehrer und Forstbeamter im niedersächsischen Bomlitz, möchte im Jahr 2026 den Ort krisensicher aufgestellt haben. Dafür setzt er auf eine qualitätvolle, touristische Entwicklung. Lucas Barg, der im Bürger- und Ordnungsamt Marbach arbeitet, sieht das Neubaugebiet abgeschlossen, die Kinderbetreuung bedarfsgerecht ausgebaut, den Tourismus angekurbelt und die Nahversorgung gesichert.

Und schon war die Podiumsrunde mittendrin in der Kommunalpolitik. Als erstes konkretes Thema griffen die Moderatoren die angespannte Personalsituation in der Verwaltung auf. Die in Auftrag gegebene Analyse sieht der 53-jährige Breisig kritisch, da die lokalen Strukturen nicht berücksichtigt seien. Eine Stelle sei mittlerweile besetzt, so dass nur noch eine bis anderthalb Stellen fehlten. Der 28-jährige Barg ist überzeugt, dass der Gemeinderat eine weitere Stelle genehmige, wenn die Personalnot überzeugend dargestellt werde. Da Personalkosten eine dauerhafte Belastung des Haushalts bedeuten, sieht Ulrich Raisch momentan keine Notwendigkeit für eine Aufstockung. Wichtiger sei ein anderes Personalmanagement. Boris Seitz sieht die Personalproblematik im öffentlichen Dienst als Regel, vermutlich sei kein Amt hundertprozentig besetzt. Der 36-Jährige ist sicher, dass man mit einem guten Betriebsklima und einem anpackenden Bürgermeister viel erreichen könnte. Auf einen zielorientierten Führungsstil und größtmögliche Freiheit bei der Arbeit für das Personal setzt der 55-jährige Bernhard Wein.

Was die Kandidaten unter anderem zu den Themen Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, Finanzen, Wohngebiete oder Kinderbetreuung zu sagen hatten, wird ausführlich in der morgigen Ausgabe berichtet.