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Philatelie

Imperium aus gezackten Marken expandiert

Briefmarkenauktionator Christoph Gärtner eröffnet einen weiteren Standort in Bietigheim. Da der Platz für sein Unternehmen an der Steinbeisstraße zu knapp geworden ist, bezieht das Handelshaus einen freigewordenen Fabrikbau an der Walheimer Straße. Zum Tag der offenen Tür sollen morgen sogar Kosmonauten kommen.

5000 Quadratmeter zusätzliche Fläche für Briefmarken: Das neue Handelshaus des Auktionators Christoph Gärtner.Foto: Alfred Drossel
5000 Quadratmeter zusätzliche Fläche für Briefmarken: Das neue Handelshaus des Auktionators Christoph Gärtner. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Der neue Gärtnerstandort bietet auf 5000 Quadratmetern Büro- und Seminarräume sowie Lagerkapazitäten in einem Hochregallager für die Disziplinen Philatelie, Numismatik, Banknoten, Zubehör und Literatur. Eigentümer des Grundstücks an der Walheimer Straße ist der Nachbar Möbel Hofmeister. Gärtners Unternehmen hat das Gebäude jetzt für fünf Jahre angemietet. Es ist der zweite Fabrikbau im Gewerbegebiet, den das Briefmarkimperium belegt. Morgen wird das Handelhaus mit einem Tag der offenen Tür eröffnet. Gärtners Auktionshaus bleibt nach wie vor in seinem betriebseigenen Domizil an der Steinbeisstraße.

Unter dem Motto „Schach zwischen Zeit und Raum“ bietet Gärtner am Samstag Podiumsgespräche mit den Kosmonauten Alexander Samokutjajew und Oleg Kotow an. Dazu kommt eine Ausstellung zur Weltraumfahrt mit Mondbriefen und eine Audrey-Hepburn-Marke. Der ehemalige Schachweltmeister und Philatelist Anatoli Karpov soll Partien gegen ausgeloste Gäste absolvieren.

Mit dem neuen Handelshaus an der Walheimer Straße reagiert Gärtner auf die zunehmenden Internetversteigerungen. Direkte Kundenkontakte werde es im neuen Haus nicht geben. „Aber immer wieder wollen wir Ausstellungen und Seminare anbieten“, sagt der Chef.

Die zusätzliche Immobilie markiert die ständige Expansion des Briefmarkenhauses. Vom Vater, einem Lehrer in Großsachsenheim, hat Christoph Gärtner die Sammelleidenschaft nach eigenen Angaben nicht. Doch schon in der Grundschule sammelte er die bunten Marken. Als 12-Jähriger fing er an, gezielt Marken zu kaufen. Nach dem Abitur machte er keine Ausbildung, sondern sein Hobby zum Beruf. Mit 19 Jahren gründete er in seinem Jugendzimmer einen Versandhandel. Die ersten Geschäftsräume hat er vor 35 Jahren in Pflugfelden angemietet. Später hatte Gärtner Geschäftsräume in der Ludwigsburger Stadtmitte, unter anderem in den Räumen von Radio Barth.

2005 bezieht das Unternehmen einen Neubau im Industriegebiet Laiern in Bietigheim. „Mit insgesamt rund 2000 Quadratmetern Nutzfläche in verschiedenen Gebäuden ist der Platz schon seit drei Jahren viel zu knapp“, sagt Gärtner, der von einer schnellen Entscheidung spricht. Für den Bezug des neuen Gebäudes und die Vorbereitungen für das Eröffnungsprogramm habe es gerade mal vier Wochen Zeit gegeben.

Gärtner kann auf weltweite Kontakte zurückgreifen. So ist es ihm gelungen, die Space-Sammlung von Walter Hopferwieser nach Bietigheim zu holen. Sie gilt als die weltweit umfangreichste ihrer Art und beinhaltet nicht nur Marken mit Weltraummotiven, sondern auch Mondbriefe. Hopferwieser hat auch den Kontakt zu den russischen Kosmonauten Samokutjajew und Kotow hergestellt. Die beiden Experten waren in der Sojus-Kapsel und auf der internationalen Raumstation ISS.

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