Logo

Im Kreis fehlen weiterhin Kapazitäten für Impfwillige

Kritik aus dem Gemeinderat Ludwigsburg – Nächste Woche rollt der Impfbus durch den Kreis – Ziel ist, bis zu 16 Impfteams einzusetzen – Kreisimpfzentrum in Böblingen

Dieser ausrangierte Linienbus dient jetzt als Impfbus. Foto: privat
Dieser ausrangierte Linienbus dient jetzt als Impfbus. Foto: privat

Kreis Ludwigsburg. Nach wie vor fehlende Impfmöglichkeiten, ausgebuchte Termine bis Februar – in Ludwigsburg wird Kritik seitens des Gemeinderats laut. Worte wie „kopflos“ und „chaotisch“ fallen, genannt wird zuallererst das Land, aber auch an Abstimmung mit dem Landkreis fehle es, auch die Stadt wird ins Visier genommen. Die Stadt Ludwigsburg biete, wie auch andere Kommunen dies tun, Impfmöglichkeiten an, verteidigte OB Matthias Knecht die Verwaltung, die „rund um die Uhr arbeite und alles unternehme“, um Impfangebote zu machen und die Situation in den Griff zu bekommen. Er verwies darüber hinaus auf Planungen des Landkreises, sprach von einem „Pop-up-Impfzentrum“, das geplant sei. Außerdem verwies die Erste Bürgermeisterin auf 16 Mobile Impfteams, die der Landkreis aktivieren möchte. „Das entspricht einer Kapazität eines Impfzentrums von früher“, so Renate Schmetz. „Wir müssen mehr machen“, forderten die Grünen, die der Stadt vorwarfen, überfordert zu sein. Man müsse auch an Kitas und Schulen fürs Impfen werben, möglichst mit mehrsprachigen Broschüren, verlangte Michael Vierling. Dass das Impfzentrum geschlossen worden ist, sieht die CDU als großen Fehler. Fraktionschef Klaus Herrmann verteidigt die Stadt, die bereits mehrsprachig informiere, nimmt dafür den grünen Sozialminister des Landes, Manne Lucha, aufs Korn. „Das Land hat die Kommunen und den Landkreis allein gelassen“, so auch SPD-Fraktionschefin Margit Liepins.

Während in Ludwigsburg noch Unklarheit herrscht, will Böblingens Landrat das erste Kreisimpfzentrum in der Region reaktivieren. Der Start für den Kreisimpfstützpunkt in Sindelfingen ist für Anfang Dezember angekündigt.

Beim Landkreis Ludwigsburg ist man noch nicht so weit. Es ist geplant, dass bis zu 16 Mobile Impfteams (MIT) im Kreis unterwegs sein werden, so Andy Dorroch, Koordinator der Taskforce Impfen im Landratsamt. Aber er ist noch etwas zurückhaltend. „Wir haben zwölf beim Land angefordert, im Moment sind es zwei.“

Deshalb sei das Landratsamt selbst aktiv geworden. Vier Mobile Impfteams kommen aktuell vom MVZ Kolepke, eines vom Land für die Großen Kreisstädte und ein weiteres für die Impfungen in den Heimen. Außerdem kommt ein MIT einer Arztpraxis aus Heilbronn zum Einsatz. Momentan könnten auf diese Weise bis zu 700 Menschen täglich geimpft werden. Bei den MIT des Landratsamtes stehen 200 Dosen zur Verfügung, beim Land je 100.

Zudem setzt der Landkreis wieder einen Impfbus ein. Im Frühjahr und im Sommer war ein Bus mit einem Impfteam in den Kommunen unterwegs gewesen und hatte das Vakzin gegen das Coronavirus angeboten. Meist spontan und ohne Terminvergabe. Gestern nun hat Dorroch einen ausrangierten Linienbus abgeholt, der ab kommender Woche im Einsatz ist. Erste Station ist Mundelsheim. Hier kann man am Montag zwischen 11.30 und 16.30 Uhr ohne Anmeldung auf dem Marktplatz seine Impfung abholen. Ein Team des MVZ Kolepke wird bereitstehen. In den kommenden Tagen soll ein weiterer Impfbus angeschafft werden.

Info: Terminvergabe über https://termin.kizlb.de/online/

Autor: