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Nahverkehr
In Ludwigsburg kommt am 27. Juli ein Stadtbahnpaket plus zur Wahl

Mit Unkraut übersäte Bahnstrecke zwischen Markgröningen und Ludwigsburg: Ab 2028 sollen hier die Züge fahren. Archivfoto: Holm Wolschendorf/LKZ
Mit Unkraut übersäte Bahnstrecke zwischen Markgröningen und Ludwigsburg: Ab 2028 sollen hier die Züge fahren. Archivfoto: Holm Wolschendorf/LKZ
Bei den Projektpartnern der Stadtbahn macht sich Optimismus breit. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagte der Chef des Zweckverbandes, Frank von Meißner, am Montag. In Ludwigsburg soll vor der Sommerpause nun ein Stadtbahnpaket plus verabschiedet werden – mit einem Ast nach Oßweil.

Kreis Ludwigsburg. Der Sport dient schon lange als Quellspähre in der politischen Kommunikation – die geplante Stadtbahn durch den Landkreis macht da keine Ausnahme. Für den Ludwigsburger Oberbürgermeister Matthias Knecht liegt „der Ball jetzt auf dem Elfmeterpunkt“. Der Chef des Zweckverbandes, Frank von Meißner, der das Projekt nach jahrzehntelangen Diskussionen umsetzen soll, sagte am Montag auf einer Sitzung im Landratsamt: „Wir setzen zum Zwischenspurt an.“

Das Ziel: Der Gemeinderat am 27. Juli in Ludwigsburg, der dann nachholen soll, was die anderen Anrainer schon getan haben: Die Signale für die sogenannte Stammstrecke auf Grün zu stellen, die von Markgröningen über Möglingen und Ludwigsburg nach Pattonville führt – und nicht nur das.

Die Trasse in den Oßweiler Süden gilt als Verbesserung

Neu im Topf ist ein Stadtbahnpaket plus. Von Meißner und Knecht erhoffen sich demnach auch, am Monatsende in die Vorplanung für einen Innenstadtast nach Oßweil-Süd einsteigen zu können, wenn der Gemeinderat dafür ebenfalls sein Okay gibt. „Wir sind optimistisch, dass wir das durchbringen“, so der Ludwigsburger Bürgermeister Sebastian Mannl.

Die Achse nach Oßweil-Süd ist erst seit Kurzem im Gespräch. Sie führt nicht mehr durch den engen Dorfkern mit seinen Gewerbetreibenden, sondern bindet den Süden des Stadtteils an – insbesondere das Neubaugebiet Fuchshof. Dazu kommt eine Querspange, die über die Oststraße führt. Nicht nur in Ludwigsburg spricht eine Mehrheit von einer „Trassenoptimierung“, sondern auch im Landratsamt.

Für den Landrat steht die Richtung nun fest

Sollte sich der Ludwigsburger Gemeinderat am 27. Juli nun für die Stadtbahn plus nach Oßweil entscheiden, heißt das laut von Meißner aber noch nicht, dass dieser Ast auch früher umgesetzt werden könnte. Das stufenweise Konzept der Stadtbahnmacher sieht die Realisierung der beiden Ludwigsburger Innenstadtlinien (auch nach Schlösslesfeld) für die Zeit nach 2032 vor. Denn noch sind neuralgische Stellen wie der Schillerdurchlass, der ZOB oder die Hindenburgstraße ungelöst.

Das bremst die Zuversicht der Projektpartner, die sich mittlerweile breitgemacht hat, offenbar nicht mehr. Der Ludwigsburger Mannl lobt die Offenheit, mit der die Anregungen aus der Kreisstadt zuletzt aufgenommen worden seien. Landrat Dietmar Allgaier äußerte am Montag die Hoffnung, dass „wir die unruhigen Phasen hinter uns lassen können.“ Die Richtung steht für ihn nun fest.

Die Kosten liegen bei mindestens 250 Millionen Euro

Die sieht vor, dass der Stadtbahn-Zweckverband im Sommer die Vorplanung der endgültigen Strecke einleitet und eine standardisierte Bewertung auf den Weg bringt. Ende 2024 soll dann ein Zuschussantrag gestellt werden. Klar ist, dass die Linien durch den Landkreis mit mindestens 250 Millionen Euro zu Buche schlagen und Teile des Vorhabens mit bis zu 95 Prozent gefördert werden. 2026 rechnet von Meißner dann mit dem Planfeststellungsbeschluss, der den Weg für den Bau der Stadtbahn im Kreis freimachen würde. 2027 könnten die ersten Bagger rollen, um die stillgelegte Strecke von Markgröningen zum Ludwigsburger Bahnhof zu ertüchtigen.

„So konkret wie heute war das Stadtbahnprojekt noch nie“, sagte der Zweckverbandschef am Montag im Landratsamt. „Wir sind auf einem sehr guten Weg.“ Er betonte aber wie Bürgermeister Mannl, dass es noch Hürden zu überwinden gelte. Die anstehende Sommerpause fällt für ihn nach eigenen Angaben darüber hinaus flach. Schließlich weiß der Bahnexperte: Die Umsetzung der Stadtbahn bleibt ein Marathonlauf.

So sieht das Stufenkonzept für die Umsetzung der Stadtbahn aus

In einem ersten Schritt wollen die Projektpartner bis 2028 die stillgelegte Trasse zwischen Markgröningen, Möglingen und Ludwigsburg reaktivieren. Zunächst soll dort ein Zug fahren.

Danach ist geplant, Pattonville an das Netz anzubinden – komplett mit einer Stadtbahn, und zwar bis 2032. In Pattonville erfolgt der Umstieg auf die gelben SSB-Stadtbahnen nach Remseck und Stuttgart. Den Ast von Aldingen nach Pattonville übernehmen die SSB. Darüber hinaus sieht das Konzept vor, dass Schwieberdingen mit seinem Gewerbegebiet mit Bosch dann bereits über Markgröningen eingetaktet ist.

Die innerstädtischen Äste in Ludwigsburg Richtung Oßweil-Süd und Schlösslesfeld sind für die Zeit danach vorgesehen. Insbesondere die Freien Wähler und CDU in Ludwigsburg gelten als Bremser.