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Kirchenfusion

Hohenstein hatte nie eigenen Pfarrer

Die bisher noch selbstständigen evangelischen Kirchengemeinden Bönnigheim und Hohenstein haben in ihren Kirchengemeinderatsgremien beschlossen, zum 1. Januar 2021 zu fusionieren. Es wird wohl nicht die letzte Veränderung von Kirchengemeinden im nördlichen Landkreis sein.

Die Dorfkirche von Hohenstein. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert. Foto: Alfred Drossel
Die Dorfkirche von Hohenstein. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert. Foto: Alfred Drossel

Bönnigheim. Damit gehören nach der 2001 erfolgten Fusion mit Hofen alle drei Bönnigheimer Stadtteile zu einer Kirchengemeinde. Faktisch wird sich nicht viel ändern, denn die Hohensteiner wurden bisher schon von Bönnigheimer Pfarrern versorgt und hatten in ihrer langen Geschichte noch nie einen eigenen Pfarrer. Die Kirchenfusion ist der allgemeinen Entwicklung geschuldet. Die Zahl der Gemeindemitglieder geht zurück – und es finden sich immer weniger Hohensteiner, die ein Amt in der Gemeinde übernehmen wollen. Vor 20 Jahren zählte die Hohensteiner Gemeinde rund 350 Mitglieder. Jetzt sind es 217. Die Gesamtkirchengemeinde soll 3188 Mitglieder zählen.

„Die Zusammenarbeit zwischen Bönnigheim und Hohenstein war immer schon sehr eng und vertrauenvoll“, sagt Pfarrer Ulrich Harst. Die Geschäftsführung für beide Kirchengemeinden wurde bereits bisher vom Pfarramt I aus wahrgenommen, während beide Pfarrer als Prediger für alle drei Predigtstellen – Cyriakuskirche, Hofener Ottilienkirche und Hohensteiner Dorfkirche – zuständig sind.

Der Antrag zur Kirchenfusion sei am 30. Juni an den Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gestellt worden, bestätigt Pfarrer Ulrich Harst. Die seit vielen Jahrzehnten gute und intensive Zusammenarbeit werde nun auch strukturell verankert und eröffne für die Zukunft neue Perspektiven.

Die Fusion kommt nicht überraschend: Die evangelischen Kirchengemeinden Hohenstein und Bönnigheim mit Hofen sind seit vielen Jahren im Gespräch miteinander, um über eine auch strukturell engere Zusammenarbeit zu verhandeln. Beide Kirchengemeinden hätten in den zurückliegenden Monaten in Gemeindeversammlungen ihre Mitglieder an diesem Diskussionsprozess beteiligt. In beiden Kirchengemeinderäten wurde ein Beschluss zur Fusion der zwei Kirchengemeinden zum 1. Januar 2021 gefasst.

„Wir freuen uns über die schon aktuell gute Zusammenarbeit und sind zuversichtlich, dass die Fusion uns auch eine gute Perspektive für die Zukunft gibt“, betont Ulrich Harst. Der Name der dann größeren Kirchengemeinde wird „evangelische Kirchengemeinde Bönnigheim“ lauten.

In der Vergangenheit kam es bisher nicht zur Fusion, weil die Hohensteiner ihre Eigenständigkeit nicht aufgeben wollten. Hohenstein hat noch einen eigenen Kirchengemeinderat und ein eigenes Gemeindeleben. Die Dorfkirche ist eine einfache Chorturmkirche aus dem 14. Jahrhundert, mit Sakristei-Kreuzgewölbe und Christuskopf als Schlussstein. 1892 wurde das Gotteshaus mit einigen neugotischen Details grundlegend erneuert. In der Kirche befinden sich einige reich gegliederte barocke Epitaphien der Familien Gaisberg und Schütz. Vor einigen Jahren wurde das Kirchenschiff mit einer Wand geteilt, um einen kleinen Gemeinderaum zu bekommen.

Die Fusion von Hohenstein mit Bönnigheim wird im nördlichen Landkreis nicht die letzte Veränderung bei den Kirchengemeinden sein. Ein reduzierter Stellenplan der Pfarrer zwingt die Gemeinden dazu, Gespräche über die Zukunft zu führen. Pfarrer Ulrich Harst bestätigt, dass es auch Gespräche mit den Kirchengemeinden in Erligheim und Kirchheim über eine intensivere Zusammenarbeit gebe. Ob es hier zur Fusion komme oder wie die Zusammenarbeit aussehen werde, wisse man noch nicht.

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