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Heimische Touristiker zufrieden

Fazit der Aussteller aus dem Landkreis Ludwigsburg vor dem Abschlusswochenende auf der CMT fällt durchweg positiv aus

Großes Interesse zeigen CMT-Besucher an Urlaubszielen in Deutschland. Foto: Messe Stuttgart
Großes Interesse zeigen CMT-Besucher an Urlaubszielen in Deutschland. Foto: Messe Stuttgart
Wohnwagen sind nicht nur bei Älteren wieder mehr gefragt.Foto: Jürgen Schmidt
Wohnwagen sind nicht nur bei Älteren wieder mehr gefragt. Foto: Jürgen Schmidt

Stuttgart. Neue Rekorde wird die Stuttgarter Reisemesse CMT wohl in ihrem 51. Jahr verfehlen, doch bei den heimischen Ausstellern schlägt das nicht auf die Stimmung. Egal ob Reisebüros und -veranstalter, kommunale Touristikorganisationen oder Firmen aus der Caravaning-Branche, die Aussteller aus dem Landkreis Ludwigsburg sind schon vor dem Abschlusswochenende der Messe durchweg zufrieden.

„Unsere Erwartungen sind voll erfüllt worden“, sagt beispielsweise Peter Albrecht, Seniorchef des Ludwigsburger Reiseveranstalters Karawane. Besonders gefragt sei in diesem Jahr erneut das südliche Afrika. Bei Fernreisezielen stehe Neuseeland bei den Urlaubern hoch im Kurs.

Ungebrochen ist sowohl bei Karawane, wie auch bei „Treffpunkt Schiff“, der Drang zum Urlaub auf hoher See. Vor allem zu den neuen Schiffen, wie der Aida Nova, hat es an beiden Messeständen viele Anfragen gegeben. Bei den Reisezielen seien dagegen keine Schwerpunkte erkennbar, sagt Michael Flender vom Ludwigsburger Kreuzfahrtspezialisten. Deutlich zugelegt habe aber das Interesse an Last-Minute-Angeboten für Kreuzfahrten im Februar oder März. Das könne aber auch daran liegen, dass dieses Thema in diesem Jahr bei „Treffpunkt Schiff“ am Messestand offensiver beworben wurde. Allerdings war laut Flender auch die Zahl der Besucher am Stand höher als im vergangenen Jahr. Das Interesse der Messebesucher gilt allerdings nicht nur dem Meer. „Es lief bisher super“, betont Juliane Lottko von Abanico, einer Korntaler Agentur, die individuelle Reisen nach Spanien organisiert. Andalusien sei dabei deutlich stärker gefragt als Katalonien.

Die Politik beeinflusst das Reiseverhalten nach Einschätzung heimischer Veranstalter derzeit wenig, mit einer Ausnahme. „Das Interesse für den Iran ist wegen der Kündigung des Atomdeals durch die USA um 35 bis 40 Prozent zurückgegangen“, sagt Musa Dogan, Inhaber von Gordion-Reisen. Messebesucher äußerten immer wieder die Befürchtung, dass sie nach einem Iran-Urlaub vielleicht kein Visum für die USA mehr bekommen, erzählt der Ludwigsburger Firmenchef. Dafür seien Oman und Georgien in diesem Jahr im Kommen. Und darüber hinaus gebe es großes Interesse für Albanien als Reiseziel. Das noch unbekannte Balkanland an der Adria sei weniger als zwei Flugstunden von Süddeutschland entfernt.

Noch näher sind die Tourismusgebiete im Landkreis Ludwigsburg, die auf der CMT vor allem um Tagesausflügler werben oder um Caravanurlauber, die die Region für einige Tage als Zwischenstopp nutzen, wie der Beilsteiner Bürgermeister Patrick Holl erklärt. Der Rathauschef machte am Donnerstag gemeinsam mit Weinprinzessin Franziska Pfizenmayer Werbung für die Tourismusgemeinschaft Marbach-Bottwartal. Die beteiligten Gemeinden wechseln sich während der zehn Messetage ab.

Das wird auch bei der Remstal-Gartenschau so praktiziert, die am 10. Mai eröffnet und von 16 Kommunen entlang des Flusses veranstaltet wird. Lana-Nele Lohrmann, die die Stadt Remseck im Gartenschauteam vertritt, zeigte sich mit dem Interesse auf der Messe sehr zufrieden. Auch zahlreiche Remstal-Cards, die Dauerkarten für die Gartenschau, seien bereits verkauft worden.

Positiv gestimmt ist auch die Caravaning-Branche zum Ende der CMT. Bei Heiko Steckdaub klingt das zwar etwas verhalten, doch das liegt daran, dass der gleichnamige Hersteller von Vorzelten vor allem Dauercamper als Kunden hat und der Familienbetrieb eher auf sanftes Wachstum setzt. Um künftige Kundschaft muss sich Steckdaub allerdings keine Gedanken machen, weil Dauercamping auch bei jungen Familien gefragt ist.

Wie das Dauercamping ist auch der Wohnwagen nicht vom Aussterben bedroht. Im vergangenen Jahr seien die Verkaufszahlen wieder gestiegen, sagt Hanne Herzog, Seniorchefin des Kichheimer Caravan-Händlers. Und auch der Zubehörverkauf auf der Messe sei in diesem Jahr ausgesprochen gut gelaufen, ergänzt ihr Sohn, Erich Herzog junior.

Bei Schafhäutle, ebenfalls in Kirchheim zu Hause, läuft das Geschäft mit Reisemobilen ebenso gut. Bei der Vermietung spiele allerdings das Dieselfahrverbot für Stuttgart durchaus eine Rolle, sagt Silvia Hellmann. Viele Kunden fragten bei der Buchung danach, ob es sich bei dem jeweiligen Fahrzeugen um einen Euro-6-Diesel handele.

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