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Nahverkehr

Haken hinter neues S-Bahn-Design

Die S-Bahnen in der Region werden Ende 2021 in neuen Farben aufs Gleis gesetzt. Die dafür nötige Vertragsunterzeichnung steht kurz bevor – sie kommt ohne Kostensteigerungen aus.

Hellgrau mit gelben und blauen Farbfeldern statt Rot: Regionalpräsident Thomas Bopp (Mitte) inspiziert das neue Design der S-Bahn. Foto: Holm Wolschendorf
Hellgrau mit gelben und blauen Farbfeldern statt Rot: Regionalpräsident Thomas Bopp (Mitte) inspiziert das neue Design der S-Bahn. Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. Der Stuttgarter S-Bahn-Chef Dirk Rothenstein hat „intensive Gespräche“ hinter sich. Das dürfte mit Blick auf seinen Verhandlungspartner eine Untertreibung gewesen sein. Auf der anderen Seite des Tischs saß der Bahnhersteller Bombardier, der seinen Ruf in der Region in den vergangenen Jahren ruiniert hat. Mal lieferte er Züge, bei denen die Schiebetritte nicht funktionierten, mal konnte er Bestellungen nicht pünktlich abarbeiten.

Doch jetzt sieht es so aus, dass die S-Bahnen in und um Stuttgart tatsächlich wie geplant ein neues Design bekommen werden, das auch noch im Kostenrahmen liegt. Das kündigte Rothenstein am Freitag im Verkehrsausschuss des Verbandes Region Stuttgart an. „Wir wollen in den nächsten Tagen einen Vertrag abschließen“, so Rothenstein. „Dann können wir in die heiße Phase eintreten.“

Das Ziel: ab Ende 2021 die roten S-Bahnen gegen hellgraue mit gelben und blauen Farbfeldern auszutauschen. Das Vorhaben schlägt mit rund 172 Millionen Euro zu Buche und soll den Fahrgästen Orientierungshilfen bieten und die Flotte pünktlicher machen (wir berichteten). Innen bekommen die Waggons neue, größere Monitore, WLAN für alle und Steckdosen.

Im Verkehrsausschuss bekam der S-Bahn-Chef Rothenstein, der in den vergangenen Jahren wegen der Unpünktlichkeit zuweilen heftig kritisiert wurde, jede Menge Lob. Der CDU-Regionalrat Rainer Ganske nannte die Nachrichten „äußerst erfreulich“. Die Grünen sind sich sicher, dass die Aufenthaltsqualität in den S-Bahnen steigen wird. Der ehemalige Böblinger Landrat und Freie Wähler Bernhard Maier sagte am Freitag: „Die S-Bahn fährt auch optisch in ein neues Zeitalter.“ Er verwies darauf, dass Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro anstehen, um das Angebot auf der Schiene auszubauen und zu verbessern.

Das Vorhaben kostet rund 172 Millionen Euro – zutragen von den Fahrgästen

Die Finger in die Wunde legten SPD und Linke. Der Fellbacher Sozialdemokrat Harald Raß etwa kritisierte, dass die Erste Klasse in den S-Bahnen nicht abgeschafft und die Zahl der Sitzplätze nach dem Redesign geringer ausfallen werde. Hinzu komme, dass die Zeche die öffentliche Hand zahlen müsse.

Der Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) schlägt vor, dem Hersteller Bombardier in den kommenden Monaten mal einen Besuch in Salzgitter abzustatten – auch wenn der sich laut Bopp hin und wieder „zickig“ geriere.

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