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Personalmangel

Im Landkreis fehlen Notfallsanitäter

Das Innenministerium hat Alarm geschlagen: Allein in Baden-Württemberg würden rund 300 Notfallsanitäter für den Rettungsdienst fehlen. Wir haben im Landkreis nachfragt. Das Ergebnis ist ernüchternd. Auch rund um Ludwigsburg können die Rettungswagen nur mit Schwierigkeiten besetzt werden.

Dem Rettungsdienst mangelt es an ausgebildetem Personal.Archivfoto: Nicolas Armer/dpa
Dem Rettungsdienst mangelt es an ausgebildetem Personal. Foto: Nicolas Armer/dpa

Kreis Ludwigsburg. In Stuttgart hat man nachgerechnet und so verkündete das Innenministerium vergangenen Woche, dass rund 300 Stellen für Notfallassistenten im Südwesten unbesetzt seine. Ende 2020 sind bei den Rettungsorganisationen im Land 3575 Notfallsanitäter angestellten gewesen. Ein Rettungswagen muss mit einem Notfallsanitäter und einem Rettungsassistent, als Helfer, besetzt sein. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter dauert drei Jahre.

Mit diesen Personalsorgen haben sich auch die beiden großen Rettungsorganisationen im Landkreis herumzuschlagen. In der Bevölkerung sei von dem Mangel nichts zu bemerken, im Betrieb allerdings schon, heißt es beim Roten Kreuz (DRK). „Wir haben eine angespannte Situation. Das betrifft nicht nur uns, sondern die anderen Organisationen im Großraum Stuttgart auch“, sagt Hermann Rometsch, zuständig für den Rettungsdienst beim DRK in Ludwigsburg. Noch könne man jedes Fahrzeug und zu jeder Zeit besetzte, doch der Druck sei groß.

Hin und wieder würden Kollegen ausfallen, das müssen mit zusätzlichen Schichten ausgeglichen werden. Gleichzeitig gebe es zusätzliche Fahrzeuge, die ebenfalls besetzt werden müssten. Auch die Anzahl der Notärzte nehme zu. Hier seien ebenfalls Fahrzeuge notwendig. Besonders in den Ferien müsse man auf „externe Kräfte“ zurückgreifen.

Von einem schlechten Bild des Berufs will er nicht sprechen. „Natürlich sind die Tätlichkeiten und die Pöbeleien sehr unangenehm. Doch das gehört zum Beruf dazu, das darf den Leuten draußen nichts ausmachen. Allerdings sprechen der Schichtdienst und die vielen Überstunden nicht unbedingt für das Berufsbild“, so Rometsch. Doch im Normalfall werde die Arbeit der Menschen im Rettungsdienst sehr geschätzt.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Ludwigsburg. Das Berufsbild habe sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert, ebenso wie die Bezahlung. „Wir können alle unsere Fahrzeuge besetzen. Dazu bedarf es einer gut ausgearbeiteten Planung. Doch wir sind eine große Organisation und haben viele Mitarbeiter, die auch getauscht werden können“, sagt Markus Schwarzbauer. Der ASB Ludwigsburg ist nicht nur im Landkreis, sondern auch in Stuttgart, Waiblingen, Schönaich (Kreis Böblingen) Wolpertshausen und in Vellberg (beide Landkreis Schwäbisch Hall) aktiv.

Der ASB baut auf die Prüflinge, die im Oktober nach Ludwigsburg kommen sollen. Aktuell hat man acht Notfallsanitäter in der Ausbildung. „Ich sehe die fehlenden 300 Sanitäter nur als einen aktuellen Blick auf unsere Lage. Wir haben fünf Schulen im Land, diese bilden 50 bis 80 Sanitäter zweimal im Jahr aus. Das wird sich schon irgendwann einpendeln“, so Schwarzbauer. Doch der Personalengpass beschäftigt auch den ASB

Er sieht eher ein Problem mit den ständig steigenden Einsatzzahlen und den gesetzlichen Einsatzfristen. Dafür müssten immer mehr Fahrzeuge und damit auch das notwendige Personal zur Verfügung festgestellt werden. Gleichzeitig gelte der Notfallsanitäter als Sprungbrett für ein späteres Medizinstudium, auch dieser Umstand führe zu einer starken Fluktuation bei den Rettungsdienst-Organisationen.

Im Landkreis Ludwigsburg verfügt der ASB über fünf Rettungswachen und acht Fahrzeuge, Das Deutsche Rote Kreuz hat ebenfalls fünf Wachen aber zehn Fahrzeuge im Betrieb.

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