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Handballbezirk Enz-Murr veranstaltet Challenge: Wettbewerb im Kinderzimmer

Homechallenge in Pandemiezeiten: Bezirk Enz-Murr bewegt 562 Kinder – Über sechs Wochen treten Mannschaften im Kinderzimmer an

Handball für zu Hause. Foto: privat
Handball für zu Hause. Foto: privat

Kreis Ludwigsburg. Der Handballbezirk Enz-Murr wurde von dem großen Interesse an seiner Homechallenge für E- und D-Jugendmannschaften in Wettkampfform überrascht. Der Projektleiter Axel Speidel (Asperg) erzählt: „Wir hatten mit zehn bis 15 teilnehmenden Vereinen gerechnet, angemeldet haben sich dann 61 Mannschaften aus 27 Vereinen.“

„Der Ursprung der Idee“, erklärt der Bezirksvorsitzender Norwin Pollich (Backnang), „kam aus den Stammtischen mit den Abteilungsleitern und Jugendleitern im Dezember.“ Hier berichteten die Vereine, dass zu den E- und D-Jugendteams in den Vereinen wenig bis gar kein Kontakt besteht und sie Sorgen hätten, Spieler zu verlieren. Wie also die Kinder motivieren?

Die Verantwortlichen aus Enz-Murr überlegten nicht lange und konzipierten und organisierten über die Weihnachtsferien die Homechallenge als freiwilligen Bezirksspielbetrieb im Bezirk Enz-Murr. Wöchentlich treten dabei über mindestens sechs Wochen die Mannschaften aus der E-und D-Jugend in Wettkampfform gegeneinander an – im Kinderzimmer. Am Sonntagabend wird auf der Homepage des Bezirks je Altersklasse eine herausfordernde, aber kindgerechte Übung, die Spaß macht, eingestellt. Diese muss in einer bestimmten Zeit absolviert und die geleisteten Wiederholungen gezählt werden. Das Ergebnis übermitteln die Kinder an ihren Trainer, der es an die Staffelleiter im Bezirk meldet. Die Ergebnisse werden dort addiert und der Vergleich zum Gegner gewertet und in Tabellenform veröffentlicht.

Dahinter steckt viel ehrenamtliches Engagement, berichtet Axel Speidel: „Es arbeiten kontinuierlich insgesamt 15 Personen aus den verschiedensten Bereichen im Projekt mit: Projektleitung, Spieltechnik, Lehrstab, EDV und drei junge Handballspieler zwischen neun bis 14 Jahren, die die Übungen vormachen und das Video aufnehmen.“

Letztere sind die Brüder Adrian, Hendrik und Robert Bäßler aus Freiberg. Ihr Vater, der sich im Lehrstab des Bezirks als Trainer engagiert, musste seine Söhne nicht lange bitten. Adrian Bäßler (neun Jahre) erzählt: „Ich musste nicht überlegen, ich habe schon Videos für meinen Verein gemacht, dass macht mir Spaß.“ Auf die Frage, ob er die Übungen vorher trainieren muss, antwortet der begeisterte Handballspieler „Nein, das kann ich alles, aber mein Papa sagt mir immer noch, auf was ich achten muss.“ Der 14-jährige Bruder Robert Bäßler dreht und erklärt die Übungen. „Mir macht das Spaß. Ich überlege mir kurz vorher den Text, dann nehmen wir es auf. Normal brauchen wir so drei bis fünf Versuche, bei komplizierten Übungen maximal zehn. Das dauert auch nicht lange, so 15 Minuten pro Woche.“ Die 562 Teilnehmer danken es ihnen und fiebern jeden Sonntag auf die neuesten Übungen im Videoformat der drei Brüder hin. (red)